Nicht heilbar: Kniegelenksarthrose

Mann mit Kniegelenksarthrose © istockphoto, JPStrickler

Vor einem Verschleiß der Gelenke ist kaum jemand geschützt: Fast bei jedem Menschen über 65 Jahre lassen sich Anzeichen von Arthrose festzustellen – insgesamt 143 Gelenke kann es erwischen. Aber auch jüngere Menschen können betroffen sein, besonders wenn sie ihre Gelenke stark beanspruchen, wie zum Beispiel Leistungssportler. Die bei weitem häufigste Arthroseform ist die Kniegelenksarthrose.

Arthrose: Die häufigste aller Gelenkkrankheiten

Es beginnt fast immer mit Schmerzen morgens nach dem Aufstehen, das Knie ist steif. Später nehmen die Schmerzen zu, oft beispielsweise beim Treppenabsteigen. Mit der Zeit werden die Beschwerden stärker und das Knie schwillt an  spätestens jetzt sucht man den Arzt auf.

Die Arthrose wird zu den rheumatischen Erkrankungen gezählt. Nach Daten der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) leiden 20,3 Prozent der Personen zwischen 18 und 79 Jahren unter einer Arthrose. Das entspricht 12,4 Millionen Betroffenen. Mehr als die Hälfte davon hat eine Kniegelenksarthrose, auch Gonarthrose genannt. Die Zahlen hierzu variieren jedoch je nach Quelle stark. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und mit steigendem Alter nimmt die Krankheitshäufigkeit zu.

Das Kniegelenk leistet ganze Arbeit

Das Kniegelenk ist das größte und wichtigste Gelenk des menschlichen Körpers. Es lässt sich wie ein Scharnier beugen und strecken. Bei gebeugtem Knie kann man außerdem den Unterschenkel nach außen und innen drehen. Dabei leistet es ganze Arbeit, denn bei jedem Schritt trägt es das gesamte Körpergewicht.

Das Kniegelenk besteht aus dem Oberschenkelknochen, der Kniescheibe und dem Schienbein. Das Wadenbein ist zwar seitlich mit dem Schienbein, nicht aber mit dem Kniegelenk verbunden. Oberschenkel und Schienbein passen mit ihren Gelenkflächen nicht aufeinander.

Um dies auszugleichen hat es Knorpelscheiben im Gelenk, den Innen- und Außenmeniskus. Außerdem dienen die Meniski einer gleichmäßigen Druckbelastung, der Kraftübertragung und Stabilität. Dann umschließt noch eine Gelenkkapsel das Gelenk. Die Kapsel ist innen mit einer Schleimhaut (Synovialis) ausgekleidet, die die Gelenksflüssigkeit (Synovia) produziert. Diese Gelenkschmiere dient zur Ernährung der Strukturen im Gelenk.

Was passiert bei einer Arthrose?

Eine Arthrose kann an jedem Gelenk entstehen, doch zu den häufigsten Arthroseformen gehört die Kniegelenksarthrose.

Arthrose bedeutet Knorpelverschleiß: ein Gelenk verschleißt, wenn die Knorpel, die die Gelenkenden bedecken, durch Reibung rau werden und sich regelrecht abreiben. Dabei entstehen Schmerzen, gelegentlich auch eine Entzündung.

Ursachen einer Arthrose

Häufige Ursache sind Überlastungen etwa durch Übergewicht, aber auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle. Oftmals sind zwar ältere Menschen von einer Arthrose betroffen, doch auch jüngere Menschen trifft es   besonders wenn sie durch viel oder einseitigen Sport ihre Gelenke stark beanspruchen.

Es ist normal, dass sich im Laufe der Jahre der Knorpel immer weiter abnutzt und dass sich die Gelenkflüssigkeit verringert. Die Folge ist ein Verlust an Elastizität und eine geringere Belastbarkeit. Zunächst ist der Knorpel betroffen, bei Fortschreiten der Erkrankung verschleißen auch die knöchernen Strukturen.

Primäre und sekundäre Arthrose

Im Laufe des Lebens machen alle Strukturen des Körpers diesen natürlichen Alterungsprozess durch. Treten jedoch übermäßige Abnutzungserscheinungen auf, oder tritt ein frühzeitiger Verschleiß auf, so gilt dies als krankhafte Veränderung, die in aller Regel einer Behandlung bedarf.

Man unterscheidet zwischen der primären Arthrose, die durch natürlichen Verschleiß und Alterungsprozessen hervorgerufen wurde, und der sekundären Arthrose, die durch fehlerhafte Belastung entstanden ist. Dazu gehören:

  • übermäßige Kniebelastungen wie Leistungssport
  • Fehlbelastungen wie Übergewicht
  • nicht richtig verheilte Knochenbrüche und Verletzungen
  • Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes
  • Autoimmunerkrankungen wie Rheuma

Diagnose der Arthrose

Röntgenaufnahmen des Gelenkes zeigen das Ausmaß der Abnutzungserscheinungen. Doch die Knorpel selbst lassen sich mit einer Röntgenaufnahme nicht darstellen. Sehr oft deutet eine Verschmälerung des Gelenkspaltes indirekt auf einen dünneren Knorpelbelag. Der Arzt kann den Verschleiß der betroffenen, weichen Gelenkbestandteile nur mittels Ultraschall sehen.

Arthroskopie

Die Gelenkspiegelung ist ein operativer Eingriff, bei dem zumeist sofort behandelt wird. In der Fachsprache heißt diese Spiegelung Arthroskopie, eine Untersuchung von Gelenken mit einem Spezialendoskop – einer kleinen Kamera, dem Arthroskop.

Die wichtigste Alternative für die Arthroskopie ist die Kernspin-Tomografie (MRT, Magnet-Resonanz-Tomographie). Ein großer Vorteil dieser Untersuchungsmethode ist, dass sie ein sehr schonendes Verfahren ist.

Arthose und Arthritis

Arthose ist nicht zu verwechseln mit Arthritis. Die Arthritis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke, wobei in sehr seltenen Fällen auch innere Organe, die Haut oder die Augen befallen sein können. Davon sind etwa 0,8 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen Frauen etwa dreimal häufiger als Männer. Besonders häufig entzünden sich Hand- und Fingergelenke. Hier zählen Schmerzen zu den Hauptmerkmalen der Erkrankung, die meist in der Nacht oder am Morgen auftreten.

Typisch ist auch eine Morgensteifigkeit der Gelenke, die länger als 15 Minuten anhält. Die Therapie sollte so früh wie möglich erfolgen, um den Verlauf der Arthritis zu stoppen und weitere Schäden zu vermeiden. Zum Einsatz kommen entzündungshemmende Medikamente in Verbindung mit Krankengymnastik.

Aktualisiert: 13.11.2018 – Autor: bo

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