Prostatakrebs: Behandlung

Mann mit Prostatakrebs in ärztlicher Behandlung © istockphoto, Wavebreakmedia

Prinzipiell stehen mehrere Methoden zur Behandlung von Prostatakrebs zur Verfügung, die einzeln, manchmal auch kombiniert angewendet werden. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt vor allem davon ab, wie weit der Prostatakrebs ins umliegende Gewebe eingewachsen ist und ob sich bereits Metastasen gebildet haben. Daneben spielen auch Vorerkrankungen und Alter eine Rolle bei der Prostatakrebs-Behandlung. Ziel ist die Heilung (kurative Therapie) – was besser zu erreichen ist, je früher der Prostatakrebs entdeckt wird. Hat er die Kapsel der Vorsteherdrüse noch nicht durchbrochen, liegen die Heilungschancen von Prostatakrebs bei bis zu 100 Prozent. Ist der Tumor bereits weit fortgeschritten und hat Metastasen gebildet, kann manchmal nur noch beschwerdelindernd eingegriffen und versucht werden, eine weitere Tumorausbreitung zu verhindern beziehungsweise zu verlangsamen (palliative Therapie).

Prostatakrebs behandeln auf vielen Wegen

Zu den möglichen Formen der Behandlung von Prostatakrebs (Prostatakarzinom) zählen:

Prostataoperation bei Prostatakrebs

Die Prostataoperation ist die Methode der Wahl, wenn der Tumor noch auf die Vorsteherdrüse beschränkt ist. Dabei wird die Prostata komplett entfernt (radikale Prostatektomie), zusätzlich auch die beiden Samenbläschen.

Eine Prostataoperation wird auch bei weiter fortgeschrittenem Prostatakrebs mit Metastasen durchgeführt, führt dann aber seltener zu Heilung, sondern eher zur Beschwerdelinderung. Dabei werden auch betroffene Lymphknoten mit entfernt. Die Prostatakrebs-Operation ist entweder über einen Bauchschnitt oder mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) möglich – die Operationsergebnisse hängen Studien zufolge allerdings eher von der Erfahrung des Operateurs als vom Zugangsweg ab.

Strahlentherapie bei Prostatakrebs

Eine Bestrahlung ist eine Alternative zur Operation, beispielswiese wenn diese aufgrund des Alters oder aus gesundheitlichen Gründen nicht durchgeführt werden kann. Bei der perkutanen Strahlentherapie erfolgt die Bestrahlung von außen, bei der Brachytherapie wird eine Strahlenquelle direkt an den Prostatakrebs in die Vorsteherdrüse eingebracht und zerstört die Krebszellen von innen.

Mittels Bestrahlung lassen sich auch nach der Prostataoperation übrig gebliebene Krebszellen abtöten und damit das Risiko senken, dass der Krebs wiederkehrt (Rezidiv). Daneben wird Strahlentherapie bei Prostatakrebs auch zur gezielten Zerstörung von Metastasen sowie im Rahmen der palliativen Therapie zur Schmerzlinderung eingesetzt.

Hormontherapie bei Prostatakrebs

Die Behandlungsmethode namens Hormontherapie (auch Hormonentzugstherapie) wird bei fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt. Dabei wird das männliche Geschlechtshormon Testosteron dauerhaft oder in Intervallen mit Medikamenten gehemmt und damit das Krebswachstum vom Prostatakrebs verlangsamt oder zum Stillstand gebracht. Bei der Hormontherapie wird entweder die Bildung von Testosteron unterdrückt (mit LHRH-Analoga oder GnRH-Antagonisten) oder seine die Wirkung an den Zellen blockiert (durch Anti-Androgene).

Chemotherapie bei Prostatakrebs

Bei der Behandlung per Chemotherapie werden mit als Infusion verabreichten Medikamenten (Zytostatika) Krebszellen auf verschiedene Art zerstört, um Prostatakrebs zu behandeln. Allerdings werden dabei auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen – was die Nebenwirkungen erklärt. Aus diesem Grund wird die Chemotherapie bei Prostatakrebs in mehreren Zyklen durchgeführt – mit Erholungspausen dazwischen. Sie wird bei fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt und verzögert den Krankheitsverlauf.

Sonstige Formen der Behandlung von Prostatakrebs

Schmerzen bei Knochenmetastasen werden mittels gezielter Bestrahlung und medikamentöser Hemmer des Knochenabbaus (Bisphosphonate) therapiert. Eine aktive Überwachung ist ebenfalls ein Weg, Prostatakrebs behandeln zu können: Da die Behandlung von Prostatakrebs auch Nebenwirkungen hat und der Tumor normalerweise sehr langsam wächst, wird in einigen Fällen (kleiner Tumor, höheres Alter) auch zunächst die Strategie "Abwarten und beobachten" angewendet. So kann die Prostatakrebs-Therapie umgangen oder zumindest hinausgezögert werden.

Daneben werden zusätzlich die Schmerzen, Nebenwirkungen beispielsweise der Chemotherapie und der Nachwirkungen der Operation therapiert; zudem wird bei der Behandlung von Prostatakrebs psychologische Unterstützung angeboten.

Aktualisiert: 09.05.2017 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?