Hand-Fuß-Mund-Krankheit – was steckt dahinter?

Ausschlag an den Händen bei Hand-Fuß-Mund-Krankheit © istockphoto, lolostock

Wer Kinder hat, dem dürfte der Begriff Hand-Fuß-Mund-Krankheit sicher schon einige Male zu Ohren gekommen sein: Hierbei handelt es sich nämlich um eine Infektionskrankheit, von der meist Kinder unter zehn Jahren und vor allem Kindergartenkinder betroffen sind. Allerdings kann sie auch Erwachsene betreffen. Weil die Infektionskrankheit höchst ansteckend ist und sich bei unzureichenden Hygienemaßnahmen nahezu epidemisch ausbreiten kann, ist das schnelle Erkennen und Behandeln sehr wichtig. Wie Sie die Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit richtig deuten und bestmöglich reagieren, erläutern wir in diesem Artikel.

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt es sich um eine Viruserkrankung, die als hochgradig ansteckend gilt. Die oft auch als "falsche Maul- und Klauenseuche" oder Hand-Fuß-Mund-Exanthem bezeichnete Infektionskrankheit kommt weltweit vor, häuft sich aber vor allem im asiatischen Raum zu regelrechten Epidemien.

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr sind in der Regel Kinder in Kindergärten, Spielgruppen und Schulen, aber auch Kindertagesstätten betroffen – bei Erwachsenen und vor allem Menschen mit schwächerem Immunsystem kommt die Krankheit aber auch oft vor. Gehäuft tritt die Infektionskrankheit übrigens im späten Sommer oder Herbst auf.

Rechtzeitiges Erkennen vermeidet Ausbreitung

Meist verläuft die Krankheit harmlos und bei Erwachsenen oft sogar ohne Symptome. In seltenen Fällen kann sie allerdings auch einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf nehmen, der zu Schädigungen des Nervensystems führen kann.

Zwar gilt die Krankheit im Grunde als harmlos, dennoch ist es sehr wichtig, die Symptome schon früh richtig zu deuten und entsprechend auf die Krankheit zu reagieren – sonst kommt es in Einrichtungen wie Kindergärten schnell zu einer hohen Dichte der ansteckenden Erreger, sodass die Ansteckungsgefahr unnötig erhöht wird.

So deutet man die Symptome richtig

Das frühe Erkennen der Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann dabei helfen, die Viren in öffentlichen Einrichtungen auf ein Minimum zu reduzieren, sodass die Ansteckungsgefahr für andere Kinder und Erwachsene nicht zu hoch ist. Gerade Säuglinge unter den Geschwistern gilt es durch die richtige Reaktion auf die Krankheit zu schützen. Doch woran erkennen Sie die Hand-Fuß-Mund-Krankheit eigentlich?

Schon nach einer kurzen Inkubationszeit macht sich die Hand-Fuß-Mund-Krankheit durch Beschwerden bemerkbar, die zunächst wie eine herkömmliche Grippe aussehen. Es kann Fieber auftreten, aber auch Gliederschmerzen oder vollkommene Appetitlosigkeit sind bei der Infektionskrankheit normal.

Kurz darauf treten dann die für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit typischen Symptome auf, und zwar – wie es der Name schon andeutet – vermehrt an den Händen, Füßen und dem Mundraum.

Ausschlag an Händen, Füßen und Mund

Vor allem auf der Zunge, an der Mundschleimhaut und auch am Zahnfleisch entwickelt sich ein Ausschlag, der aus roten Pünktchen und Bläschen besteht. Diese erweisen sich in der Regel als schmerzhaft und machen sich um den Mund herum auch oft durch einen starken Juckreiz bemerkbar.

Fast zur selben Zeit kann dieser Ausschlag auch an den Händen und Füßen auftreten. Zunächst wirkt er durch rötliche Flecken an den Fußsohlen und Handinnenflächen noch harmlos, dann setzt aber auch hier schnell der Juckreiz und Schmerz durch die Bläschen ein. Diese sind mit einem Sekret gefüllt, welches die Erreger enthält.

Neben den typischen Stellen kann der Ausschlag auch am Po, an Ellenbogen und Knien oder im Genitalbereich oder anderen Körperstellen auftreten.

