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Lungenentzündung durch Pneumokokken

Erna V. und Klaus M. kennen sich nicht und haben dennoch einiges gemeinsam: Beide fühlen sich gesundheitlich wohl trotz ihrer chronischen Krankheit, sie Diabetikerin, er Asthmatiker; beide hatten eine schwere Lungenentzündung durch Pneumokokken.

Hohes Risiko für Diabetiker und Atemwegspatienten

Mit einer Impfung hätten sie die Pneumokokken-bedingte Lungenentzündung verhüten können. Was die wenigsten wissen: An einer Lungenentzündung durch Pneumokokken sterben jedes Jahr rund 12.000 Menschen allein in Deutschland. Was die Bakterien so gefährlich macht, ist der rasante Verlauf einer Erkrankung: Jeder zweite Todesfall ereignet sich innerhalb von 48 Stunden, trotz Behandlung mit Antibiotika. Hinzu kommt, dass Pneumokokken-Bakterien zunehmend widerstandsfähig gegen Antibiotika sind.

Chronisch Kranke sind gefährdet

Menschen mit einer chronischen Krankheit wie Erna V. und Klaus M. sind besonders gefährdet. Denn ihr Immunsystem funktioniert nicht immer zu 100 Prozent, gefährliche Bakterien wie die Pneumokokken können dann leicht eine lebensgefährliche Lungenentzündung oder Blutvergiftung auslösen. Deshalb empfehlen unabhängige Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) sowohl Diabetikern als auch chronischen Atemwegspatienten die Pneumokokken-Impfung. Sie schützt für den Zeitraum von sechs Jahren.

Nur jeder Siebte ist gegen Pneumokokken geimpft

Wenige kennen die Gefahr und Ärzte denken auch nicht immer an die Impfung. Alle Diabetiker und Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten ihren Hausarzt, Diabetes- oder Lungenfacharzt auf Pneumokokken ansprechen und mit einer Impfung ihre eigene Gesundheit schützen.

Einen Anlass zur Information bietet die bundesweite Aufklärungs- und Mitmachkampagne rund um Pneumokokken und Impfen. Gut für Wohlbefinden und den eigenen Geldbeutel: Krankenkassen übernehmen für alle chronisch Kranken und alle über 60-Jährigen die Kosten für die Impfung.

Heute haben Erna V. und Klaus M. wieder etwas gemeinsam: Beide haben sich auf den Rat ihrer Ärzte hin impfen lassen und verhüten so Pneumokokken-bedingte Lungenentzündung.Als Standard wird die Pneumokokken-Impfung allen Personen über 60 Jahre empfohlen. Unabhängig vom Alter empfiehlt die STIKO die Impfung auch chronisch kranken Patienten, darunter Personen mit Diabetes, chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Personengruppen können parallel gegen Grippe (Influenza) geimpft werden.

Die Hauptzeit für die Pneumokokken- und die Grippe-Impfung hat begonnen, beide Impfungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) nahezu identischen Risikogruppen. Im Gegensatz zur Grippe-Impfung liegt die Impfrate gegen Pneumokokken-Erkrankungen jedoch bei nur rund 15 Prozent.

Asthmatiker

Pneumokokken sind Bakterien, die bei rund der Hälfte der Bevölkerung im Nasen- und Rachenraum zu finden sind, ohne dass die Menschen daran erkranken. Unter bestimmten Umständen können die Erreger in den Körper vordringen. Die Atemwege von Asthmatikern bieten den Pneumokokken dazu eine optimale Angriffsfläche. Hier breiten sich die Bakterien aus, gelangen in die Lunge und von dort bis ins Blut. Die Folge: Schwere Lungenentzündungen, bis hin zur lebensbedrohlichen Blutvergiftung.

Trotz Behandlung verlaufen Pneumokokken-Erkrankungen häufig tödlich, denn die Bakterien können sich schlagartig vermehren: Antibiotika haben dann nicht genügend Zeit zu wirken.

Diabetiker

Pneumokokken sind häufigste Ursache für nicht im Krankenhaus erworbene Lungenentzündungen, oft verbunden mit der Komplikation einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung. Opfer sind vor allem ältere und chronisch kranke Menschen. Diabetiker sind aus diesem Grund - wie alle Personen mit chronischen Krankheiten - generell stärker durch Viren und Bakterien gefährdet.

Trotz ärztlichen Rates sind nur wenige geimpft, dabei ist die Impfung die einzige Möglichkeit, Menschen mit einem hohen Risiko vor einer schweren Pneumokokken-Erkrankung zu schützen.

Aktualisiert: 28.09.2017 – Autor: Impfen aktuell

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