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Prostatakrebs

Mann mit Prostatakrebs © istockphoto, javi_indy

Prostatakrebs ist bei Männern in Deutschland die häufigste Krebserkrankung. Rund ein Viertel aller Krebsfälle geht auf sein Konto, jedes Jahr wird bei fast 60.000 Männern die Diagnose Prostatakrebs neu gestellt. Die Prognose bei Prostatakrebs hat sich in den letzten 20 Jahren stark verbessert und hängt vor allem vom Krebsstadium ab. Die Diagnose Krebs der Vorsteherdrüse – fachsprachlich auch Prostatakarzinom oder maligne Prostatahyperplasie – wird gar nicht so selten gestellt, heute häufiger als früher. Das liegt vor allem daran, dass das Risiko für diese Krebsart mit zunehmendem Alter stark steigt, ebenso wie unsere Lebenserwartung.

Überlebensrate bei Prostatakrebs dank etablierter Vorsorgeuntersuchungen gestiegen

Zudem führen die in den 1970er Jahren eingeführten Untersuchungen zur Krebsvorsorge dazu, dass Prostatakrebs heute eher entdeckt wird. Das hat zur Folge, dass Krebs der Prostata zwar häufiger ist als früher, dafür aber auch eine bei weitem bessere Überlebensrate hat. So ist die Sterblichkeit seit 1990 um 20 Prozent zurückgegangen. Derzeit liegen die Fünf-Jahres-Überlebensraten – die oft mit einer Heilung gleichgesetzt werden können – bei rund 87 Prozent. Die meisten Männer sind bei der Erstdiagnose über 70 Jahre alt, Prostatakrebs bei unter 50-Jährigen ist selten.

Prostatakrebs: Ursachen und Auslöser

Noch immer ist nicht geklärt, durch welche Ursachen Prostatakrebs genau entsteht. Allerdings sind Risikofaktoren bekannt, die zum Krebswachstum beitragen können. Dazu gehören neben dem Alter auch Erbanlagen, die vermutlich vor allem bei jüngeren Betroffenen eine Rolle spielen. Tritt bei nahen Verwandten Prostatakrebs auf, steigt das Risiko, selbst daran zu erkranken, stark. Auch das in den Hoden produzierte männliche Sexualhormon Testosteron spielt eine Rolle bei den Ursachen von Prostatakrebs: Testosteron stimuliert die Krebszellen, umgekehrt entsteht ohne Testosteron kein Prostatakrebs. Allerdings ist Testosteron für die Prostatafunktion unabkömmlich, wichtig scheint demzufolge das Gleichgewicht zu sein.

Mutmaßlich ist auch der Lebensstil ein Einflussfaktor bei Prostatakrebs: So wird diskutiert, dass eine ballaststoffarme, an tierischen Fetten und Kalorien reiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht der Entwicklung von Prostatakrebs Vorschub leisten. Dazu können Umweltfaktoren wie Strahlenbelastung oder Schwermetalle Prostatakrebs bedingen.

Prostatakrebs vorbeugen

Wie bei vielen Krankheiten gibt es auch bei Prostatakrebs Faktoren, die sich nicht beeinflussen lassen (beispielsweise das Alter oder die Gene), und andere, durch die man das Risiko senken kann. Zu den Faktoren, die Prostatakrebs vorbeugen können, gehören:

  • Übergewicht abbauen
  • Sich regelmäßig körperlich betätigen
  • Selten und wenig Alkohol trinken, nicht rauchen
  • Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse: Man weiß, dass eine Nahrung mit vielen Antioxidantien prinzipiell Krebserkrankungen vorbeugen kann. Häufig wird als Prostata-Ernährung empfohlen, regelmäßig Tomaten (auch als Saft oder Mark) und Soja auf den Speisezettel zu setzen. Tomaten enthalten Lycopen (der rote Farbstoff) und – wie Sojabohnen auch – Phytoöstrogene, die vermutlich Prostatakrebs vorbeugen können.
  • Stress und Entspannungsphasen ins Gleichgewicht bringen: Auch wenn kein direkter Zusammenhang zu Prostatakrebs nachgewiesen ist, weiß man, dass eine ausgewogene Lebensweise prinzipiell der Gesundheit dient.

Prostatakrebs früh erkennen

Je früher Prostatakrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb sollten Männer ab dem 45. Lebensjahr die von den Krankenkassen übernommenen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung in Anspruch nehmen und regelmäßig vom Arzt die Prostata tasten lassen.

Aktualisiert: 09.05.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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