RSI-Syndrom – Mausarm durch Computer

Hand bedient Maus © rawpixel

Das RSI-Syndrom wird oftmals auch als Mausarm oder Sekretärinnenkrankheit bezeichnet – diese Namen deuten bereits an, was hinter der Krankheit steckt. Gerade jetzt, wenn Sie diesen Text lesen, führen Sie vermutlich eine sehr einseitige Bewegung aus: Die Hand umschließt die Maus, einzig der Zeigefinger krümmt sich, drückt auf die linke Maustaste, klick, entspannt kurz, krümmt sich, klick, und das immer so weiter. Bei vielen Menschen, die täglich vor dem Bildschirm arbeiten, geht das tausend Mal so. Schmerzen in Hand, Arm, Schulter und Nacken können eine Folge vom monotonen Arbeiten mit der Computermaus sein. Ursache ist fast immer eine schlechte Haltung kombiniert mit Stress, denn der PC verordnet von sich aus keine Pausen. Aber man kann vorbeugend etwas gegen das RSI-Syndrom tun.

Falsche Haltung als Auslöser des Mausarms

Liegt die Maus zu weit vom Körper weg, stellen sich irgendwann Schmerzen ein, zum Beispiel wenn der Arm allzu sehr gestreckt wird. Das ist auch dann der Fall, wenn man scheinbar entspannt im Stuhl zurückgelehnt im Internet surft. Dabei wird nämlich die Schulter-Arm-Muskulatur dauerhaft belastet. Je weiter man sich zurücklehnt, desto stärker werden Ellenbogen und Handgelenk belastet.

Viele lassen die Maus gar nicht mehr los, um möglichst schnell wieder klicken zu können. Oftmals nehmen Menschen anfängliche leichte Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit nicht ernst, obwohl daraus Dauerschäden entstehen können. So führt die chronische Über- oder Fehlbelastung auf Dauer zum RSI-Syndrom.

RSI-Syndrom immer verbreiteter

Arbeitswissenschaftler erwarten zukünftig eine erhebliche Zunahme von Beschwerden, die unter dem Namen RSI, die Abkürzung für Repetitive Strain Injury (wiederholte Belastungs-Verletzung) bekannt ist.

Dazu zählen neben dem Mausarm im weitesten Sinne alle Skelett- und Muskelerkrankungen sowie Sehstörungen, die durch Monitore verursacht werden. Mehr als 60 Prozent der Menschen, die täglich über drei Stunden am PC arbeiten, klagen über Beschwerden.

Symptome: Mehr als Schmerzen im Arm

Bei RSI-Symptomen handelt es sich sehr häufig um nicht mehr heilbare Mikro-Verletzungen und Gewebsveränderungen, die Muskeln, Sehnen, Nerven oder Gelenke betreffen können. Die Symptome können im Arm, den Händen und Fingern, dem Nacken oder den Schultern auftreten und sich als Störungen wie leichten Schmerzen, Kraftlosigkeit und Verspannungen bis hin zu Sehnenscheidenentzündung oder Überbein äußern.

Zu den häufigsten Symptomen des Mausarms gehören:

  • Schmerzen
  • Kraftlosigkeit
  • Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Kältegefühl
  • eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenke (Versteifen)
  • Koordinationsstörungen

Im frühen Stadium machen sich die Symptome oft nur bei längerer Belastung bemerkbar und verschwinden bei Schonung. Fortgeschrittene, extreme Fälle von RSI erlauben erkrankten Personen kaum mehr das schmerzfreie Halten einer vollen Tasse Kaffee.

Auch die Tastatur verursacht Verkrampfungen

Aber nicht nur die Maus verursacht Probleme. Auch das Eintippen von Daten über die Tastatur kann RSI-Symptome hervorrufen. Immerhin bringen es besonders Geübte auf 230 bis zu 350 Anschläge pro Minute – diese jedoch benutzen alle Finger. Der Durchschnitts-Surfer begnügt sich mit den Zeigefingern, der ein oder andere Finger kommt gelegentlich hinzu – und schon tritt auch hier eine recht einseitige Belastung auf.

Die meist brettförmige Tastatur zwingt den Schreibenden fast immer zum falschen Sitzen. Automatisch ziehen sich die Schultern zusammen, der Schulter-Nacken-Bereich verkrampft sich. Die Sehnen in den Handgelenken wird oft zu stark umgelenkt, und das verursacht zu viel Reibung – Entzündungen sind die Folge.

Pausen und Bewegung beugen vor

Computer sind, ohne dass es jedem so bewusst ist, eine psychische Belastung, denn sie fordern grundsätzlich zum Weitermachen auf. Immer wieder gibt es Aktionen, Befehle und Fragen; beim Spielen gilt es, den nächsten Level zu erreichen – alles das wird häufig genug ohne Pausen erledigt, bis der Schmerz kommt.

Was kann man selbst dagegen tun? Ganz wichtig ist zunächst, die Haltung zu verbessern. Die Maus sollte näher zum Körper gezogen werden, man sollte sie außerdem nicht dauerhaft festhalten. Der Arm sollte entspannt aufliegen und zwischendurch mit Dehnübungen verwöhnt werden. Ganz viele Aktionen, die man mit der Maus durchführt, lassen sich auch mit Tastaturbefehlen, sogenannten Shortcuts (dt. "Abkürzungen"), erledigen. Die wichtigsten Shortcuts finden Sie unten in den Tipps.

Pausen sind das A und O, am besten mit Entspannungsübungen. Man kann sich selbst zu Bewegungs-Pausen überlisten, indem man verschiedene Bürogeräte wie Drucker möglichst weit weg vom Schreibtisch platziert, um öfter man aufstehen zu müssen. Andere Aktionen wie Telefonieren oder Lesen lassen sich stehend erledigen.

Die richtige Tastatur und Maus

Es gibt ergonomische, zweigeteilte Tastaturen, die die Anspannung im Schulter-Nacken-Bereich reduzieren. Diesen Keyboards fehlen die rechten Tastenfelder, ein Zahlenblock, den die meisten Computerbenutzer sowieso nicht benutzen, sodass mehr Platz für die Maus ist.

Die Füße unter der Tastatur sollten umgeklappt sein, damit sie möglichst flach aufliegt, denn so werden die Handgelenke nicht zu weit nach oben abgewinkelt. Und: das Zehn-Finger-System ist eine bewährte Methode gegen einseitige Belastung weniger Finger.

Auch die Maus lässt sich durch eine ergonomische Alternative ersetzen. So gibt es beispielsweise Vertikal-Mäuse oder Stift-Tablets, die eine vollkommen andere Handhaltung erlauben.

Ergonomische Arbeitsplätze zu Hause

Nicht nur im Büro, auch zu Hause sollte man auf ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze achten. Die Maxime der Ergonomie lautet: "Die Ergonomie soll ermöglichen, eine Beeinträchtigung des Menschen zu verhindern, besonders durch Ausschaltung aller Einflüsse, die die Leistungsfähigkeit verringern können oder körperliche Beeinträchtigungen verursachen können."

Allerdings gehören die so praktischen Laptops und Notebooks nicht dazu: Sie sind für eine regelmäßige Benutzung am Arbeitsplatz völlig ungeeignet. Bis auf wenige Ausnahmen erfüllen sie nämlich nicht die gesetzlichen Anforderungen an ergonomische Erfordernisse. Besonders schädlich ist die feste Verbindung zwischen Monitor und Tastatur, da sie zu Zwangshaltungen führt.

Behandlung eines Mausarms

In erster Linie sollte man einen Mausarm schonen. Je nach Stärke und Dauer der Schmerzen erfolgt die Therapie beim RSI-Syndrom zudem mit Medikamenten (Schmerzmittel oder entzündungshemmende Mittel) oder Methoden der physikalischen Medizin, wie etwa Wärme- und Kältebehandlungen oder Massagen. Auch Infrarot-Lampen oder medizinische Bewegungsbäder können zur Entspannung der Muskeln und zur Schmerzlinderung beitragen.

Die Behandlung eines Mausarms sollte aber nicht nur die Linderung der akuten Schmerzen umfassen. Zur Therapie gehört auch die Aufklärung über Arbeitsorganisation, Ergonomie, Stressmanagement und über die Funktion des Schmerzgedächtnisses. Übungen zur Muskelentspannung, Dehnung und Kräftigung sollten erlernt und in einem langfristigen Training vertieft werden. Auch Psychotherapie kann die Behandlung ergänzen.

Ziel ist es, die Arbeitshaltung und das Verhalten bei der Computerarbeit langfristig zu verbessern.

RSI-Syndrom: Heilung möglich?

Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt, ist die Aussicht auf Heilung meist gut. Ist die Krankheit jedoch bereits chronisch geworden, ist die Behandlung oft schwierig und nicht immer kann eine dauerhafte Beeinträchtigung ausgeschlossen werden.

Daher ist es ratsam, dem Entstehen der Beschwerden durch entsprechende Maßnahmen vorzubeugen und bereits beim ersten Auftreten von Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Tippen statt klicken – allgemeine Tastaturbefehle

Hier ein paar allgemeine Tastaturbefehle, damit man sich einige Mausklicks spart:

  • Fettdruck von Buchstaben: STRG+UMSCHALT+F
  • Kursivdruck von Buchstaben: STRG+UMSCHALT+K
  • Unterstreichen von Buchstaben: STRG+UMSCHALT+U
  • Kopieren des ausgewählten Textes oder Objekts: STRG+C
  • Ausschneiden des ausgewählten Textes oder Objekts: STRGL+X
  • Einfügen von Text oder eines Objekts: STRG+V
  • Rückgängigmachen des letzten Befehls: STRG+Z
  • Wiederholen des letzten Befehls: STRG+Y

Außerdem kann man sich eine Liste aller Tastaturbefehle im Hilfemenü (Taste F1) anzeigen lassen.

Aktualisiert: 01.04.2019

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