Social Distancing: Was bedeutet es und worauf achten?

Um die schnelle weitere Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern, sollten sich alle Menschen möglichst zu Hause aufhalten und direkte, körperliche Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum reduzieren. Da das neuartige Virus vorrangig über eine Tröpfcheninfektion übertragen wird, ist Social Distancing eine wichtige Maßnahme. Damit sollen Infektionsketten unterbrochen und die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus verringert werden.

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Was heißt Social Distancing?

Frau geht mit Hund spazieren © istockphoto, Linda Raymond
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Ganz korrekt ist der Begriff Social Distancing nicht: Gemeint ist die physische Distanzierung zwischen Menschen, gleichzeitig soll die soziale Nähe erhalten bleiben. Denn die ist während einer solchen Krise besonders wichtig: Sich gegenseitig Trost spenden, Kontakte zu Freunden und Familie trotz räumlicher Trennung aufrechthalten oder Ablenkung von der derzeitigen Krisensituation.

Mit welchen Tipps sich die beiden Aspekte des Social Distancing vereinen lassen, zeigt Ihnen unsere Fotostrecke.

Kontakte reduzieren und zu Hause bleiben

Frau mit Buch und Kaffee auf dem Sofa © istockphoto, monkeybusinessimages
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Entscheidend bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ist, dass jeder Mensch seine direkten Kontakte zu anderen für eine bestimmte Zeit stark reduziert. Dazu zählt auch, dass man sich zur Begrüßung nicht die Hände schüttelt oder sich umarmt. Kontakte zu Angehörigen einer Risikogruppe sollten möglichst komplett vermieden werden – zu ihrem eigenen Schutz.

Im Rahmen des Social Distancing sollte man außerdem so viel wie möglich zu Hause bleiben und nur für notwendige Erledigungen nach draußen gehen. Das beinhaltet das Einkaufen von Lebensmitteln, der Gang zum Arzt und in die Apotheke oder zur Arbeit, sofern kein Homeoffice möglich ist.

Weiterhin möglich sind Spaziergänge oder Sport an der frischen Luft – am besten jedoch auch alleine oder maximal mit einer weiteren Person unter Einhaltung eines Abstandes von mindestens 1,5 Metern.

Seltener einkaufen, aber nicht hamstern

In Deutschland sind die Produktion und Lieferung von Lebensmitteln und anderen Gegenständen des täglichen Bedarfs während der Coronavirus-Krise gesichert. Daher sind Hamsterkäufe nicht notwendig und kein Zeichen der Solidarität mit anderen Menschen. Schließlich werden so Angehörige der Risikogruppen für einen schweren COVID-19-Verlauf gezwungen, häufiger das Haus zu verlassen oder mehrere Supermärkte und Drogerien aufzusuchen, bis sie die gewünschte Ware erhalten. Es spricht nichts dagegen, ein paar haltbare Lebensmittel als Vorräte zu Hause zuhaben. Damit sind zum Beispiel ein bis zwei Packungen Nudeln oder Mehl gemeint, nicht jedoch Kartons voll mit diesen Lebensmitteln.

Social Distancing? Nähe über Telefon und Video erhalten

Da der Mensch ein soziales Wesen ist, fällt das Abstand halten und der Verzicht auf körperliche Nähe besonders schwer – vor allem über einen langen Zeitraum. Um in dieser schwierigen Zeit einen Ausgleich zu schaffen, bieten sich viele digitale Möglichkeiten wie zum Beispiel Video-Telefonate an. So können auch Großeltern den Kontakt zu ihren Enkelkindern aufrecht halten, wenn sie sich vorübergehend nicht oder nur selten persönlich sehen können.

Social Distancing: Kontakte zu Risikogruppen meiden

Frau geht für Nachbarin einkaufen © istockphoto, Highwaystarz-Photography
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Für einen schweren Verlauf der Lungenerkrankung COVID-19, die durch das Coronavirus ausgelöst wird, gibt es verschiedene Risikofaktoren. Darunter fallen das Alter, bestimmte Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder ein geschwächtes Immunsystem.

Menschen, die zu diesen Risikogruppen zählen, müssen während der Corona-Pandemie besonders geschützt werden. Das heißt, sie sollten sich besonders an die Empfehlungen zum Social Distancing halten. Für sie ist es nach wie vor ratsam, direkte Kontakte, wie beispielsweise beim Einkaufen, möglichst zu meiden. Stattdessen sollten sie Angehörige oder Nachbarn bitten, für sie einkaufen zu gehen. Wer dennoch selbst einkaufen gehen möchte oder muss, sollte Stoßzeiten im Supermarkt vermeiden. Falls es angeboten wird, können Lieferdienste für Einkäufe oder Essensbestellungen genutzt werden. 

Angehörige von Risikogruppen besonders schützen

Doch auch für alle anderen gilt: Möglichst physischen Abstand zu Menschen der Risikogruppen einhalten, um sie nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Wer für seine Großeltern oder die älteren Nachbarn einkaufen geht, sollte darauf achten, den direkten Kontakt möglichst gering zu halten. So können die Einkäufe zum Beispiel vor der Tür abgestellt werden oder Bestellungen per Telefon entgegengenommen werden.

