Feigwarzen

Frau mit Feigwarzen liegt im Bett © istockphoto, TommL (Symbolfoto)

Feigwarzen werden auch als Genitalwarzen, spitze Kondylome oder Condylomata acuminata bezeichnet. Feigwarzen werden wie Gebärmutterhalskrebs durch Humane Papillomaviren (HPV) verursacht. Die mehr als hundert Virusuntertypen umfassende Großfamilie bringt "Sprösslinge" wie die krebserregenden HPV 16 und 18, aber auch harmlose Vertreter wie HPV 6 und 11 hervor. Letztere führen in über 90 Prozent der Fälle zu Feigwarzen im inneren und äußeren Genitalbereich sowie im After bei Mann und Frau.

Feigwarzen: Symptome und Anzeichen

Mögliche Symptome, an denen man Feigwarzen erkennen kann, sind Juckreiz, Brennen und Schmerzen. Feigwarzen sind hochinfektiös und setzen die sexuelle Lebensqualität stark herab. Übertragungsweg von Feigwarzen ist nämlich der Geschlechtsverkehr, mitunter aber auch die gemeinsame Handtuchnutzung und Schmierinfektion.

Gleichzeitig ist ihre Existenz ein Tabuthema, so dass die Betroffenen oftmals erst dann zum Arzt gehen, wenn die häufig weißen Feigwarzen schon relativ groß und schwer zu behandeln sind. Vereinzelt bilden Feigwarzen größere Tumoransammlungen, die aufbrechen und bluten können. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Feigwarzen vergehen zumeist mehrere Monate. Unklar ist bislang, ob während dieser sogenannten Inkubationszeit ein Ansteckungsrisiko besteht.

Feigwarzen erkennen

Ein Arzt kann auf unterschiedliche Weise Feigwarzen erkennen. Entweder sieht der Arzt die im späteren Stadium blumenkohlartig aussehenden Feigwarzen bei der klinischen Untersuchung direkt oder er macht sie durch die sogenannte Essigsäureprobe sichtbar. Wird verdünnte Essigsäure auf verdächtige Hautstellen getupft, werden diese Stellen bei Feigwarzen nach ein bis zwei Minuten weiß, so dass man Feigwarzen erkennen kann.

Während beim Mann der Penis der einzig kritische Bereich ist, kann bei der Frau neben den direkt einsehbaren Bereichen der Vagina auch der Muttermund von dieser Art Warzen befallen sein. Deshalb sollte bei Frauen auch eine gynäkologische Untersuchung erfolgen. Kondome können das Infektionsrisiko verringern, bieten aber keinen zuverlässigen Schutz vor Feigwarzen.

Feigwarzen Behandlung nicht immer erfolgreich

Der Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs schützt auch gegen HPV 6 und 11. Wer bereits infiziert ist oder eine vorbeugende HPV-Impfung ablehnt, sollte wissen: Bei fast jedem dritten Betroffenen verschwinden die Warzen von alleine. Bei den restlichen 70 Prozent ist dagegen eine möglichst frühzeitige Behandlung der Feigwarzen nötig. Feigwarzen lassen sich auf chemischem Wege und chirurgisch behandeln. Da die Viren in etwa 40 Prozent der Fälle die Behandlung überleben, treten die Warzen erneut auf.

Behandlung von Feigwarzen: Entfernen und vereisen

Die Verfahren der Behandlung, um Feigwarzen zu entfernen, im Überblick:

  • "Chirurgische" Verfahren: Große Feigwarzen werden mittels Schere oder scharfem Löffel entfernt. Ausgedehnte Warzenfelder können mit einem Elektrokauter verbrannt werden (Narbenbildung möglich). Auch Kryotherapie ist möglich. Großflächige Feigwarzenfelder werden mit flüssigem Stickstoff vereist. Der CO2-Laser kann die Warzen oberflächlich verkochen (ohne Narben). Entfernung unter Lokal- oder Vollnarkose. Das Rückfallrisiko (Rezidivrisiko) beträgt etwa 30 Prozent.
  • Chemische Therapieoptionen: Podophyllotoxin auf pflanzlicher Basis ist als Lösung erhältlich. Er führt zu einer Entzündungsreaktion, die Feigwarzen sterben ab. Ein eher kompliziertes Anwendungsschema des vorsichtig zu handhabenden Wirkstoffs erschwert die Feigwarzen-Therapie. Trichloressigsäure ist in der Handhabung einfacher, kann wöchentlich angewandt werden und erzielt insbesondere bei kleinen, weichen Feigwarzen sehr gute Resultate. Allerdings können Nebenwirkungen wie Brennen und Schmerzen an der Anwendungsstelle auftreten.

Immunsystem gegen Feigwarzen scharf machen

Cremes und Salben zur Stärkung der Immunabwehr:

  • Imiquimod haltige Creme aktiviert das Immunsystem der Haut, gegen die HPV anzukämpfen. Sie wird dreimal wöchentlich nachts aufgetragen. Imiquimod kann die Festigkeit von Kondomen beeinträchtigen. Lokale Hautreaktionen, manchmal Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome und Muskelschmerzen als mögliche Nebenwirkungen.
  • Salben mit einem Extrakt aus Grünteeblättern lassen Feigwarzen bei mehr als jedem zweiten Patienten abheilen. Das gereinigte Trockenextrakt enthält Catechine, die das Immunsystem anregen und modulieren, und zudem antientzündlich und antioxidativ wirken. Die Catechine wirken direkt auf infizierte Zellen. Als Nebenwirkungen sind jedoch lokale Hautreizungen möglich.
  • Teebaumöl wird zwei- bis dreimal täglich aufgetragen. Nur positive Erfahrungsberichte, bislang keine wissenschaftliche Untersuchung zur Feigwarzen Behandlung mit Teebaumöl.

Aktualisiert: 13.06.2018 – Autor: Gerlinde Felix

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