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Lungenembolie – Therapie und Verlauf

Welche Therapie bei Lungenembolie gibt es?

Eine Lungenembolie muss immer im Krankenhaus behandelt werden. Erster Schritt der Behandlung einer Lungenembolie: Der Patient muss zunächst Bettruhe einhalten. Als Basismaßnahme der Therapie verabreicht der Arzt Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie Sauerstoff, eventuell auch kreislaufstabilisierende Substanzen.

Behandlung mit Medikamenten

Er spritzt Heparin – ein Medikament, das verhindert, dass das Gerinnsel weiterwächst, und gibt dieses weiter als Infusion über mehrere Tage. Parallel dazu wird eine Lungenembolie-Therapie mit gerinnungshemmenden Tabletten begonnen, die – je nach Risikofaktoren – für sechs bis zwölf Monate oder auch lebenslang genommen werden müssen.

Behandlung durch mechanische Eingriffe

Kleinere Gerinnsel kann der Körper selbst auflösen, bei größeren muss eventuell künstlich nachgeholfen werden. Dazu stehen entweder als Infusion verabreichte Medikamente (sogenannte Fibrinolytika) zur Verfügung oder das verstopfte Gefäß wird mit einem eingebrachten Katheter wieder durchgängig gemacht.

In seltenen, schweren Fällen einer Lungenembolie bleibt auch noch der Versuch, das Gerinnsel chirurgisch in einer Operation zu entfernen.

Wie ist der Verlauf einer Lungenembolie?

Die Lungenembolie ist eine gefährliche Krankheit – auch bei rechtzeitiger Diagnostik und Therapie beträgt die Sterblichkeitsrate noch immer bis zu zehn Prozent. Besonders in den ersten zwei Stunden ist die Todesgefahr sehr groß. Überlebt der Betroffene, kann das körpereigene System die Blutgerinnsel meist innerhalb eines Monats abbauen und es bleiben keine Schäden zurück.

Bei etwa einem Drittel der Patienten kommt es allerdings zu einem Rezidiv, also zu erneuten Venenthrombosen oder Lungenembolien. Deshalb müssen wie oben beschrieben vorbeugend Medikamente eingenommen werden.

Maßnahmen zur Verhinderung einer Lungenembolie

In bestimmten Fällen kann man auch in die Pfortader ein Drahtgeflecht (Kava-Schirmchen) einbringen, das die Gerinnsel im Blutstrom abfangen soll, bevor sie in die Lunge gelangen.

In vielen Fällen ist das regelmäßige Tragen von Kompressionsstrümpfen sinnvoll, die vom Arzt verschrieben und genau angepasst werden sollten.

Vor langen Flugreisen (insbesondere bei mehr als sechs Stunden Dauer) sollte mit dem Hausarzt besprochen werden, ob eine vorbeugende Gabe zum Beispiel von Heparin sinnvoll ist. Daneben sollte der Betroffene ausreichend Flüssigkeit trinken (kein Alkohol!) und seine Beine und Füße viel bewegen. Passende gymnastische Übungen kann auch der Hausarzt zeigen.

Aktualisiert: 14.06.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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