Hepatitis A: So vermeiden Sie eine Ansteckung

Frau mit Hepatitis A © istockphoto, Highwaystarz-Photography

Eine Ansteckung mit Hepatitis A erfolgt häufig über verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel. Da die Infektion jedoch nur unspezifische Symptome zeigt, läuft sie häufig unbemerkt ab. Erste Anzeichen können allgemeine Krankheitssymptome wie Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und eine Erhöhung der Körpertemperatur sein. Eine spezifische Behandlung gegen das Virus gibt es nicht. Liegt eine Infektion vor, ist es jedoch wichtig, die Leber zu schonen und beispielsweise auf Alkohol zu verzichten. Die beste Möglichkeit, einer Infektion vorzubeugen, ist die Hepatitis A-Impfung. 

Ansteckung mit Hepatitis A

Bei Hepatitis A handelt es sich um eine akute Leberentzündung, die durch das gleichnamige Hepatitis A-Virus hervorgerufen wird. Da das Virus relativ unempfindlich auf Desinfektionsmittel und Kälte reagiert, kann es sich leicht verbreiten. Es tritt weltweit auf, kommt aber vor allem in warmen, tropischen Gebieten sowie in Ländern mit niedrigen hygienischen Standards vor. 

Zu den Gebieten mit einem erhöhten Infektionsrisiko zählen jedoch nicht nur Länder in Afrika, Asien und Südamerika, sondern auch Osteuropa und der Mittelmeerraum. Es ist also durchaus möglich, sich im Sommerurlaub in Italien oder Spanien anzustecken. Wer sich einmal mit dem Virus infiziert hat, ist lebenslang vor dem Erreger geschützt. Man kann somit nur einmal im Leben an Hepatitis A erkranken. 

Fäkal-orale Infektion

Die Übertragung des Virus findet durch eine fäkal-orale Infektion statt. Dies bedeutet, dass die Ansteckung über Viren erfolgt, die mit dem Stuhl ausgeschieden und anschließend über den Mund wieder aufgenommen werden. Erkrankte Personen scheiden die Erreger bereits zwei Wochen, bevor die ersten Krankheitssymptome auftreten, mit Urin und Stuhl aus und sind somit bereits ansteckend.

Die Ansteckung kann zum einen durch eine Schmierinfektion passieren, bei der Gegenstände berührt werden, die mit Erregern verseucht sind. Fasst man sich anschließend ins Gesicht – vor allem auf die Schleimhäute von Mund und Nase – können die Erreger in den Körper gelangen. Zum anderen kann die Übertragung durch kontaminiertes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel erfolgen. 

Neben diesen Infektionswegen ist auch eine Ansteckung über Blut und Blutprodukte möglich. So können sich Drogenabhängige beispielsweise auch über mehrmals benutztes Spritzbesteck anstecken. Eine Übertragung auf diesem Weg ist jedoch eher selten der Fall. 

Hepatitis A: Erste Anzeichen 

Die ersten Anzeichen einer Hepatitis A-Infektion machen sich etwa zwei bis sieben Wochen nach der Ansteckung bemerkbar. Zunächst treten unspezifische Symptome wie eine Erhöhung der Körpertemperatur, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Juckreiz und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auf. Zudem kann es zu Schmerzen im rechten Oberbauch kommen. In einigen Fällen treten jedoch auch gar keine oder sehr schwache Symptome auf, sodass die Erkrankung unbemerkt verläuft.

Gelbsucht als Symptom

Im weiteren Verlauf einer Hepatitis A-Erkrankung können sich dann die typischen Symptome einer Gelbsucht ausbilden. Dabei verfärben sich das Innere des Auges und die Haut gelblich. Außerdem kann die Farbe des Stuhls heller, die des Urins dagegen dunkler werden. Darüber hinaus vergrößert sich bei einigen Patienten die Milz deutlich. Eine Gelbsucht deutet generell darauf hin, dass eine Schädigung der Leber vorliegt. 

Bei Personen mit bestimmten Vorerkrankungen kann die Infektion zu einer starken Einschränkung der Leberfunktion führen. Dies gilt insbesondere für Patienten mit einer chronischen Hepatitis B- oder C-Infektion sowie einer bereits geschädigten Leber. Im schlimmsten Fall kann bei ihnen eine Lebertransplantation nötig werden. 

