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Nierenkrebs

Frau leidet an Nierenkrebs © istockphoto, Wavebreakmedia

Bösartige Tumoren im Bereich der Nieren machen sich häufig erst spät bemerkbar. Mögliche Symptome sind Rückenschmerzen und Blut im Urin oder unspezifische Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Fieberschübe und Gewichtsverlust. Jedes Jahr erkranken in Deutschland gut 15.000 Menschen an Krebs im Bereich der Nieren und ableitenden Harnwege. Betroffen sind vor allem Ältere zwischen 65 und 75 Jahren.

Entstehung von Nierenkrebs

Es gibt nicht den Nierentumor, sondern das Krebsgewebe kann ganz unterschiedlich beschaffen sein. Im Bereich der Nieren kommen bei Erwachsenen zu 85% Nierenzellkarzinome vor, bei Kindern überwiegend Wilms-Tumoren. Bösartige Veränderungen im Bereich des Nierenbeckens gehen nicht von den Nierenzellen, sondern von der Schleimhaut der ableitenden Harnwege aus, und entsprechen damit den Krebsarten, die in der Harnblase überwiegend auftreten.

So vielfältig wie das Ursprungsgewebe sind auch die möglichen Ursachen; oft werden allerdings – wie bei anderen Krebsarten auch, keine speziellen Auslöser gefunden. Prinzipiell sind verschiedene Mechanismen denkbar, z.B. physikalische, chemische, hormonelle und infektiöse Faktoren; beim Nierenkrebs auch eine erbliche Komponente. Daneben sind einige Faktoren bekannt, die sicher das Risiko für Nierenkrebs erhöhen:

  • Mit Abstand wichtigster Risikofaktor ist das regelmäßige Rauchen. Die Nieren filtern tagtäglich schädliche Substanzen aus dem Blut, so auch solche, die beim Zigaretten-, Pfeife- oder Zigarrerauchen ins Blut übergehen. Durch den ständigen Kontakt zu diesen krebserregenden Schadstoffen verdoppelt sich das Risiko, an Nierenkrebs zu erkranken.
  • Ähnliches gilt für die langjährige Einnahme von Schmerzmitteln. Allerdings sind die phenazetinhaltigen Medikamente, bei denen Nierenkrebs besonders häufig auftrat, seit einigen Jahren vom Markt genommen.
  • Weiterer Risikofaktor ist Übergewicht – vor allem bei Frauen (vermutlich durch die dadurch verursachte Hormonverschiebung); bei Männern spielt wohl eher die Art der Fettverteilung eine Rolle.
  • Auch starker Alkoholkonsum, regelmäßige fettreiche Ernährung, zu wenig Flüssigkeitsaufnahme (wegen der verminderten Durchspülung der Nieren und einer erhöhten Konzentration schädlicher Substanzen) und bestimmte angeborene Erkrankungen wie zystische Nieren oder eine chronische Nierenfunktionsschwäche scheinen das Nierenkrebsrisiko zu erhöhen.
  • Wie weit Substanzen wie Halogenkohlenwasserstoffe oder Kadmium vor allem bei Berufen, die diesen häufig ausgesetzt sind, eine Rolle spielen, ist nicht endgültig geklärt.

Symptome bei Nierenkrebs

Leider treten Beschwerden oft erst spät auf und sind dann eher unspezifisch. Folgenden Zeichen sollten zügig ärztlich abgeklärt werden:

  • Blut im Urin: Nicht immer sind Blutungen als solche zu erkennen – manchmal ist der Urin auch nur dunkler als sonst. Frauen schieben die Zeichen auch schon mal fälschlicherweise auf die Wechseljahre. Manche Blutungen lassen sich nicht mit bloßem Auge, sondern erst mit Hilfe von Teststreifen nachweisen.
  • Eher einseitige Schmerzen in der Flanke können Zeichen eines Nierenkrebs sein, insbesondere auch, wenn dort eine Verdickung tastbar ist.
  • Unspezifische Symptome, die über einen längeren Zeitraum anhalten und für die keine Ursache erkennbar ist, z.B. ständige Müdigkeit, nächtliche Schwitzattacken, Blutdruckschwankungen, hohe Kalziumwerte, Gewichtsverlust und Darmprobleme können auf harmlose, aber auch ernste chronische Erkrankungen hinweisen.

Aktualisiert: 01.03.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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