Keuchhusten – Bordetella pertussis

Durch eine Auffrischimpfung gegen Pertussis können Jugendliche und Erwachsene sich selbst, vor allem aber auch ihre kleinen Familienangehörigen vor Keuchhusten schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Auffrischimpfung gegen Keuchhusten nicht nur für Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren, sondern auch allen Frauen mit Kinderwunsch und Personen mit Kontakt zu Säuglingen, also Eltern, Großeltern, Verwandten, Tagesmüttern und Babysittern.

Impfung gegen Keuchhusten hält nicht ewig

Für Erwachsene wird die Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten seit 2009 empfohlen. Sie wird mit der Impfung gegen Tetanus und Diphtherie kombiniert.

Denn was viele nicht wissen: Wer in seiner Kindheit gegen Pertussis geimpft wurde oder die Erkrankung durchgemacht hat, ist nicht lebenslang vor einer Neuinfektion geschützt. Nach einigen Jahren verliert das Immunsystem die Fähigkeit, sich gegen den Erreger zur Wehr zu setzen. Dann kann man sich erneut infizieren. Das ist auch der Grund dafür, warum Keuchhusten im Erwachsenenalter so häufig ist.

Das Robert-Koch-Institut zählte 2016 mit 22.000 Fällen ungewöhnlich viele an Keuchhusten erkrankte Menschen. Dies ist seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2013 der Höchststand. Experten begründen die hohe Anzahl unter anderem mit Impflücken bei vielen Menschen.

Impfstatus überprüfen

Zwischen 1974 und 1991 wurde in den alten Bundesländern nicht gegen Keuchhusten geimpft. Jugendliche und junge Erwachsene, die in diesem Zeitraum geboren wurden, verfügen daher nur selten über einen Impfschutz.

Auch eine durchgemachte Keuchhusten-Erkrankung bietet keinen lebenslangen Schutz. Nach circa vier bis 20 Jahren kann man sich erneut anstecken. Nach einer Impfung dauert der Impfschutz etwa vier bis zwölf Jahre an.

Bei jedem dritten länger anhaltenden Husten bei Jugendlichen und Erwachsenen handelt es sich um Keuchhusten. Ungeimpfte Jugendliche sollten deshalb schnellstens ihren Impfschutz nachholen.

Ein idealer Zeitpunkt, um für einen ausreichenden Impfschutz zu sorgen, ist die J1-Jugendgesundheitsberatung. Der Jugendarzt überprüft dabei sowohl den Impfstatus als auch den gesundheitlichen Zustand des Jugendlichen und macht sich ein Bild über die gesamte Entwicklung.

Die Jugendgesundheitsberatung können Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren beim Arzt ihres Vertrauens in Anspruch nehmen. Die Kosten sowohl für die Gesundheitsberatung als auch für alle empfohlenen Impfungen tragen die Krankenkassen.

Impfungen für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche sollten gegen folgende Infektionskrankheiten geimpft werden:

  • Diphtherie, Tetanus: Impfungen in regelmäßigen Abständen auffrischen: Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 5 und von 9 bis 17 Jahren.
  • Kinderlähmung: Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 17 Jahren.
  • Keuchhusten: Im Alter von 9 bis 17 Jahren Impfschutz auffrischen. Wer nie gegen Keuchhusten geimpft wurde: Grundimmunisierung nachholen.
  • Hepatitis B: Bei nicht geimpften Jugendlichen: Spätestens zum 18. Geburtstag die Grundimmunisierung nachholen.
  • Masern, Mumps, Röteln: Kinder und Jugendliche, die nicht zweimal geimpft wurden, sollten diese Impfung unbedingt nachholen.

Die Pertussis-Impfung kann zusammen mit der Standard-Impfung gegen Diphtherie und Tetanus (DTP-Impfung), auf Wunsch auch zusätzlich gegen Kinderlähmung (Polio) in Form eines gut verträglichen Vierfachimpfstoffs verabreicht werden. Alle Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Fehlende Impfungen sollten nachgeholt werden. Besonders Jugendliche weisen Impflücken bei folgenden Infektionskrankheiten auf: Hepatitis B, Keuchhusten und Mumps-Masern-Röteln. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die empfohlenen Impfungen bis zum 18. Geburtstag.

Aktualisiert: 07.02.2018 – Autor: STIKO, Circle Comm GmbH, Poys Kommunikations Management GmbH

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