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Knocheninfektionen – Wenn Bakterien unser Skelett angreifen

Mann mit Knocheninfektion misst Fieber © istockphoto, tommaso79

Bakterien sind nicht nur Ursache von Erkältungen oder Magen-Darm-Infektionen, sondern rufen auch an unseren Knochen Infektionen hervor. Damit keine bleibenden Schäden an Knochen und Gelenken entstehen, ist eine frühzeitige Behandlung notwendig. Wir informieren Sie über verschiedene Arten von Knocheninfektionen, typische Symptome sowie Diagnose und Behandlung einer solchen Infektion.

Was ist eine Knocheninfektion?

Beide Bestandteile unserer Knochen, äußeres Knochengewebe und inneres Knochenmark, können von einer Knocheninfektion betroffen sein. Ist das Knochenmark entzündet, spricht man von einer Osteomyelitis. Betrifft die Infektion nur das Knochengewebe, liegt eine Ostitis (oder Osteitis) vor.

Da unsere Knochen nicht so gut durchblutet sind wie z.B. unsere Lunge, kann die körpereigene Abwehr gegen Infektionen am Knochen nicht so effektiv arbeiten. Als Folge kommt es zu einer so genannten nekrotisierenden Entzündung, die zum Absterben des Gewebes führt. Der Knochen verliert also an Substanz.

Endogene und Exogene Knocheninfektionen

Ausgelöst wird die eitrige Infektion der Knochen durch Bakterien. Je nachdem, wie die Krankheitserreger an ihr Ziel kommen, ob die Infektion plötzlich oder schleichend auftritt und welche Bakterien ursächlich sind, unterscheidet man verschiedene Formen.

Exogene Knocheninfektion Wenn die Krankheitserreger von außen in den Körper eindringen und direkten Kontakt zum Knochen haben, spricht man von einer exogenen Infektion. Dies kann bei einer Verletzung, z.B. einem offenen Bruch, bei einer Operation oder bei einer Punktion – also einer Entnahme von Körpergewebe mit Hilfe einer Kanüle – passieren.

Endogene Knocheninfektion Die Bakterien können auch von einem anderen Entzündungsherd im Körper, z.B. von einer Mittelohrentzündung, über das Blutsystem zu den Knochen gelangen. In diesem Fall spricht man von einer endogenen Infektion. Von einer endogenen Knocheninfektion sind meist Kinder und Jugendliche, dabei häufiger Jungen, betroffen.

Akute und chronische Knocheninfektionen

Akute Knocheninfektion Besitzen die Bakterien eine sehr hohe Infektionskraft – das nennt man Virulenz – und sind die Abwehrmechanismen des Patienten geschwächt, spricht man von einer akuten Knocheninfektion. Die Betroffenen entwickeln sehr rasch stark ausgeprägte Symptome.

Chronische Knocheninfektion Ist auf der anderen Seite die Virulenz der Erreger niedrig und das Immunsystem des Patienten intakt, kommt es eher zu einem chronischen Verlauf. Die Krankheit entwickelt sich schleichend, die Symptome treten oft erst nach einiger Zeit (nach mehr als 6 Wochen) und mitunter nicht so stark auf.

Spezifische und unspezifische Knocheninfektionen

Spezifische Knocheninfektion Ursache einer spezifischen Knocheninfektion sind die Erreger von Lepra, Tuberkulose, Syphilis oder Typhus. Tuberkulose kommt in den westlichen Industrieländern seltener vor als in vielen Regionen der Dritten Welt.

Unspezifische Knocheninfektion Die anderen Knocheninfektionen durch Bakterien werden unspezifische Knocheninfektionen genannt. Sie werden meist durch Bakterien hervorgerufen, die zur Gattung der Staphylokokken gehören.

Aktualisiert: 16.03.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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