Leberkrebs

Mann mit Leberkrebs © istockphoto, Adam Kazmierski

Bei Leberkrebs (Leberzellkrebs) entstehen aus ursprünglich gesunden Leberzellen bösartige Tumore. Meist machen sich die Symptome, die auf eine solche Krebserkrankung hindeuten, erst spät bemerkbar. Erste Anzeichen können Müdigkeit, Appetitlosigkeit und ein Gewichtsverlust darstellen. Aufgrund der unspezifischen Symptome wird Leberkrebs häufig erst in einem späten Stadium diagnostiziert, was die Heilungschancen deutlich mindert. Durch die richtige Behandlung kann die Lebenserwartung bei vielen Patienten jedoch verlängert werden.

Häufigkeit von Leberkrebs

Während Leberkrebs in Afrika und Südostasien zu den häufigsten Krebsarten zählt, kommt die Erkrankung in Deutschland und anderen westlichen Industrieländern bislang relativ selten vor – allerdings mit steigender Tendenz. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 6.000 Menschen an Leberkrebs. Männer sind von der Erkrankung häufiger betroffen als Frauen.

Generell wird bei Leberkrebs zwischen primärem und sekundärem Leberkrebs unterschieden. Von primärem Leberkrebs wird gesprochen, wenn sich der Krebs aus den Leberzellen selbst entwickelt hat. Bilden sich in der Leber dagegen Absiedlungen von Tumoren in anderen Organen – sogenannte Metastasen – wird dies als sekundärer Leberkrebs bezeichnet. Sekundärer Leberkrebs tritt in Deutschland deutlich häufiger auf als primärer Leberkrebs.

Bei primärem Leberkrebs muss zwischen dem Leberzellkarzinom, das auch als hepatozelluläres Karzinom bezeichnet wird, und dem Gallengangskarzinom (cholangiozelluläres Karzinom) differenziert werden. Beide Karzinome unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer Ursachen, Symptome und Therapie. Wird in diesem Artikel von Leberkrebs gesprochen, ist damit das Leberzellkarzinom gemeint.

Ursachen von Leberkrebs

Das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken, wird durch bestimmte Krankheiten erhöht. So begünstigt beispielsweise eine Leberzirrhose die Entstehung von Leberkrebs. Eine Leberzirrhose, bei der die Leber irreversible geschädigt wird, entsteht im Endstadium verschiedener Lebererkrankungen. Etwa 80 Prozent der Leberkrebspatienten leiden an einer Leberzirrhose.

Ursachen sind meist eine chronische Hepatitis B- oder -C-Erkrankung sowie ein Alkoholmissbrauch. Da Alkohol im Körper von der Leber abgebaut wird, kann ein übermäßiger Alkoholkonsum schwere Schäden an dem Organ hervorrufen. Bei Hepatitis-Infektionen entscheidet vor allem die Erkrankungsdauer über das Ausmaß des Schadens. Personen, die an einer Leberzirrhose leiden, sollten ihre Leber regelmäßig untersuchen lassen, damit ein möglicher Leberkrebs frühzeitig erkannt wird.

Eine Leberzirrhose stellt jedoch nicht die einzige Ursache für Leberkrebs dar, denn in den Gebieten, in denen Leberkrebs besonders häufig vorkommt, tritt er meist unabhängig von einer Leberzirrhose auf. Zu den weiteren möglichen Ursachen von Leberkrebs gehören:

  • Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)
  • Belastung mit chemischen Substanzen, wie sie in Lösungs- und Pflanzenschutzmitteln vorkommen
  • Diabetes mellitus
  • Einnahme von Sexualhormonen wie beispielsweise Anabolika
  • Aufnahme von Schimmelpilzgiften über die Nahrung (Aflatoxin)

Symptome von Leberkrebs

Bei Leberkrebs machen sich die Symptome häufig erst dann bemerkbar, wenn die Erkrankung schon relativ weit fortgeschritten ist. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Prognose in der Regel aber eher ungünstig. Um die Heilungschancen zu erhöhen, sollten Sie direkt einen Arzt aufgesucht, sobald bei Ihnen Symptome auftreten, die auf Leberkrebs hindeuten könnten.

Die ersten Anzeichen einer solchen Erkrankung sind meist unspezifisch, zu ihnen zählen Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie ein Druckschmerz im Oberbauch. In der Bauchhöhle kann es zu einer Wasseransammlung (Aszites) kommen. Zudem tritt oft eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes auf.

Ebenso kann es bei Leberkrebs zu Symptomen wie einer Gelbfärbung der Augen und der Haut (Gelbsucht), einer deutlichen, ungewollten Gewichtsabnahme sowie Schwellungen unter dem rechten Rippenbogen kommen. In einem solchen Fall sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht und die Ursache der Beschwerden abgeklärt werden.

Aktualisiert: 30.08.2016 – Autor: Kathrin Mehner

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