Einen Meniskusriss behandeln

Operation oder nicht?

Die häufigste Verletzung am Meniskus ist ein Einriss oder ein Komplettabriss des Meniskus. Daneben kann aber auch eine Meniskusquetschung auftreten. Bei einer solchen Verletzung genügt in der Regel eine Sportpause von etwa drei Wochen. In einigen Fällen kann ein Entlastungsschnitt den Heilungsprozess begünstigen.

Liegt ein Meniskusriss vor, muss dieser nicht zwangsläufig operiert werden. Beispielsweise kann bei einer Verletzung an der Außenseite des Meniskus unter Umständen eine konservative Therapie ausreichen. Dabei werden dem Patienten abschwellende Medikamente verschrieben, eventuell wird die verletzte Stelle auch punktiert. Durch eine Gehhilfe kann das betroffene Gelenk bei dieser Form der Behandlung entsprechend entlastet werden.

Ist eine Operation nötig, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Meniskusnaht
  • Meniskusteilentfernung
  • Meniskusentfernung

Meniskusnaht

Liegt ein Meniskusriss nahe der Meniskus-Basis vor, also dort, wo der Meniskus mit der Kapsel verbunden ist, kann der Riss eventuell genäht werden. Denn da der Meniskus an dieser Stelle noch mit Blutgefäßen versorgt ist, kann die Naht abheilen. Aufgrund der fehlenden Blutgefäße ist das Nähen eines Meniskusrisses an anderen Stellen des Meniskus jedoch nicht durchführbar. Ist eine Meniskusnaht möglich, ist dies stets die bevorzugte Operationsmethode, da dabei der Meniskus vollständig erhalten werden kann.

Teilentfernung des Meniskus

Muss ein Meniskusriss operiert werden, ist die Kniegelenksarthroskopie die Methode der Wahl. Diese Operation wird auch als Schlüsselloch-Operation bezeichnet, da große Wunden vermieden werden. Eine Kniegelenksarthroskopie wird in der Regel ambulant durchgeführt – der Patient kann häufig bereits nach wenigen Stunden das Krankenhaus wieder verlassen. Eine offene Operation wird in der Regel nur noch dann durchgeführt, wenn gleichzeitig eine Bänderverletzung vorliegt.

Liegt eine größere Meniskusruptur vor und ist eine Meniskusnaht nicht möglich, muss ein Teil des Meniskus entfernt werden. Bei der Operation werden die abgerissenen Meniskusteile entfernt, die eine Störung der Gelenkfunktion oder eine Schädigung der Gelenkflächen zur Folge haben. Dabei wird jedoch stets versucht, möglichst viel Meniskusgewebe zu erhalten.

Vollständige Entfernung des Meniskus (Meniskektomie)

In einigen Fällen ist eine vollständige Entfernung des Meniskus unumgänglich. Diese Form der Behandlung wurde früher deutlich häufiger eingesetzt als heute, da man sich damals über die wichtige Funktion des Meniskus noch nicht bewusst war.

Muss heute ein Meniskus vollständig entfernt werden, erfolgt in der Regel anschließend eine Meniskustransplantation oder das Einsetzen eines künstlichen Meniskusersatzes. Dadurch soll der vorzeitigen Entwicklung einer Kniegelenksarthrose vorgebeugt werden. An eine solche Operation schließt sich in der Regel eine Nachbehandlung von mehreren Monaten an.

Nach der Meniskus-OP

Nach einer Teilentfernung des Meniskus kann das betroffene Knie je nach Schweregrad der Verletzung in der Regel spätestens nach einigen Tagen wieder belastet werden. Teilweise ist eine Belastung des Knies schon am Tag der Operation wieder möglich. Kurz nach der OP können zudem bereits krankengymnastische Übungen durchgeführt werden, um die Muskulatur rund um das Kniegelenk zu kräftigen.

Der Physiotherapeut sollte einen individuellen Trainingsplan für den Patienten erstellen, mit dem dieser langfristig an der Beweglichkeit des Knies arbeiten kann. Auf Sport sollte nach der Operation etwa sechs Wochen lang verzichtet werden. Lediglich wenig kniebelastende Sportarten wie beispielsweise Schwimmen können schon früher wieder aufgenommen werden.

Wurde der Meniskus genäht, ist der Heilungsprozess in der Regel deutlich langwieriger. So darf das betroffene Bein in den ersten 14 Tagen nur teilbelastet werden, in einigen Fällen kann sich dieser Zeitraum aber auch auf bis zu sechs Wochen verlängern. Bis wieder Sport getrieben werden darf, können bis zu sechs Monate vergehen.

Meniskusverletzungen vorbeugen

Die beste Methode, einer Meniskusverletzung vorzubeugen, ist der Verzicht auf Sportarten wie Fußball, Tennis oder Skifahren. Für sportbegeisterte Menschen stellt dieser Verzicht wohl aber keine zufriedenstellende Lösung dar. Wer allerdings bereits eine Meniskus-OP hinter sich hat, sollte darauf achten, verletzungsträchtige Sportarten zu meiden.

Um Schäden am Meniskus vorzubeugen, sind auf jeden Fall gezielte Stabilisations- und Balanceübungen sowie ein Muskelaufbautraining empfehlenswert. Personen mit Übergewicht sollten zudem versuchen abzunehmen, da zu viel Gewicht auf die Knie drückt und einen schnelleren Verschleiß der Menisken fördert.

Aktualisiert: 30.10.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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