Typischer Verlauf der Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Dieser typische Krankheitsverlauf bietet Ihnen einen Überblick über häufige Symptome und deren Dauer. So ermöglicht er es Ihnen, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit richtig als solche zu erkennen:

  • etwa drei bis zehn Tage nach der Ansteckung: Grippeähnliche Beschwerden wie Fieber und Gliederschmerzen
  • ein bis zwei Tage nach den ersten Symptomen: Ausschlag am und im Mund bildet sich, danach an Händen und Füßen – schmerzhafte Bläschen auf der Zunge, im Mundraum, um den Mund und am Körper schließen die Ausschlag-Bildung ab
  • nach sieben bis zehn Tagen: Ausschlag klingt langsam ab, die Bläschen beginnen zu heilen

So wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit behandelt

Die Überträger der Krankheit, also Viren, können nicht mit Medikamenten behandelt werden, da es keine Medikamente gegen die auslösenden Viren gibt. Einmal im Körper, bringen die Viren die Krankheit in Gang, sofern keine ausreichende Immunabwehr besteht. Die Krankheit verläuft allerdings auch in den meisten Fällen sehr harmlos, insbesondere bei Erwachsenen.

Stattdessen konzentriert man sich in Fällen der Hand-Fuß-Mund-Krankheit darauf, die teilweise schmerzhaften und unangenehmen Symptome so gut wie möglich zu lindern – aus diesem Grund ist es wichtig, den Ausschlag schon so früh wie möglich vom Arzt diagnostizieren zu lassen. Hierfür ist in der Regel lediglich ein Anamnesegespräch nötig, dazu eine körperliche Untersuchung. Sind die Symptome unklar oder das Krankheitsbild stärker ausgebildet, dann können unter Umständen weitere Untersuchungen nötig sein, zum Beispiel eine Blutprobe oder Stuhlprobe.

Verschrieben werden meist schmerzlindernde Mittel, die auch das Fieber senken können, beispielsweise Paracetamol. Ansonsten hilft eine äußerlich anwendbare Salbe auf pflanzlicher Basis (wie beispielsweise mit Kamille), die Schmerzen und den Juckreiz zu lindern. Zur Behandlung der Schmerzen im Mund hat sich eine Tinktur oder Spülung mit Lidocain bewährt.

Wie wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit übertragen?

Schuld an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind verschiedene Enteroviren, die als Erreger nahezu überall vorhanden sind und das ganze Jahr über zu einer Infektion führen können. Die Erreger werden direkt von Mensch zu Mensch übertragen, und zwar über Körperflüssigkeiten und -ausscheidungen wie Speichel-Tröpfchen beim Husten und Niesen, den Stuhlgang, aber auch das Sekret aus den Bläschen des Ausschlags.

Die Inkubationszeit beträgt bei der Krankheit drei bis zehn Tage – in dieser Zeit vermehren sich die Viren sehr stark, man ist höchst ansteckend.

Aber auch nach der ersten Woche des Krankheitsverlaufs und sogar nach Abklingen der Symptome können Betroffene noch sehr ansteckend sein: Die Viren werden nämlich auch durch den Stuhl des Betroffenen mehrere Wochen lang ausgeschieden. Gerade das Badezimmer ist in Sachen Hygiene daher nicht zu vernachlässigen: Armaturen wie Waschbecken, Wasserhähne und Co. können die Erreger weitergeben.

Hygienemaßnahmen verhindern Ausbreitung

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind oder Sie selbst an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit leiden, sollten Sie nicht nur einen Arzt aufsuchen, sondern auch auf eine gründliche Hygiene achten. Die Krankheit wird sowohl durch Tröpfchen- als auch Schmierinfektion übertragen, sodass Hygiene eine wichtige Rolle bei der Eindämmung spielt.

Ist Ihr Kind an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkrankt, sind Sie auch bei Immunität ein potenziell hochansteckender Überträger der Krankheit, da Sie die Viren weitergeben können. Daher ist es auch für Personen aus der Umgebung eines Infizierten dringend anzuraten, die Hygiene nicht zu vernachlässigen.

Aus diesem Grund sollten sich Erwachsene eine Krankschreibung vom Arzt auch dann geben lassen, wenn das eigene Kind krank, man selbst aber nicht betroffen ist – gehen Erwachsene als potenzielle Überträger arbeiten, könnte sich der Virus ausbreiten. Gerade weil Erwachsene kaum Symptome zeigen und die Krankheit so bei ihnen eher unbemerkt bleibt, sind Vorsichtsmaßnahmen von hoher Bedeutung.

7 Fragen und Antworten zur Hand-Fuß-Mund-Krankheit – was Sie noch wissen sollten

Ob zur Dauer der Krankheit, zum Verlauf und zu Symptomen – Fragen zur Hand-Fuß-Mund-Krankheit entstehen bei Eltern und Betroffenen immer wieder und sollten nicht unbeantwortet bleiben. Daher möchten wir Ihnen in diesem Artikel auch Antworten auf häufig gestellte Fragen mitgeben.

1) Wie sieht die Hand-Fuß-Mund-Krankheit aus?

Typisch für die Infektionskrankheit ist der Ausschlag mit Sekret-gefüllten Bläschen, der vor allem im und um den Mundraum auftritt, dann aber auch Hände und Füße befällt. Nicht verwechselt werden sollte er mit Mundfäule. Fäule sieht zwar ähnlich aus, ist aber nicht mit dem starken Juckreiz und dem typischen Ausschlag verbunden.

