Gastritis: Behandlung und Vorbeugung

Frau mit Gastritis © istockphoto, champja

Eine Gastritis geht mit entzündlichen Schwellungen der Magenschleimhaut oder sogar mit geschwürartigen Schleimhautschädigungen einher. Zwar ist in vielen Fällen eine spontane Abheilung der Magengeschwüre möglich, doch oftmals ist auch eine Behandlung der Gastritis nötig. Hier informieren wir Sie über Therapie und Vorbeugung.

Spontane Heilung möglich

Ein gewisser Prozentsatz (bis zu 40 Prozent) der Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre bildet sich spontan zurück. Der Heilungsprozess wird anscheinend durch eine Änderung der psychisch-vegetativen Konstellation des Patienten gefördert.

Für diese Annahme sprechen auch wissenschaftliche Studien, nach denen etwa 40 bis 50 Prozent der Patienten durch Placebos (Scheinmedikamente ohne Wirkstoffe) geheilt werden. Die Wirksamkeit von säurebindenden Medikamenten (Antazida) übersteigt die Erfolgsquote von Placebos kaum.

Behandlung – Akute Gastritis

Bei der akuten Gastritis ist oftmals keine Behandlung notwendig. Sie heilt meistens auch ohne Therapie relativ schnell aus. Die akute schmerzhafte Phase dauert zirka 24 Stunden. Wegen dieses kurzen Zeitraums wird meistens auf Medikamente verzichtet.

Sind äußere Einflüsse wie zum Beispiel übermässiger Alkoholkonsum der Auslöser, wird dem Patienten eine mindestens 24stündige Nahrungskarenz verordnet. In dieser Zeit beruhigt sich die Magenschleimhaut wieder und kann sich erholen. Ist die Ursache in der Medikamenteneinnahme zu sehen, beispielsweise Rheuma-Schmerzmittel, wird die akute Gastritis mit sogenannten Protonenpumpenhemmern oder Prostaglandinderivaten behandelt.

Behandlung – Chronische Gastritis: Typ-A & Typ-B

Zur Behandlung der Vitamin-B12-Blutarmut wird das Vitamin gespritzt. Da bei der Typ-A-Gastritis ein erhöhtes Magenkrebsrisiko besteht, soll eine regelmäßige, jährliche endoskopische Untersuchung mit der Entnahme von Gewebeproben der Magenschleimhaut (Biopsie) durchgeführt werden.

Bei der Typ-B-Gastritis (Helicobacter pylori Infektion) wird auf die Ausrottung des Erregers mit Medikamenten gezielt. Diese Behandlung wird Eradikation genannt. Heutiger Standard ist die Kombination von Antibiotika und Protonenpumpenhemmern. Nur mit dieser Kombinationsbehandlung gelingt es, den Helicobactor pylori Erreger direkt zu bekämpfen. Gezielt kommen zum Einsatz:

  • Protonenpumpenhemmer. Sie sorgen für Reduktion der Magensäureproduktion.
  • Antibiotika

Alle drei Arzneimittel müssen mindestens sieben Tage eingenommen werden, sonst ist die sichere Wirkung nicht garantiert. Frühestens nach vier Wochen wird eine erneute Magenspiegelung durchgeführt. Erneut werden Proben aus der Magenwand entnommen, um den Therapieerfolg zu überprüfen. Wenn der Urease-Test negativ ausfällt, dann war die Eradikationsbehandlung erfolgreich.

Behandlung – Chronische Gastritis: Typ-C

Die wirksamste Therapie der Typ-C-Gastritis ist die Reduktion der Magensäureproduktion, damit die Schädigung der Magenschleimhaut ausheilen beziehungsweise nicht weiter fortschreiten kann. Hierzu werden heute vor allem die Protonenpumpenhemmer eingesetzt. Werden Medikamente genommen, die bekanntermassen eine Gastritis auslösen können, sollten diese, wenn möglich, für die Dauer der Behandlung ausgesetzt werden.

Als zusätzliche Behandlung kann bei der Auslösung der Gastritis durch Gallensäfte die Magenentleerung beschleunigt werden, damit die Kontaktzeit der Gallensäfte mit der Magenschleimhaut möglichst gering ist. Dies kann durch die Verabreichung bestimmter Medikamente erreicht werden, die Prokinetika genannt werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Damit eine Gastritis gar nicht erst auftritt, gilt es folgende Ratschläge zu befolgen:

  • Achten Sie auf Ihre psychosoziale Gesundheit
  • Nehmen Sie nie auf Dauer und auf eigene Verordnung Schmerzmittel ein. Besprechen Sie Dosis und Dauer einer Schmerzmitteleinnahme mit Ihrem Arzt!
  • Übermäßiger Gebrauch von säurefördernden Wirkstoffen wie Alkohol, Kaffee, Tee, Nikotin oder Zitrusfrüchten ist nicht ratsam.

Aktualisiert: 19.08.2019 – Autor: gesundheit.de

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