Coronavirus: Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr im Schwimmbad?

Frau schwimmt im Schwimmbad in Corona-Zeit © iStock.com/golero

Start in die Freibad-Saison: Nach dem Lockdown öffnen die Schwimmbäder schrittweise wieder ihre Pforten. Doch wie hoch ist das Risiko, sich dort mit dem Coronavirus zu infizieren? Kann das Badewasser SARS-CoV-2 übertragen? Was Sie zum Schutz vor einer Ansteckung im Schwimmbad wissen müssen.

Coronavirus-Pandemie: Freibäder öffnen wieder

Für viele Familien und Sportler ist es eine erfreuliche Nachricht, um sich den Sommer in Deutschland zu verschönern: Die Freibäder dürfen in einigen Bundesländern unter strengen Hygieneauflagen wieder öffnen – Hallenbäder und Saunen bleiben vorerst meist jedoch noch geschlossen.

Auch weitere Bundesländer könnten sich in den nächsten Wochen für diesen Schritt entscheiden. Denn aufgrund der dynamischen Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie beraten Bund und Länder regelmäßig anhand der jeweiligen Situation über neue Lockerungen (auf der Website der Bundesregierung finden Sie eine Übersicht zu den Verordnungen der einzelnen Bundesländer). Da das Coronavirus jedoch weiterhin kursiert, sind die Öffnungen der Freibäder überall an Vorschriften gebunden.

Wie hoch ist das Risiko einer Infektion im Schwimmbad?

Das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus im Schwimmbad ist mit der Ansteckungswahrscheinlichkeit an anderen öffentlichen Orten vergleichbar. Ob im Freibad, Restaurant, Supermarkt oder im Fitnessstudio – bei all diesen Orten handelt es sich nämlich um öffentliche Räume, an denen sich viele Menschen begegnen.

Solche Orte bergen daher grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Denn SARS-CoV-2 wird vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt: Beim Husten, Niesen und Sprechen gibt eine infizierte Person virusübertragende Tröpfchen ab, die von anderen Menschen in der direkten Umgebung eingeatmet werden und die Lungenerkrankung COVID-19 auslösen können. Um die Ansteckungsgefahr im Schwimmbad zu minimieren, müssen sich Schwimmbadbetreiber und -besucher daher an strikte Regeln zur Hygiene und zur Einhaltung des empfohlenen Mindestabstands von 1,5 Metern halten.

Über das Badewasser mit Coronavirus infizieren?

Die Gefahr einer Ansteckung besteht im Schwimmbad vor allem dann, wenn sich viele Personen nahekommen. Das Badewasser selbst stellt nach jetzigem Kenntnisstand hingegen kein Risiko dar. Laut Umweltbundesamt ist konventionelles Badebeckenwasser gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt, wenn das Bad normgerecht gebaut und betrieben wird. Denn durch die allgemein anerkannten Regeln der Technik zur Wasseraufbereitung wird eine hygienisch einwandfreie Beschaffenheit sichergestellt.

Potenzielle Krankheitserreger wie behüllte Coronaviren werden durch das Desinfektionsmittel Chlor im Schwimmbeckenwasser inaktiviert oder abgetötet. In biologisch aufbereiteten Bädern wie Badeteichen besteht grundsätzlich ein höheres Infektionsrisiko, da ihnen kein Desinfektionsmittel zugesetzt wird und Viren deshalb im Wasser länger überleben können.

Besteht ein Ansteckungsrisiko über Oberflächen im Schwimmbad?

Es ist nicht auszuschließen, dass das Coronavirus auch über kontaminierte Oberflächen übertragen wird, wobei es auf unterschiedlichen Oberflächen auch unterschiedlich lange überlebt. Die sogenannte Schmierinfektion könnte zum Beispiel dann stattfinden, wenn eine infizierte Person auf einen Türgriff niest, dieser von einer weiteren Person berührt wird und sich diese dann mit der Hand an Mund, Nase oder Augen fasst. Ob es in einem solchen Fall tatsächlich zu einer Ansteckung kommt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig – zum Beispiel von der Menge der Viren, die sich auf dem Gegenstand befindet oder die mit der Hand auf die Schleimhäute übertragen wird.

Da sich im Schwimmbad viele Personen aufhalten, die eine potenzielle Ansteckungsgefahr darstellen, sollen Betreiber vermehrt auf strikte Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen achten. Das Beckenumfeld sowie die Sanitärbereiche müssen daher im Kampf gegen Krankheitserreger regelmäßig gereinigt werden. Doch auch die persönliche Hygiene jedes Einzelnen zählt: Waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände, niesen und husten Sie ausschließlich in Ihre Armbeuge und fassen Sie sich mit den Händen möglichst nicht ins Gesicht an Mund, Nase oder Augen.

Coronavirus: Wie hoch ist das Infektionsrisiko in der Sauna?

Einige Schwimmbäder verfügen über Saunabereiche – doch die bleiben vielerorts vorerst geschlossen. Das Virus hat es bei hohen Saunatemperaturen von über 90 Grad zwar schwer, zu überleben – eine Ansteckung kann aber trotzdem nicht sicher ausgeschlossen werden.

Das hat verschiedene Gründe: Zum einen sind die Temperaturen auf den unteren Sitzbänken geringer, zum anderen lässt sich der Mindestabstand von 1,5 Metern in Saunakabinen nur schwer einhalten. Denn wird man in der Sauna direkt angehustet oder angeniest, ist eine Übertragung des Coronavirus durchaus denkbar. Ebenfalls problematisch kann der Aufenthalt von mehreren Personen in Dampfbädern, Duschen, Ruheräumen und Umkleidekabinen sein.

