Gürtelrose

Gürtelrose: Typisches Aussehen der Haut © istockphoto, RosicaSabotanova

Die Gürtelrose kann zwar in jedem Lebensalter auftreten, befällt jedoch meistens Menschen jenseits der Lebensmitte. Das die Gürtelrose auslösende Virus (Varicella-zoster) verursacht während der Kindheit die Windpocken und verbleibt dann verborgen in den Nervenbahnen. Unter bestimmten Bedingungen kann es wieder reaktiviert werden – es kommt zu einer Gürtelrose. Die Gürtelrose, der Fachmann spricht von Herpes zoster, ist eine akute, auf bestimmte Regionen beschränkte Infektion, die mit stark infektiösen Bläschen und Schmerzen einhergeht.

Von Windpocken zur Gürtelrose

Die Erstinfektion mit dem Varicella-zoster-Virus erfolgt meist im Kindesalter und äußert sich als stark juckende Windpocken. Da die Viren sehr infektiös sind, ist auch die Durchseuchungsrate sehr hoch: nach dem elften Lebensjahr haben 94 Prozent der Bevölkerung diese Infektion durchgemacht.

Die Windpocken verschwinden nach überstandener Erkrankung jedoch nicht vollständig aus dem Körper. Einige bleiben – sozusagen "schlafend" und vom Immunsystem in Schach gehalten – lebenslang in den Ganglienzellen der Nervenbahnen.

Unter bestimmten Bedingungen können die Viren wieder aktiviert werden und zur unangenehmen Gürtelrose führen. Je nachdem, welche Nervenbahnen betroffen sind, zieht sich die Zosterinfektion halbseitig und gürtelförmig von der Wirbelsäule um den Körper, daher auch der Name Gürtelrose.

Gürtelrose: Ursachen

Die Ursachen einer Reaktivierung der Viren sind normalerweise unbekannt, aber es scheint, dass mit zunehmendem Alter oder zum Beispiel bei starkem Stress der Immunstatus herabgesetzt wird – das Virus kann dann entlang der Nervenbahnen in die Haut zurückwandern und Gürtelrose auslösen.

Auch ein geschwächtest Immunsystem aufgrund einer Erkrankungen sowie intensive UV-Strahlung können die Entstehung einer Gürtelrose begünstigen.

Typische Symptome bei Gürtelrose

Die Infektion macht sich zunächst als brennende, juckende oder stechende Schmerzen bemerkbar.

Der typische Hautausschlag als eines der Symptome erscheint erst später – etwa 1 bis 3 Tage nachdem das Virus die Haut erreicht hat. Dieser Ausschlag besteht aus roten Flecken auf der Haut und kleinen Bläschen, die eine virusbelastete, infektiöse Flüssigkeit enthalten.

Die akute Krankheitsphase bei Gürtelrose kann außerdem folgende Symptome aufweisen:

  • allgemeine Ermüdung
  • Kopfschmerzen
  • Fieber 

Nach weiteren 3 bis 5 Tagen brechen die Bläschen auf und bilden allmählich Krusten, die nach 2 bis 3 Wochen abfallen. Eine Gürtelrose heilt in den meisten Fällen wieder folgenlos aus.

Gürtelrose: Behandlung frühzeitig starten

Die frühzeitige Behandlung der Gürtelrose ist wichtig, um den Viren möglichst früh Einhalt zu gebieten und einer weiteren Schädigung der Nerven – der sogenannten Postzoster-Neuralgie – vorzubeugen.

Wird bei über 50-Jährigen und bei Befall im Kopf- oder Halsbereich eine frühzeitige Behandlung verpasst, kann dies zu monatelang anhaltenden chronischen Schmerzen führen. Deshalb sollten Sie bei Verdacht auf eine Gürtelrose umgehend einen Arzt zur Behandlung aufsuchen.

Die sofort eingeleitete Akut-Behandlung besteht aus zwei Säulen:

  1. Zum einen aus der Medikation mit antiviralen Medikamenten.
  2. Zum anderen aus der konsequenten Behandlung der Schmerzen, die die Gürtelrose verursacht.

Eine rasche Virushemmung ist die Basis zum Vermeiden von Komplikationen bei einer Gürtelrose. Schnelle Schmerzbefreiung in den ersten Tagen kann einer postzosterischen Neuralgie als Folge einer Gürtelrose vorbeugen.

5 Fakten über Gürtelrose (Infografik)

5 Fakten über Gürtelrose – © istockphoto, SneSivan

Gürtelrose: Postzosterische Neuralgie (PZN)

Vor allem ältere Menschen können noch Monate oder sogar Jahre Schmerzen an den von Gürtelrose betroffenen Stellen spüren, die schwer zu behandeln sind und chronifizieren können. Man spricht dann nicht mehr von Gürtelrose, sondern von einer postzosterischen Neuralgie (PZN). Sind die Schmerzen erst einmal chronisch geworden, so lassen sie sich oft nur noch schwer beeinflussen.

Das Risiko für diese Komplikation als Folge einer Gürtelrose steigt mit zunehmendem Alter. Nach einer Faustregel entspricht das Lebensalter etwa dem prozentualen Risiko. Eine postzosterische Neuralgie (PZN) kann im schlimmsten Fall sogar lebenslang fortbestehen und ist für die Betroffenen zum Teil unerträglich.

Impfung gegen Gürtelrose

Seit 2013 ist in Deutschland ein Impfstoff gegen Herpes Zoster zugelassen. Der Lebendimpfstoff ist unter dem Handelsnamen Zostavax® für Menschen ab 50 Jahren verfügbar. Die Impfung reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Gürtelrose-Infektion und senkt das Risiko für schwere Verläufe der Erkrankung, wobei die Schutzwirkung mit steigendem Alter abnimmt.

Ein weiterer Impfstoff, der seit 2017 in den USA zugelassen ist, trägt den Handelsnamen Shingrix® und ist ein sogenannter rekombinanter Totimpfstoff, der unter anderem auf einem Antigen des Varicella-zoster-Virus basiert.

Sollten Sie an einer Impfung gegen Gürtelrose interessiert sein, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, ob eine solche Impfung für Sie infrage kommt.

Ansteckend ist Gürtelrose übrigens nur für Menschen, die keine Windpocken hatten. Bei direktem Kontakt mit dem Sekret der Bläschen ist es möglich, dass es in der Folge zu einem Ausbruch der Windpocken kommt. Eine Impfung gegen Windpocken als Kind schützt jedoch nicht davor, sich im Alter anzustecken und in der Folge Gürtelrose zu bekommen.

Aktualisiert: 26.04.2018

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