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Prellung und Zerrung – Therapie und Behandlung

Zur Behandlung einer Prellung, Zerrung oder Verrenkung gilt es als erstes, nach dem sogenannten "PECH-Schema" vorzugehen. Dieses beschreibt die Sofortmaßnahmen, die nach einer solchen Verletzung schnellstmöglich ergriffen werden sollten.

Behandlung nach dem PECH-Schema

  • Pause: Unterbrechen Sie sofort die (sportliche) Tätigkeit.
  • Eis: Kühlen Sie die betroffene Körperstelle für 15 bis 20 Minuten. Am besten eignen sich Eiswürfel, Gel-Packs oder auch Tiefkühlgemüse, die Sie erst mit einem Handtuch oder ähnlichem umwickeln sollten, um Hautschäden zu vermeiden. Alternativ können Sie kühles Wasser über das Gelenk laufen lassen; auch Quark aus dem Kühlschrank eignet sich.
  • Compression: Umwickeln Sie das betroffene Gelenk mit einer elastischer Binde. Abschwellend und schmerzlindernd wirken zusätzlich eine Lösung mit Arnika-Tinktur (Arnika mit kühlem Wasser im Verhältnis 1 zu 9) oder auch mit Essig (Essig und Wasser im Verhältnis 1 zu 3), die sie einfach über den Kompressionsverband gießen können.
  • Hochlagern und Ruhigstellen der betroffenen Gliedmaße.

Je schneller Sie diese Maßnahmen ergreifen, desto geringer werden die Beschwerden ausfallen und desto schneller werden sie sich wieder zurückbilden.

Homöopathie bei Prellungen und Zerrungen

Falls Sie Freund homöopathischer Mittel sind, können Sie zusätzlich drei- bis fünfmal alle zehn Minuten, dann stündlich Arnica D12 einnehmen, außerdem bei einer Verstauchung Rhus tox (alle zwei Stunden, ab dem zweiten Tag dreimal täglich) beziehungsweise bei einer Verrenkung Ruta (ab dem zweiten Tag dreimal täglich).

Wann zum Arzt?

Bei folgenden Symptomen sollten Sie den Arzt aufsuchen:

  • wenn ein Gelenk stark anschwillt
  • wenn sich ein großer Bluterguss bildet
  • wenn sich das Gelenk nicht mehr bewegen lässt beziehungsweise Sie nicht mehr auftreten können
  • wenn die Schmerzen nach etwa einer Stunde nicht zurückgehen oder stärker werden
  • bei Deformierungen oder Verdacht auf einen Knochenbruch

Diagnostik – was tut der Arzt?

Bei der körperlichen Untersuchung lassen sich Bagatellverletzungen nicht immer von ernsteren Beeinträchtigungen abgrenzen. Deshalb wird oft zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, bei der sich zum Beispiel Einblutungen, Muskelrisse, Verletzungen am Kapsel-Band-Apparat, Gelenkergüsse und Sehnenverletzungen besonders in oberflächlich liegenden Bereichen darstellen lassen.

Im Zweifelsfall kommt auch die Kernspintomographie (MRT) zum Einsatz.

Behandlung von Blutergüssen

Sehr große Blutergüsse und Gelenkergüsse müssen eventuell vom Arzt punktiert, also die Flüssigkeit mit einer Nadel entfernt werden. Ein älterer Bluterguss muss eventuell vorher mit einem speziellen Wirkstoff (der eingespritzt wird) verflüssigt werden; in manchen Fällen wird er durch einen kleinen Schnitt ausgeräumt.

Aktualisiert: 06.02.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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