Social Distancing: Meetings und Treffen per Video

Zwei Frauen telefonieren per Video © istockphoto, seb_ra
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Während der Corona-Pandemie arbeiten viele Menschen im Homeoffice. Da Treffen im Büro damit wegfallen, sind andere Wege gefragt: Besser man ruft den*die Kollegen*in kurz an, anstatt eine E-Mail zu schreiben. Auch Meetings mit Kunden und Kollegen können dank kostenfreier Videokonferenzen weiterhin stattfinden. Oft besteht hier auch die Möglichkeit, den eigenen Bildschirm zu teilen, sodass man gemeinsam an etwas arbeiten oder sogar Schulungen durchführen kann.

Mit Freunden und Familie über Video Zeit verbringen

Trotz Social Distancing kann man Zeit zusammen verbringen: Verabreden Sie sich mit Kollegen zur Mittagspause oder nachmittags zur gemeinsamen Kaffeepause per Video. Treffen Sie sich mit Freunden oder der Familie virtuell per Video. So können Sie zum Beispiel gemeinsam Kochen, ein Glas Wein trinken oder zusammen einen Film sehen. Probieren Sie es aus, der Fantasie für "gemeinsame" Aktivitäten sind quasi keine Grenzen gesetzt.

Abstand halten bei Social Distancing

Zwei Frauen spazieren draußen © Getty Images/Westend61
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Wenn Sie jemanden treffen, achten Sie immer darauf, den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Besser sind sogar 2 Meter, um sich vor einer möglichen Ansteckung durch das Coronavirus zu schützen. Am besten verabreden Sie sich mit der Person außerdem im Freien und gehen spazieren. Verglichen mit geschlossenen Räumen können Sie draußen die Ansteckungsgefahr über Aerosole reduzieren. Denn die Viren halten sich nicht lange in der Luft, sondern fallen rasch zu Boden. Zudem findet in geschlossenen Räumen seltener ein Austausch der Luft statt.

Regelmäßig in die Sonne für Vitamin D

Außerdem tut Bewegung an der frischen Luft dem Körper gut und stärkt das Immunsystem. Wenn die Sonne scheint, können Sie gleichzeitig Ihren Vitamin-D-Speicher auffüllen. Vitamin D ist wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem und eine gesunde Psyche.

Maske trotz Social Distancing tragen

Frau trägt Mundschutz auf der Straße © istockphoto, South_agency
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Auch wer im Rahmen des Social Distancing auf Abstand zu anderen Menschen geht, sollte sich an die deutschlandweit gültige Maskenpflicht halten, die in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Orten gilt. Seit Mitte Januar 2021 müssen alle Menschen ab sieben Jahren in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine FFP2-Maske tragen. Die bis dahin verwendeten Masken aus Stoff oder Schals zur Mund-Nasen-Bedeckung reichen nicht mehr aus.

Weiterhin regelmäßig Hände waschen

Mädchen hat Spaß beim Händewaschen © istockphoto, Lisa5201
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Auch wenn Sie im Rahmen des Social Distancing am besten zu Hause bleiben und direkte Kontakte mit anderen Menschen weitestgehend meiden sollten, ist dies nicht immer vollständig möglich. Nach dem Kontakt mit Menschen oder berührungsintensiven Gegenständen wie zum Beispiel dem Einkaufswagen sollten Sie zu Hause für mindestens 20 Sekunden gründlich Ihre Hände mit Seife waschen. Vergessen Sie danach das Eincremen nicht: Durch häufiges Händewaschen mit Seife wird auch der natürliche Schutzmantel der Haut angegriffen. Mit Handcreme können Sie die Barrierefunktion der Haut unterstützen und aufrecht halten.

Kindern Hygienemaßnahme erklären

Vermitteln Sie auch Ihren Kindern, warum regelmäßiges Händewaschen besonders wichtig ist. Im Internet gibt es zahlreiche Erklärvideos für Kinder, die ihnen das Thema leicht verständlich näherbringen.

Nicht ins Gesicht fassen

Frau vor Bildschirm reibt sich die Augen © istockphoto, fizkes
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Wir fassen uns unbewusst unzählige Male am Tag ins Gesicht. Dadurch ermöglichen wir Krankheitserregern, dass sie in unseren Körper gelangen können. Schließlich sind Augen, Nasen- und Mundschleimhaut die primären Eintrittspforten von Viren und Bakterien. Daher sollten Sie sich nicht ins Gesicht fassen oder in der Nase bohren. Schon gar nicht, wenn Sie vorher möglicherweise trotz Social Distancing Kontakt mit möglicherweise infizierten Personen hatten oder infektiöse Gegenstände angefasst haben. Dann gilt: Gründlich Hände waschen!

Wir haben für Sie ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, mit denen Sie sich zukünftig seltener ins Gesicht fassen!

Symptome? Arzt anrufen

Mann telefoniert im Homeoffice © istockphoto, Anchiy
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Wer Symptome einer Infektion mit Coronaviren bei sich vermutet, sollte im Rahmen des Social Distancing nicht einfach den Hausarzt oder das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen. Vielmehr sollten Sie bei Verdacht auf eine Infektion zunächst Ihren Arzt kontaktieren und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen. Alternativ können Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 anrufen.

Kontaktmöglichkeiten für Gehörlose und Hörgeschädigte

Für Gehörlose und Hörgeschädigte gibt es einen Beratungsservice, der per Fax (030/340 60 66-07) oder E-Mail (info.deaf@bmg.bund.de oder info.gehoerlos@bmg.bund.de) erreichbar ist. Außerdem gibt es das Gebärdentelefon mit Videotelefonie (Infos unter https://www.gebaerdentelefon.de/bmg/).

Aktualisiert: 05.05.2021 - Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin