Kniegelenksarthrose – Operation

Da eine Arthrose nicht heilbar ist, müssen Hüft- und Kniegelenke häufig durch künstliche Gelenke ersetzt werden. Nach einem rund zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt folgt ein Trainingsprogramm, bei dem der Muskel wieder aufgebaut und der Umgang mit dem neuen Gelenk geübt wird. Ein künstliches Gelenk kann bis zu 20 Jahre funktionsfähig bleiben.

Operationen bei Gonarthrose

Für die operative Behandlung einer Kniegelenksarthrose stehen folgende Eingriffsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Kniegelenkspiegelung
  • Beseitigung des defekten Knorpels
  • Beinachsenkorrektur
  • Gelenkersatz

Kniegelenkspiegelung (Arthroskopie)

Die Kniegelenkspiegelung kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Über einen kleinen Hautschnitt wird dabei eine Sonde mit Kamera eingeführt. Diese überträgt Bilder aus dem Inneren des Gelenkes auf einen Bildschirm. So kann der Arzt direkt das Gelenk begutachten und Schäden feststellen.

Beseitigung des defekten Knorpels

Häufig wird der geschädigte Knorpel während der gleichen Operation behandelt. So kann zum Beispiel geschädigtes Meniskusgewebe entfernt oder Knorpelgewebe geglättet werden. Auf diese Weise lassen sich eine Reihe mechanischer Hindernisse beseitigen.

Außerdem gibt es das Verfahren, während der Gelenkspiegelung das defekte Knorpelareal anzubohren oder abzuschleifen. Dabei gelangen Knorpelvorläuferzellen in die Region des defekten Knorpelgewebes und können so genannte Faserknorpel bilden. Faserknorpel ist eine Art körpereigener Knorpel-Ersatz.

Beinachsenkorrektur (Gelenknahe Osteotomien)

Wenn bei jüngeren Patienten bis zum 50. Lebensjahr bei einer Fehlstellung der Beinachse nur der innere oder der äußere Gelenkbereich von einer Arthrose betroffen ist, kann auch die kniegelenknahe Korrektur des Achsenfehlers in Frage kommen.

Durch eine Knochenumstellung, auch Osteotomie genannt, werden die Beine gerade gestellt und die Belastung wieder auf das gesamte Knie verteilt. So soll die mechanische Beanspruchung des Kniegelenks verringert und damit das Fortschreiten der Arthrose verzögert werden.

Zunächst sägt der Arzt bei diesem Eingriff einen Knochenkeil heraus, dann wird der Knochen mit einer Metallplatte und Schrauben wieder verbunden. Die Metallteile müssen in einer weiteren Operation wieder entfernt werden.

Mögliche negative Folgen sind ein Beinlängenunterschied, eine verzögerte Knochenheilung mit Entwicklung eines sogenannten Falschgelenks (Pseudarthrose) oder eine Infektion des Metallplattenlagers. Diese Komplikationen sind jedoch relativ selten und bei circa 80 Prozent der Patienten nach Beinachsenkorrektur findet sich auch noch nach zehn Jahren ein gutes Ergebnis.

Gelenkersetzende Operationen

Gelenkersetzende Operationen bedeuten den Einsatz von Prothesen: Hier werden die zerstörten Gelenkanteile entfernt und wenn notwendig unter Korrektur einer Fehlstellung durch künstliche Gelenkteile, sogenannte Endoprothesen, ersetzt. Normalerweise gelingt es, auf diese Weise die Schmerzen zum Stillstand zu bringen, und auch die Funktion des Kniegelenks verbessert sich.

Solche Kunstgelenke können mehr als 15 Jahre im Körper bleiben, aber sich auch nach einigen Jahren lockern, daher ist der Eingriff in erster Linie für ältere Patienten mit schwerer Gonarthrose geeignet. Bei jüngeren Patienten ist sie nur dann empfehlenswert, wenn wegen starker Schmerzen alternativ nur eine Kniegelenkversteifung in Frage käme.

Mögliche zukünftige Verfahren

Problematisch ist bei vielen bisherigen operativen Verfahren die geringere Belastbarkeit im Vergleich mit dem ursprünglichen, gesunden Knorpel. Daher wurden Operationsverfahren entwickelt, die den Defekt im Knie mit gesundem Knorpel decken sollen.

Diese Operationstechniken gehören jedoch noch nicht zu den Standardverfahren zur Behandlung der Arthrose. Hierbei handelt es sich um die osteochondrale und die autologe Chondrozyten-Transplantation.

Osteochondrale Transplantation

Als osteochondrale Transplantation oder auch Knorpel-Knochen-Transplantation wird die Verpflanzung eines gesunden Gelenkflächenabschnittes in den Bereich eines Knorpel- oder Knorpel-Knochendefektes bezeichnet. Hierbei wird der Knorpel zusammen mit einem Stück des darunterliegenden Knochens verpflanzt.

Zuerst werden dem Patienten an gering belasteten Gelenkstellen Knorpel-Knochen-Zylinder entnommen. Im Bereich des Knorpelschadens entnimmt man ebenfalls einen etwas kleineren Zylinder. Nun findet eine Art Austausch statt: Der "gesunde" Knorpel-Knochen-Zylinder wird in der Region des Knorpelschadens in dem Entnahmeloch eingeklemmt, der Zylinder aus der geschädigten Knorpelzone ersetzt das entnommene gesunde Gewebestück im Entnahmebereich.

Allerdings können mit dieser Technik nur Defekte bis circa vier Quadratzentimeter behandelt werden. Stehen nur sehr kleine, gesunde Knorpel-Knochen-Stücke zur Verfügung, werden diese in Form eines Mosaiks implantiert.

Autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT)

Ein weiteres Verfahren ist die Knorpelzelltransplantation, auch Autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT) genannt. ACT ist ein Verfahren zur Behandlung von Knorpelverletzungen. Hierzu werden körpereigene Knorpelzellen (Chondrozyten) entnommen, in einer Nährlösung vermehrt und anschließend wieder in den Knorpeldefekt eingebracht.

Voraussetzung zur Anwendung der Autologen Chondrozyten-Transplantation ist ein intakter Knorpel in der Umgebung des Defektes (zum Beispiel im Bereich des Schienbeins) sowie an der gegenüberliegenden Gelenkfläche. Die Menisken sollten wenigstens noch zwei Drittel ihrer Ursprungsgröße besitzen. Als Altersgrenze wird ein biologisches Alter von etwa 50 Jahren angesehen.

Das Ziel dieses Verfahrens ist es, einer sekundären Arthrose vorzubeugen. Nachteile liegen in den hohen Kosten, wiederholten operativen Eingriffen sowie einer aufwendigen Rehabilitation. Die Methode eignet sich heute noch nicht zur Therapie einer bestehenden Arthrose.

Was kann man vorbeugend gegen Kniegelenksarthrose tun?

Die folgenden 4 Tipps können Ihnen helfen, einer Kniegelenksarthrose vorzubeugen:

  • Übergewicht ist in jedem Fall eine starke Belastung der Gelenke. Jedes Kilo weniger nützt auch dem Knie.
  • Verletzungen des Kniegelenkes durch Sportunfälle (zum Beispiel Alpin Ski) sollten vermieden werden, in dem man jegliche Überanstrengung des Körpers vermeidet. Denn hier liegen die Hauptursachen für Sportunfälle, die später auch einmal eine Arthrose zur Folge haben können.
  • Bewegung ist wichtig, denn sie ernährt letztlich den Knorpel und hält ihn geschmeidig. Dabei sollte man immer ausreichend trinken – zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag, möglichst ungesüßt, ohne Alkohol und Koffein sind ideal.
  • Man sollte flache Schuhe tragen und belastende Sportarten wie Fußball, Snowboadfahren oder Tennis nicht zu intensiv ausüben. Statt Joggen sind Walken, Aquajogging und Schwimmen gelenkschonende Ausdauersportarten.

Aktualisiert: 30.10.2018 – Autor: bo; überarbeitet: Nadja Weber

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