Diagnose durch Bluttest

Um festzustellen, ob eine Infektion mit dem Hepatitis A-Virus vorliegt, wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Dabei sind vor allem Veränderungen der Leberwerte wie Bilirubin, Gamma-GT, GOT oder GPT von Bedeutung. Sicher sein, dass wirklich eine Hepatitis A-Infektion vorliegt, kann man jedoch erst, wenn spezifische Antikörper gegen das Virus im Blut des Patienten festgestellt werden. Daneben ist es auch möglich, Teile des Virus oder des Erbgutes im Stuhl nachzuweisen. Diese Methode wird heute jedoch nur noch selten angewendet. 

Bei Hepatitis A handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung. Das bedeutet, dass der Arzt dem regionalen Gesundheitsamt bei Verdacht, Nachweis der Erkrankung und beim Tode des Patienten Meldung erstatten muss. Die Gesundheitsämter leiten die Daten dann an das Robert-Koch-Institut weiter, wo sie gesammelt und ausgewertet werden. 

Behandlung der Erkrankung

Eine spezielle Behandlung zur Bekämpfung des Hepatitis A-Virus gibt es bislang nicht. Im Gegensatz zu Hepatitis B und C heilt die Erkrankung in der Regel innerhalb von einigen Wochen von selbst ab und nimmt nie einen chronischen Verlauf. Auch schwere Komplikationen sind selten, können jedoch insbesondere bei Erwachsenen auftreten. Dabei kann es zu Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Herzmuskulatur sowie der Lunge kommen. Diese Entzündungen können unter Umständen lebensbedrohlich sein. 

Bei einer akuten Infektion ist es wichtig, die Leber so gut wie möglich zu schonen. Verzichten Sie deswegen unbedingt auf Alkohol, da dieser die Leber stark belastet. Ebenso sollten Sie möglichst keine Medikamente einnehmen. Ist eine Einnahme von Medikamenten zwingend notwendig, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt Rücksprache halten. Im Rahmen der täglichen Ernährung empfiehlt es sich, für die Dauer der Erkrankung auf sehr fettige Lebensmittel zu verzichten.

Wenn Sie sich mit dem Virus angesteckt haben, ist eine sorgfältige Hygiene wichtig, um eine Übertragung des Erregers auf andere Personen zu vermeiden. Benutzen Sie wenn möglich eine eigene Toilette oder waschen Sie sich zumindest nach jedem Toilettengang gründlich die Hände. Schulen oder andere Gemeinschaftseinrichtungen dürfen erst wieder besucht werden, wenn keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. 

Vorsicht bei ungekochten Lebensmitteln

In Ländern mit niedrigen Hygienestandards und einem erhöhten Risiko für eine Hepatitis A-Infektion sollten Sie bei der Ernährung einige Grundregeln beachten, um einer Ansteckung mit dem Hepatitis A-Virus vorzubeugen. 

  • Trinken Sie nur abgekochtes Leitungswasser oder Wasser aus abgepackten, ungeöffneten Flaschen. Verwenden Sie auch nur solches Wasser zum Zähneputzen und achten Sie beim Duschen darauf, dass Sie kein Wasser in den Mund bekommen. 
  • Verzichten Sie auf Eiswürfel in Getränken. Auch Speiseeis sollten Sie sicherheitshalber nicht zu sich nehmen. 
  • Meiden Sie ungekochte Lebensmittel wie Salat, Obst oder Gemüse, es sei denn, Sie können die entsprechenden Lebensmittel schälen.
  • Essen Sie keine rohen oder ungenügend gekochten Meeresfrüchte. 

Impfung bietet sicheren Schutz

Der sicherste Weg, einer Hepatitis A-Infektion vorzubeugen, ist jedoch eine Impfung. Bei Hepatitis A sind zwei Impfungen im Abstand von etwa sechs Monaten nötig. Danach ist man für mindestens zwölf Jahre geschützt. Eine Auffrischung des Impfschutzes sollte frühestens nach zehn Jahren erfolgen. 

Die Hepatitis A-Impfung gilt allgemein als gut verträglich. Teilweise können harmlose Nebenwirkungen wie Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle auftreten. Zudem können sich allgemeine Krankheitssymptome wie Abgeschlagenheit oder Magen-Darm-Beschwerden bemerkbar machen. Genauere Informationen zur Hepatitis A-Impfung erhalten Sie hier.

Aktualisiert: 18.12.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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