Unter bestimmten Bedingungen ist die Öffnung von Saunen in manchen Bundesländern bereits in Planung. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Betrieb ebenfalls strengen Auflagen unterlegen. So könnten zum Beispiel nur Trockensaunen mit einer hohen Temperatur öffnen, keine Aufgüsse stattfinden und es zur Einschränkung der Besucherzahl Zugangsbegrenzungen geben.

Übrigens: Der Sinn von Saunabesuchen wird in der Coronavirus-Pandemie häufig in Bezug auf seine möglichen positiven Effekte für das Immunsystem diskutiert. Regelmäßige Saunabesuche gelten als Unterstützer für unsere Abwehrkräfte. Ein starkes Immunsystem durch einen gesunden Lebensstil und durch Saunieren ist aber kein Garant dafür, sich nicht mit dem Coronavirus anzustecken. Die ordentliche Handhygiene, die Einhaltung der Husten- und Niesetikette sowie das konsequente Abstandhalten sind effektive Schutzmaßnahmen vor einer Ansteckung.

Coronavirus vermeiden: 7 Regeln fürs Schwimmbad

Trotz Umsetzung von Hygienekonzepten seitens der Schwimmbadbetreiber kann nicht ausgeschlossen werden, dass man sich im Schwimmbad – ebenso wie an anderen öffentlichen Orten – mit dem Coronavirus infiziert. Zur Vermeidung einer Ansteckung ist daher auch Ihre Mithilfe von großer Bedeutung. Halten Sie sich an die Regeln, die Ihnen von Ihrem örtlichen Freibad vorgegeben werden.

So verhalten Sie sich im Schwimmbad richtig:

  1. Am Ein- und Ausgang: Halten Sie an der Kasse und beim Einlass den Mindestabstand von 1,5 Metern ein und tragen Sie zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz. Beachten Sie zudem ausgewiesene Abstandsmarkierungen oder Wartezonen. Damit sich die Abstandsregel in den Schwimmbädern überhaupt einhalten lässt, muss die Besucherzahl möglicherweise reglementiert werden. Gegebenenfalls sind daher vorherige Online-Reservierungen zwingend notwendig. Müssen die Karten an der Kasse bezahlt werden, verwenden Sie dazu eine EC-Karte und kein Bargeld. Werden Sie darum gebeten, Ihre Kontaktdaten zu hinterlassen, dient dies der Nachverfolgung möglicher Infektionsketten – die Daten werden nach einigen Wochen wieder gelöscht. Desinfizieren Sie sich die Hände direkt nach Betreten des Schwimmbads. Beim Verlassen der Einrichtung gilt: Entfernen Sie sich zügig vom Ein- und Ausgang, um Menschenansammlungen zu vermeiden.
  2. In Umkleidekabinen und Duschen: In einigen Bundesländern sind Umkleidekabinen und Duschräume noch geschlossen – es stehen nur die Kaltduschen vor dem Becken zur Verfügung. Sollten diese Bereiche wieder offen haben, herrscht hier besondere Vorsicht: Achten Sie überall auf die Einhaltung des Sicherheitsabstands. Um dies zu gewährleisten, kann es zum Beispiel vorgeschrieben sein, dass maximal zwei Personen gleichzeitig die Duschräume betreten dürfen. Sollten enge Räume besetzt sein, warten Sie zuerst, bis die Personen sich entfernen, um dann selbst einzutreten. Ziehen Sie sich in Einzelkabinen um und beachten Sie, dass Spinde teilweise gesperrt sein können, um den Mindestabstand einzuhalten.
  3. Im Schwimmbecken: Bevor Sie ins Becken gehen, duschen Sie sich gründlich ab. Damit im Schwimmbecken genügend Platz für den Mindestabstand bleibt, kann das Personal die Personenanzahl begrenzen und kleinere Becken gegebenenfalls komplett schließen. Halten Sie sich an die Vorgaben.
  4. Auf der Liegewiese: Auch hier gilt der Mindestabstand von 1,5 Metern zu allen umliegenden Personen. Um enge Begegnungen am Beckenrand zu vermeiden, weichen Sie bitte großzügig aus.
  5. In der Gastronomie: Sollten gastronomische Angebote im Freibad bereits wieder zur Verfügung stehen, herrschen hier ebenfalls bestimmte Bedingungen wie das Abstandsgebot zwischen den Tischen oder die Maskenpflicht beim Gang zum WC.
  6. Bei Spaß- und Sportangeboten: Sollten Rutschen oder Sprungtürme wieder öffnen, werden Sie vom Personal über die Nutzungsbedingungen informiert. Beach-Volleyballfelder oder Ähnliches können gegebenenfalls noch geschlossen bleiben. Schwimmutensilien wie Poolnudeln oder Tauchringe dürfen möglicherweise nicht ausgeliehen werden.
  7. Bei Krankheit zu Hause bleiben: Selbst hinter leichten Symptomen könnte möglicherweise eine Infektion mit dem Coronavirus stecken, da die Erkrankung bei vielen Menschen mild verläuft. Zum Schutz Ihrer Mitmenschen sollten Sie bei Krankheitssymptomen daher auf keinen Fall das Schwimmbad aufsuchen, denn vor allem für bestimmte Risikogruppen kann eine Ansteckung lebensgefährlich werden. Sollten Sie befürchten, an COVID-19 erkrankt zu sein, kontaktieren Sie Ihren Hausarzt telefonisch oder wenden Sie sich unter der Rufnummer 116 117 an den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Aktualisiert: 14.04.2021 - Autor: Viola Lex

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