Chlamydia-Infektion

Frau mit Chlamydia-Infektion © istockphoto, Kerkez (Symbolfoto)

In der sexuell aktiven Bevölkerung sind Infektionen mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis relativ häufig; bis zu zehn Prozent der Gesamtbevölkerung sind infiziert. Auf das Konto der äußerst wandelfähigen Bakterien gehen allein in Deutschland etwa 80.000 Fälle von Unfruchtbarkeit. Darüber hinaus wurde die Spezies Chlamydia pneumoniae als heißer Kandidat für den infektiösen Auslöser von Angina pectoris und Herzinfarkt diskutiert.

Chlamydia-Bakterien: kleinste Organismen

Die Chlamydia-Bakterien gehören zu den kleinsten Organismen, die auf der Erde beschrieben sind. Ihr Erbgut ist so begrenzt, dass diese Bakterien zum Überleben auf den Stoffwechsel von Zellen des Wirtes angewiesen sind. Chlamydien können aus diesem Grund nicht auf künstlichen Nährböden gezüchtet werden, wie dies bei den meisten anderen Bakterien der Fall ist; diese Tatsache erschwert die Diagnose von Chlamydien-Infektionen.

Entstehung von Chlamydien-Infektionen

Beim Geschlechtsverkehr dringen die Chlamydien über die Schleimhäute des Genitaltraktes in den menschlichen Organismus ein. Sie vermehren sich in den Wirtszellen und sind dadurch für das Immunsystem, aber auch für Antibiotika nur schwer erreichbar.

In der infektiösen Phase allerdings können diese Bakterien allerdings sehr erfolgreich bekämpft werden. Nach ein bis zwei Tagen können leichte Beschwerden wie Harnwegsinfektionen auftreten. Allerdings verlaufen die Chlamydia-Infektionen bei etwa 75 Prozent der infizierten Frauen sowie bei rund 50 Prozent aller infizierten Männer gänzlich ohne Symptome oder unspezifischen leichten Beschwerden.

Folgen einer Chlamydia-Infektion

Eine unerkannte und daher nicht therapierte Chlamyda-Infektion kann bei jungen Frauen zu schweren Unterleibserkrankungen führen. Es besteht die Gefahr der Unfruchtbarkeit durch das Verkleben der Eileiter. So genannte ektopische Schwangerschaften könnend die Folge sein; dabei nistet sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter zum Beispiel im Eileiter oder in der Bauchhöhle ein.

Chlamydia-Infektion bei Schwangeren

Schwangere, die an einer Chlamydia-Infektion leiden, haben häufiger Fehlgeburten oder erleiden eine vorzeitigen Blasensprung der Fruchtblase. Beim vorzeitigen Blasensprung besteht die Gefahr, dass das Ungeborene sich noch im Mutterleib mit den Chlamydia-Bakterien ansteckt. Aber auch Infektionen der Augen beim Ungeborenen können während des Geburtsvorganges auftreten, wenn das Kind mit den infizierten Schleimhäuten der Mutter in Berührung kommt. In seltenen Fällen können Lungenentzündungen des Neugeborenen auftreten.

Diagnose und Behandlung der Chlamyiden-Infektionen

Heutzutage werden moderne molekularbiologische Verfahren eingesetzt, um das Erbgut des Erregers in Abstrichen der Harnröhre, des Gebärmutterhalses oder aus dem Urin nachzuweisen. Diese Verfahren sind sehr schnell und extrem empfindlich. Zur Therapie werden normalerweise Antibiotika aus der Klasse der Tetrazykline über einen Zeitraum von einer Woche bis zehn Tage verabreicht. Bei Schwangeren hingegen wird Erythromycin verwendet, da Tetrazykline das Ungeborene schädigen können und deshalb für die Therapie während der Schwangerschaft nicht zugelassen sind.

Entscheidend ist allerdings, dass beide/alle Sexualpartner untersucht und gleichzeitig behandelt werden, um die wechselseitigen Neuinfektionen – den so genannten Ping-Pong-Effekt ausschließen zu können. Die Antibiotikabehandlungen sind sehr effizient; Folgeschäden können daher meist ausgeschlossen werden.

Schutz vor Chlamydien

Wenn Sie häufig den Sexualpartner wechseln – praktizieren Sie Safer Sex und verwenden Sie Kondome. Natürlich schützen Sie sich durch die Kondome auch vor den weit gefährlicheren HIV-Infektionen und anderen Geschlechtskrankheiten. Im Zweifelsfalle suchen Sie bitte Ihren Arzt auf. Bedenken Sie bitte, dass Ihr Partner ebenfalls untersucht und gegebenenfalls therapiert werden muss!

Aktualisiert: 07.08.2017 – Autor: gesundheit.de

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