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Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Schleimbeutelentzündung im Knie © istockphoto, KenTannenbaum

Eine Schleimbeutelentzündung – auch als Bursitis bezeichnet – entsteht meist in besonders stark beanspruchten Gelenken wie den Schultern, den Ellenbogen oder den Knien. Während sich die Entzündung anfangs häufig nur durch ein leichtes Reibungsgefühl bemerkbar macht, können mit der Zeit Symptome wie starke Schmerzen sowie eine Rötung und Überwärmung der betroffenen Stelle auftreten. Zur Behandlung der Schleimbeutelentzündung wird in der Regel eine konservative Therapie gewählt – in einigen Fällen kann jedoch auch eine operative Entfernung des Schleimbeutels nötig werden.

Was sind Schleimbeutel?

Schleimbeutel sind flache Gewebsstrukturen, die im Körper zur Dämpfung zwischen harten Oberflächen und weichen Strukturen dienen. Sie enthalten Gelenkschmiere (Synovia) und ermöglichen somit reibungslose Bewegungen. Schleimbeutel sitzen in der Regel in der Nähe von Gelenken, beispielsweise an den Knien, den Schultern oder den Ellenbogen. Zudem kommen sie an Körperstellen vor, an denen Haut oder Muskulatur direkt auf einem Knochen aufliegt.

Bestimmte Berufsgruppen wie Fliesenleger oder Putzfrauen, aber auch Ringer, Eishockey- und Tennisspieler sowie Hand- und Volleyballer haben ein erhöhtes Risiko für eine Schleimbeutelentzündung. Denn anhaltende Belastungen – etwa ständiges Hinknien beim Arbeiten – sind die Hauptursache von Schleimbeutelentzündungen.

Ursachen einer Schleimbeutelentzündung

Einer Schleimbeutelentzündung können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Meist wird sie durch Infektionen, Verletzungen oder Dauerreizungen ausgelöst. Zudem steigt durch Arthrose und Arthritis, Stoffwechselerkrankungen wie Gicht und Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Tripper das Risiko für eine Schleimbeutelentzündung an.

Besonders häufig wird eine Schleimbeutelentzündung durch eine Drucküberlastung ausgelöst. Ursache sind anhaltende oder immer wiederkehrende Bewegungsabläufe, wie sie etwa beim Langstreckenlaufen, aber auch beim Fliesenlegen auftreten. Durch die Dauerbelastung entstehen kleinste Verletzungen, die zu einer Entzündung der Schleimbeutel führen können.

Ist eine äußere Verletzung die Ursache für eine Schleimbeutelentzündung, wird zwischen zwei verschiedenen Formen unterschieden:

  • Durch eine äußere Gewalteinwirkung wie beispielsweise einen Schlag aufs Knie kann sich der Schleimbeutel mit Blut füllen und entzünden.
  • Durch eine offene Verletzung in der Nähe des Schleimbeutels können Bakterien in die Wunde gelangen und eine bakterielle Schleimbeutelentzündung auslösen.

Typische Symptome einer Schleimbeutelentzündung

Bei einer Schleimbeutelentzündung treten anfangs kaum spürbare Symptome auf – oft bemerkt man ein brennendes oder leicht reibendes Gefühl. Wird das Gelenk weiterhin belastet, verstärken sich die Symptome in der Regel: Es kann zu starken Schmerzen (vor allem auf Druck), einer Überwärmung und Rötung der betroffenen Stelle sowie einer deutlichen Schwellung kommen. Diese ist darauf zurückzuführen, dass sich in den Schleimbeuteln zusätzliche Flüssigkeit ansammelt.

Schleimbeutelentzündungen treten besonders häufig an Gelenken auf, die sehr stark belastet werden. Dazu zählen die Schulter, der Ellenbogen, die Hüfte, das Knie und der Knöchel. Ist ein Schleimbeutel in der Nähe eines Gelenkes betroffen, kann es durch die Volumenzunahme zu einer Bewegungseinschränkung des jeweiligen Gelenkes kommen. Häufig nehmen die Betroffenen eine Schonhaltung ein und belasten das betroffene Gelenk nicht voll.

In einigen Fällen kann sich eine Schleimbeutelentzündung auf das umliegende Gewebe ausbreiten und zu einer Rötung der Extremitäten sowie zu allgemeinen Krankheitssymptomen – beispielsweise einer Schwellung der Lymphknoten, Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit – führen. Liegt der Schleimbeutel tief unter der Haut, deuten meist nur die Schmerzen auf eine Entzündung hin. Andere Symptome fehlen in der Regel.

Eine Schleimbeutelentzündung behandeln

Im Normalfall heilt eine Schleimbeutelentzündung innerhalb weniger Wochen von selbst aus. Bis dahin lassen sich akute Schmerzen mit kühlenden Salben oder Gels gut behandeln. Auch Kühlakkus tragen dazu bei, die Schmerzen zu lindern. Diese sollten jedoch nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommen, da ansonsten Erfrierungen auftreten können. Wärmebehandlungen sollten dagegen unbedingt vermieden werden.

Damit die Schleimbeutelentzündung ausheilen kann, ist es empfehlenswert, das betroffene Gelenk durch einen Verband oder eine Schiene einige Zeit lang ruhigzustellen. Allerdings sollte die Schonung nur kurzfristig erfolgen, denn wird das Gelenk zu lange nicht bewegt, kann es unter Umständen zu anhaltenden Bewegungseinschränkungen kommen.

Deswegen ist es ratsam, das Gelenk nach einer kurzen Ruhephase langsam und ohne Belastung vorsichtig wieder zu bewegen. Häufig verschreiben Ärzte bei einer Schleimbeutelentzündung Physiotherapie, damit das Gelenk zunächst unter Anleitung bewegt wird.

Medikamente helfen gegen Schmerzen

Um die bei einer Schleimbeutelentzündung auftretenden Schmerzen zu lindern, kommen Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac in Betracht. Diese Medikamente reduzieren nicht nur die Schmerzen, sondern hemmen auch die Entzündungsreaktion. Dies wirkt sich positiv auf den Heilungsprozess aus. Bei starken Schmerzen können örtliche Betäubungsmittel direkt in das jeweilige Gelenk gespritzt werden.

Wurde die Schleimbeutelentzündung durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen, kann – wenn nötig – auch ein Antibiotikum eingenommen werden.

Operative Entfernung des Schleimbeutels

Ist die Entzündung abgeklungen, der Schleimbeutel aber trotzdem noch kissenartig tastbar, muss die angesammelte Flüssigkeit mittels einer Punktion entfernt werden. Eine operative Entfernung des gesamten Schleimbeutels ist dagegen nur relativ selten nötig.

Eine Operation wird beispielsweise durchgeführt, wenn bei einer chronischen Schleimbeutelentzündung die Beschwerden nicht abklingen oder immer wieder auftreten. Von chronischen Schleimbeutelentzündungen sind besonders oft die Hüfte und der Ellenbogen betroffen. Im Schleimbeutel können dabei Zwischenwände aus Bindegewebe wachsen und Kalkablagerungen auftreten.

Aktualisiert: 09.06.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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