Im Verlauf der Krankheit können die Bläschen und roten Flecken auch an anderen Körperstellen auftreten, da sich das Sekret verteilt – nach einigen Tagen klingen die schmerzenden Stellen jedoch wieder ab. Wenn Sie sich unsicher sind, finden Sie online einige Bilder für das typische Aussehen des Ausschlags, mit denen Sie vergleichen können. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) liefert wichtige Informationen rund um das Thema, die Ihnen eventuell weiterhelfen können.*

Erwachsene weisen die Symptome übrigens nicht immer auf, sodass sie auch ohne Fieber und Ausschlag krank sein können. Es kann zudem sein, dass die Krankheit von Übelkeit und Durchfall begleitet wird.

2) Was tun bei Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Zunächst einmal ist bei Verdacht ein Arzt aufzusuchen. Er kann die Krankheit diagnostizieren und fiebersenkende Schmerzmittel verschreiben, die die Symptome lindern sollen.

Wer mit Hausmitteln nachhelfen möchte, kann dies sowohl als Erwachsener als auch beim Kind tun: Honig in einem lauwarmen Kamillentee beispielsweise sorgt dafür, dass die Schmerzen im Mundraum gelindert werden können und das Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.

Denn: Auch bei einer Ansteckung mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist die Gefahr einer Dehydrierung wegen des Schmerzes beim Essen und Trinken gegeben. Suppen, Joghurt und ausreichend Getränke sollten daher sowohl für Kinder als auch Erwachsene auf dem Speiseplan stehen.

3) Wie oft kann man die Hand-Fuß-Mund-Krankheit bekommen?

Ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit abgeklungen, so entwickelt man eine Immunität gegen den Erreger, der die Infektionskrankheit verursacht hat. Dieser Schutz wirkt aber nur gegen diesen einen Erreger, sodass man von anderen Erregern der Hand-Fuß-Mund-Krankheit trotzdem noch krank werden kann.

Da es hiervon einige gibt, ist die Wahrscheinlichkeit gerade bei Kindern, die häufig mit anderen Kindern in Kontakt kommen, groß. Anstecken kann man sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit also immer wieder.

4) Wie lange ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ansteckend?

Ansteckend ist man als Betroffener schon ab dem ersten Tag der Inkubationszeit für mehrere Wochen. Zwar ist in der ersten Woche des Krankheitsverlaufs die Ansteckungsgefahr für andere am größten, dennoch ist auch nach dem Abklingen der Krankheit eine Ansteckung über den Stuhl, Sekrete oder die Tröpfchenübertragung möglich. Wie lange man die Krankheit also auch hat – selbst nach ihrem Abklingen bleibt man noch einige Zeit lang ansteckend.

5) Wie wirkt sich die Krankheit auf Schwangere und Ungeborene aus?

Auch in der Schwangerschaft kann man sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit anstecken. Die Schwangere selbst bemerkt die Krankheit jedoch meist kaum, sodass diese weder schlimm, noch für die Schwangerschaft gefährlich werden sollte. Als Schwangere sollte man dennoch besonders vorsichtig sein, und der Ansteckung mit der Krankheit durch die richtige Hygiene bestmöglich vorbeugen: Denn in den Wochen um die Geburt herum könnte man für den Säugling ansteckend sein.

6) Welche Folgen hat die Hand-Fuß-Mund-Krankheit bei Babys?

Ein Baby kommt meist ebenfalls recht gut mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zurecht. Für den Säugling in seinen ersten beiden Lebenswochen ist die Infektionskrankheit jedoch etwas problematischer, da ein Säugling dieses Alters noch keine gute Immunabwehr aufrechterhalten kann und die Krankheit deshalb möglicherweise schwerer verläuft.

Schädigungen der inneren Organe sind in sehr seltenen Fällen bei einem Säugling in den ersten Lebenswochen möglich. Ein Nestschutz besteht in dieser Hinsicht also nicht.

7) Ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in Deutschland meldepflichtig?

Nein, meldepflichtig ist die Krankheit hierzulande nicht. Dennoch sollten Sie dem betreffenden Kindergarten, in der Schule oder auch Ihrem Arbeitgeber Bescheid geben, um andere Eltern oder Kollegen mit Kindern rechtzeitig zu warnen. Als möglicher Überträger der Hand-Fuß-Mund-Krankheit sollten Sie möglichst mit Ihrem Kind zuhause bleiben und auch auf der Arbeit auf eine gründliche Hygiene achten, damit die Krankheit eingedämmt werden kann.

Quellen und weitere Informationen

* Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber: Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK).

Aktualisiert: 27.03.2019 – Autor: Maria Lengemann

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?