Hepatitis C – Symptome und Übertragung

Mann mit Hepatitis C betrachtet gelbes Auge im Spiegel
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Die Hepatitis C ist eine durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) ausgelöste Entzündung der Leber, die als akute oder chronische Form auftreten und zu einer Funktionseinschränkung der Leber führen kann. Zu den gefürchteten Komplikationen zählt beispielsweise die Leberzirrhose (Schrumpfleber), in der Regel ist die Leberentzündung mit der entsprechenden Behandlung aber gut heilbar. Wie man sich mit Hepatitis C anstecken kann, an welchen Symptomen man leidet und welche Therapie wirksam ist, erfahren Sie in dem folgenden Artikel.

Was ist Hepatitis C?

Bei der Hepatitis C handelt es sich um eine virale Leberentzündung. Dies bedeutet, dass die Krankheit von Viren ausgelöst wird. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Arten dieser Leberentzündung, die einen Virus zur Ursache haben, der Typ C ist eine davon. Dabei kann die genetische Zusammensetzung des Hepatitis-C-Virus, der sogenannte Genotyp, variieren.

In Deutschland sind etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert, weltweit betrifft dies etwa 1 Prozent aller Menschen. Da die Leberentzündung häufig chronisch verläuft und sowohl eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) als auch Leberkrebs zu Folge haben kann, sowie die Therapiekosten hoch sind, stellt die Krankheit weltweit – und besonders in ärmeren Ländern – ein großes Problem dar.

Es können zwei Verlaufsformen unterschieden werden: die akute und chronische Hepatitis C. Beide Formen können mit Funktionseinschränkungen der Leber einhergehen.

Vor allem die chronische Hepatitis C kann im Verlauf zu einer Zerstörung der Leber führen sowie unbehandelt die Entstehung einer Leberzirrhose (Schrumpfleber durch eine unumkehrbare Vernarbung der Leber) begünstigen. Ein weiteres Risiko ist die Bildung eines Hepatozellulären Karzinoms (Leberkrebs).

Ist Hepatitis C ansteckend?

Ohne Therapie ist die Hepatitis C ansteckend und kann übertragen werden. Anhand der Menge an Virus-Bestandteilen im Blut, der sogenannten Viruslast, kann die Infektiosität abgeschätzt werden. Solange Virus-Bestandteile nachweisbar sind, besteht grundsätzlich die Gefahr der Ansteckung und Übertragung.

Wie wird Hepatitis C übertragen?

Es gibt verschiedene Mechanismen, wie die Krankheit übertragen wird. Im Folgenden werden einige genannt:

  • durch Benutzung kontaminierter Nadeln, wie zum Beispiel bei Drogenkonsum, beim Piercen oder Tätowieren
  • bei Verletzungen durch kontaminierte Nadeln, wie zum Beispiel bei medizinischem Personal
  • bei Transplantationen von Organen, Bluttransfusionen und speziellen Blutreinigungsverfahren (durch die Einführung der diagnostischen Testung aller Blutprodukte ist dies seit 1991 kein wesentlicher Übertragungsweg mehr)
  • bei der Geburt – von der infizierten Mutter mit hoher Viruslast auf das neugeborene Kind
  • sexuell (seltener im Vergleich zu HIV oder Hepatitis B)

Das Hepatitis-C-Virus kann je nach Viruslast auch in Körperflüssigkeiten wie etwa Speichel und Schweiß vorhanden sein. Allerdings ist die Ansteckung über diese sehr unwahrscheinlich.

Da es verschiedene genetische Zusammensetzungen des HCV gibt, kann man sich auch nach einer durchgemachten Infektion erneut mit einem anderen Genotyp des Virus anstecken.

Symptome: Wie erkenne ich, dass ich Hepatitis C habe?

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zu Beginn der Erkrankung, beträgt in der Regel acht Wochen. In seltenen Fällen kann die Zeitspanne auch kürzer ausfallen.

Nur etwa 20 Prozent der akut infizierten Personen entwickeln Symptome. Dazu gehören:

  • eine Gelbfärbung des Körpers und vor allem der Augen
  • Bauchschmerzen und Übelkeit
  • Abgespanntheit, Erschöpfung, Mattigkeit und Müdigkeit
  • Gelenk- und Muskelschmerzen

Die restlichen 80 Prozent der Infizierten weisen keine Symptome auf.

Insgesamt entwickeln etwa 50 bis 85 Prozent der Betroffenen eine chronische Hepatitis C. Diese kann mit Abgespanntheit, Erschöpfung, Mattigkeit und Müdigkeit einhergehen. Im Verlauf von Monaten oder Jahren kann die chronische Hepatitis C auch zu Erkrankungen außerhalb der Leber führen. Diese können zum Beispiel die Gelenke, Muskeln, Haut und Blut sowie Blutgefäße betreffen. Des Weiteren können auch die Speicheldrüse, Schilddrüse und die Niere beeinträchtigt sein. Eine weitere mögliche Folge ist der Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit).

