Bänderdehnung in Sprunggelenk und Knie

Bänderdehnung im Sprunggelenk

Eine Bänderdehnung im Sprunggelenk gehört zu den häufigsten Sportverletzungen: Knickt der Fuß zum Beispiel beim Joggen um oder bekommt beim Fußball einen Tritt ab, ist nicht selten eine Bänderdehnung die Folge. Diese kann sowohl im oberen Sprunggelenk – der Verbindung zwischen Schien-, Waden- und Sprungbein – als auch im unteren Sprunggelenk auftreten. Das untere Sprunggelenk bilden das Sprung-, das Fersen- und das Kahnbein.

Bänderdehnung im Sprunggelenk: Symptome und Behandlung

Liegt eine Bänderdehnung im Sprunggelenk vor, handelt es sich dabei in der Regel um eine Verletzung des Außenbandes. Denn beim Umknicken des Fußes senkt sich die äußere Fußkante ab und die innere Fußkante hebt sich – die Folge ist eine Dehnung der Außenbänder. Je nachdem, wie stark die Bänder dabei gedehnt werden, können einzelne Bänder beim Umknicken auch reißen.

Typische Symptome einer Bänderdehnung im Sprunggelenk sind Schmerzen beim Bewegen des Fußes sowie eine leichte Schwellung des Knöchels. Ob das Außenband im Sprunggelenk gerissen ist oder nicht, kann der Arzt mit dem sogenannten Aufklapptest überprüfen. Dabei testet er, ob sich der Fuß nach außen aufklappen lässt – ist dies der Fall, liegt vermutlich ein Außenbandriss vor.

Zur Behandlung einer Bänderdehnung im Sprunggelenk bieten sich Tapes an, die dafür sorgen, dass die normale Funktion des Gelenks erhalten bleibt. Die gleiche Aufgabe erfüllen auch spezielle stützende Bandagen für den Knöchel. Um ein erneutes Umknicken sicher zu vermeiden, kann während des Heilungsprozesses auch auf eine feste Schiene, die sich um das Sprunggelenk herum befestigen lässt, zurückgegriffen werden.

Bänderdehnung im Knie

Eine Bänderdehnung im Knie kann durch starke Drehbewegungen, bei denen die Bänder über das normale Bewegungsausmaß hinaus gedehnt werden, hervorgerufen werden. Auch eine Überstreckung im Knie sowie ein Schlag oder Tritt auf das gestreckte Kniegelenk können eine Bänderdehnung nach sich ziehen. Besonders häufig entstehen Bänderverletzungen im Knie bei Sportarten wie Fußball oder Skifahren.

Im Kniegelenk verlaufen zahlreiche Bänder – das Innen- und Außenband sowie das vordere und hintere Kreuzband. Beim Sport können Dehnungen und Bänderrisse an allen vier Bändern auftreten. Typische Symptome einer Bänderverletzung im Knie sind Schmerzen sowie eine Instabilität des Gelenkes. Bei einer Verletzung des Innenbandes kann es auch zu Schmerzen im Oberschenkel kommen.

Bei einer Bänderverletzung im Knie sind eine Bänderdehnung und ein Bänderriss für einen Laien oftmals nur schwer auseinanderzuhalten, da sich bei einem Bänderriss nur selten ein Bluterguss bildet. Um eine schwere Bänderverletzung auszuschließen, ist es bei Schmerzen im Knie deswegen immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann durch verschiedene Stabilitätstests die Verletzung genauer einschränken.

Liegt lediglich eine Bänderdehnung vor, bleibt das Gelenk bei diesen Tests im Gegensatz zu einem Bänderriss stabil. Behandeln lässt sich eine Bänderdehnung im Knie durch viel Ruhe und das Tragen einer Bandage: Dadurch wird das Gelenk zusätzlich stabilisiert und die Bänder entlastet.

Bänderdehnung im Finger- oder Handgelenk

Zu einer Bänderdehnung im Finger oder im Handgelenk kommt es häufig in Ballsportarten wie Volleyball oder Handball. Wird ein Ball unglücklich getroffen, kann es schnell auch zu schwereren Verletzungen im Fingergelenk kommen.

Bei einer Bänderdehnung im Fingergelenk empfiehlt es sich, den verletzten Finger mit einem Tape-Verband ruhig zu stellen, damit die gedehnten Bänder in Ruhe ausheilen können. Ebenso ist es auch möglich, den verletzten Finger durch einen Verband an einem benachbarten, gesunden Finger zu fixieren.

Aktualisiert: 01.09.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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