Lebenserwartung bei Leberkrebs

Diagnose von Leberkrebs

Besteht der Verdacht, dass bei einem Patienten ein Leberkrebs vorliegt, müssen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. In der Regel wird der Arzt mit dem Patienten zunächst ein ausführliches Gespräch führen, in dem der Patient über Dauer und Art seiner Beschwerden berichtet. Anschließend führt der Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch und nimmt dem Patienten Blut ab.

Ultraschalluntersuchung und Tumormarker

Durch eine Ultraschalluntersuchung, die übrigens keinerlei Schmerzen verursacht, können die Gewebsstrukturen der Leber genau abgebildet werden. Dadurch können bereits kleine Tumore sichtbar gemacht werden. Bei der Blutuntersuchung geht es in erster Linie darum, die Konzentration des Tumormarkers AFP festzustellen. Tumormarker werden im Körper als Reaktion auf die Bildung von bösartigen Zellen produziert. Allerdings kommen sie auch im Körper von gesunden Menschen vor.

Kann durch diese Verfahren der Krebsverdacht nicht ausgeräumt oder sicher bestätigt werden, sind weitere Untersuchungen nötig. Durch eine Computertomographie (CT), eine Kernspintomographie (MRT) sowie eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes kann der behandelnde Arzt genauere Informationen über die Größe des Tumors gewinnen. Ob es sich tatsächlich um Leberkrebs handelt, kann letztendlich aber nur durch eine feingewebliche Untersuchung festgestellt werden. Dazu entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe aus der Leber und untersucht diese anschließend unter dem Mikroskop (Biopsie).

Leberkrebs: Lebenserwartung und Heilungschancen

Wie gut die Heilungschancen sind und wie hoch die Lebenserwartung ausfällt, ist vor allem vom Stadium abhängig, in dem der Leberkrebs entdeckt wird: Entscheidend für die Prognose sind Größe und Lage sowie die Anzahl der Tumore. Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser sind auch die Heilungschancen. Da Leberkrebs sich aber oft erst spät bemerkbar macht, werden die meisten Leberkrebserkrankungen in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.

Entscheidend für die Heilungschancen ist auch die Frage, ob es sich um einen primären oder sekundären Leberkrebs handelt. Bei sekundärem Leberkrebs ist die Lebenserwartung maßgeblich davon abhängig, wie die ursächliche Krebserkrankung verläuft. Liegt ein primärer Leberkrebs vor, der durch eine Operation entfernt werden kann, liegt die Lebenserwartung bei über 50 Prozent der Patienten bei mehr als fünf Jahren.

Bei vielen Betroffenen ist der Leberkrebs bei der Diagnose jedoch bereits so weit fortgeschritten, dass die Heilungschancen nur noch gering sind. Vor allem, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hat, verschlechtert dies die Heilungschancen deutlich. Erfolgt unter diesen Bedingungen eine palliative Therapie, beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung zwischen sechs und zwölf Monaten. Ohne eine solche Therapie fällt die Lebenserwartung niedriger aus.

Leberkrebs vorbeugen

Sicheren Schutz gibt es vor keiner Krebserkrankung, allerdings können Sie Ihr Risiko für Leberkrebs deutlich senken, indem Sie einer Leberzirrhose vorbeugen. Häufig entsteht eine Leberzirrhose durch eine Hepatitis B- oder Hepatitis C-Erkrankung. Während man sich vor Hepatitis B durch eine Impfung schützen kann, existiert bei Hepatitis C ein solcher Schutz nicht. Wer an Hepatitis B oder C erkrankt ist, sollte sich frühzeitig behandeln lassen, um eine chronische Entzündung der Leber zu verhindern.

Erkrankungen der Leber werden häufig auch durch übermüßigen Alkoholkonsum verursacht. Wer zu viel Alkohol trinkt, erhöht sein Risiko für eine Leberzirrhose deutlich. Keinen oder nur wenig Alkohol zu trinken, ist somit ein wirksames Mittel, um sich vor Leberkrebs zu schützen. Falls Sie unter einer Leberzirrhose leiden, sollten Sie ihre Leber regelmäßig untersuchen lassen, um eine mögliche Krebserkrankung frühzeitig festzustellen.

Aktualisiert: 15.03.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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