Diagnose der Hepatitis C

Bei Verdacht auf eine Hepatitis-C-Infektion kann in der ärztlichen Sprechstunde anhand einer Blutprobe ein Suchtest auf Antikörper (Anti-HCV-Test) gemacht werden. Dieser kann sowohl bei akuter, chronischer, als auch bei einer bereits abgeheilten Infektion positiv sein.

Der Suchtest ist jedoch nicht immer aussagekräftig, zum Beispiel bei einer Immunsuppression, HIV-Infektion oder Personen mit regelmäßiger Dialyse. In solchen Fällen empfiehlt sich die direkte Bestimmung der Virus-Bestandteile im Blut mittels eines PCR-Tests. Der PCR-Test wird auch einem positiven Suchtestergebnis angeschlossen und bei Verdacht auf eine akute Infektion direkt durchgeführt. Er ist außerdem wichtig zur Therapieplanung.

Hepatitis C ist meldepflichtig, bereits bei Krankheitsverdacht muss daher eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen, um weitere Übertragungen zu verhindern.

Kann man Hepatitis C heilen?

Jede Person mit einer akuten oder chronischen Hepatitis C sollte sich therapieren lassen. Selbst im Falle der chronischen Erkrankung ist eine Heilung in mehr als 90 Prozent der Fälle möglich.

Die Heilungschancen hängen maßgeblich vom Genotyp des Hepatitis-C-Virus ab sowie davon, ob als Komplikation der Leberentzündung bereits eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) entstanden ist – diese ist nicht heilbar, durch rechtzeitige und adäquate Behandlung kann jedoch eine ausreichende Leberfunktion erhalten werden.

Da in manchen Fällen auch eine spontane Heilung möglich ist, kann unter Umständen auf die Therapie verzichtet werden. Allerdings ist dies eine Einzelfallentscheidung und sollte mit dem*der behandelnden Mediziner*in gründlich besprochen werden.

Als geheilt gilt man bei einem "dauerhaften virologischen Ansprechen", der sogenannten Sustained virological Response (SVR). Dieser Wert spiegelt das Ansprechen auf die Therapie wider. Dieser Fall tritt ein, wenn drei Monate nach Therapieende keine Virusbestandteile mehr in der Blutprobe nachweisbar sind.
Dies sollte auch im weiteren Verlauf alle drei bis sechs Monate geprüft werden.

Behandlung mit Medikamenten

Früher wurden für die Therapie Präparate mit Interferon und Ribavarin benutzt. Diese führten allerdings zu erheblichen Nebenwirkungen. Heutzutage besteht die Standardtherapie aus direkt antiviral wirkenden Substanzen (DAA). In der Regel dauert die Medikamenteneinnahme etwa acht bis zwölf Wochen.

Vor Beginn der Therapie und alle vier Wochen in deren Verlauf sollten Laborkontrollen der Leberwerte erfolgen. Dabei sollte auch geprüft werden, ob zusätzlich andere Leberentzündungen, wie die Hepatitis B, vorliegen. Zur Überprüfung der Therapiewirksamkeit sollte auch die Anzahl der Virusbestandteile im Verlauf bestimmt werden.

Ein dauerhaftes Ansprechen auf die antiviralen Medikamente kann auch bei einer fortgeschrittenen chronischen Hepatitis C zu einer normalen Lebenserwartung führen.

Da in Deutschland die neuen Hepatitis-C-Medikamente unter Patentschutz stehen, sind die Kosten für die Therapie sehr hoch. Daher sollte vor Therapiebeginn die Kostenübernahme mit der Krankenkasse geklärt werden, denn mitunter erstatten die Kassen nur die Kosten für bestimmte Medikamente.

Vorbeugung: Impfung gegen Hepatitis C?

Eine Impfung gegen das Hepatitis-C-Virus ist im Vergleich zu anderen Hepatitis-Formen, etwa der Hepatitis A oder B, nicht vorhanden.

Maßnahmen zur Vorbeugung einer Hepatitis-C-Infektion bestehen aus der Behandlung infizierter Personen, um so das Übertragungsrisiko zu senken, sowie in der Kontaktvermeidung zu möglichen Hepatitis-C-Quellen. Dazu gehört zum Beispiel der Schutz vor Nadelstichverletzungen, Desinfektion von Medizinprodukten oder die Beratung und Aufklärung von Drogenkonsumierenden, die zum Gebrauch der Drogen Injektionsnadeln verwenden.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
B17.1, B18.2

Aktualisiert: 03.01.2022 - Autor: Sonja Dragan-Sassler

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