Pilze: Pilzinfektionen (Mykosen)

Pilze sind gut darin, sich ihren Umgebungsbedingungen anzupassen. Trotzdem bevorzugen sie meist ein bestimmtes Milieu. Besonders gern haben sie es feucht, warm und dunkel. Gerade in Europa lösen sie in der Regel erst dann eine Infektion aus, wenn eine Vorschädigung, Erkrankung oder Abwehrschwäche des Wirts vorhanden ist. Dies wird fachsprachlich auch als "fakultativ pathogen" bezeichnet.

In anderen Breiten wie Afrika oder Südamerika finden sich allerdings auch aggressive Pilzarten wie die Histoplasmen, die auch bei Gesunden zur Erkrankung führen ("obligat pathogen").

Lokale Mykosen und Systemmykosen

Grob lassen sich zwei Formen von Pilzinfektionen unterscheiden: Zum einen die eher oberflächliche lokale Mykose von Haut und Schleimhäuten, zum anderen die systemische Mykose, also der Befall innerer Organe:

  1. Lokale Mykosen: Häufigster Vertreter ist der Fuß- und Nagelpilz (vor allem durch Dermatophyten). Er wird von Mensch zu Mensch übertragen, meist durch Sporen in den kleinen Hautschuppen, die jeder verliert. Deshalb infiziert man sich besonders häufig dort, wo man barfuß läuft und ein für Pilze angenehmes Klima herrscht, also Schwimmbad, Sauna und (Hotel-)Dusche. Besonders gefährdet sind Personen mit vorgeschädigter Haut oder Abwehrschwäche.
  2. Systemmykosen: Systemmykosenwerden durch Hefe- oder Schimmelpilze ausgelöst und befallen häufig den Magen-Darm-Trakt, Lunge oder sogar das Gehirn.

Die häufigsten Arten von Systemmykosen

In Europa am häufigsten sind:

  • Candida albicans: Bei etwa der Hälfte der Bevölkerung lassen sich diese Hefepilze im Magen-Darm-Trakt nachweisen. Ist die Abwehr geschwächt, können sie sich ausbreiten und Beschwerden verursachen. Das Krankheitsbild wird auch als Soor bezeichnet. Gefährdet sind zum Beispiel Diabetiker, Patienten mit Darmerkrankungen oder Personen die bestimmte Medikamente (manche Antibiotika, Kortison) einnehmen müssen. An den befallenen Stellen zeigen sich weiße Beläge – so zum Beispiel im Mund und Rachen, in der Speiseröhre, in der Scheide oder – bei Säuglingen – im Windelbereich.
  • Aspergillus ("Strahlenpilz") bildet Gifte in verschimmelten Lebensmitteln (Aflatoxine), löst zum Beispiel bei Aids-Patienten schwere Krankheitsbilder aus. Auch nach Knochenmark- und Organtransplantationen oder bei Leukämie kommt die Erkrankung vermehrt vor. Es besteht die Gefahr, einer Pilzsepsis, also eine Überschwemmung des gesamten Organismus mit den im Blut vorhandenen Erregern.
  • Cryptococcus neoformans ist weit verbreitet, vor allem in Vogelkot und Blumenerde, wird mit dem Staub eingeatmet und kann sich bei Schwerkranken im ganzen Körper, besonders im Gehirn ausbreiten.

Aktualisiert: 27.07.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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