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Laktoseintoleranz – Behandlung

Laktosearme oder laktosefreie Ernährung

Je nach Schweregrad der Erkrankung ist eine individuell angepasste, laktosefreie (höchstens 1 Gramm Milchzucker pro Tag) oder laktosearme (maximal 10 Gramm Milchzucker pro Tag) Diät angemessen. Bei vielen Betroffenen reicht die Umstellung auf eine laktosearme Diät. Für die Therapie werden eine Vielzahl laktosefreier Produkte in Supermärkten angeboten sowie Laktasepräparate aus der Apotheke, sodass auch milchzuckerhaltige Produkte besser vertragen werden.

Laktosehaltige Lebensmittel

Laktosehaltige Lebensmittel sind unter anderem Milch und daraus hergestellte Produkte, Speisen und Getränke. Die wichtigsten sind:

Aber Laktose ist nicht nur in Milch und Milchprodukten, sondern auch in einer Vielzahl von industriell hergestellter Lebensmitteln versteckt enthalten. Beispielsweise kann in Fertiggerichten, Süßwaren, Brot und Brotwaren, Gewürzmischungen, Süßstofftabletten, Instant-Erzeugnissen, Fleisch sowie Wurstwaren Laktose enthalten sein. Und auch Arzneimittel können die Zutat Milchzucker aufweisen.

Beim Lebensmitteleinkauf kann das Zutatenverzeichnis Auskunft geben, ob Milchzucker enthalten ist. Im Zweifelsfall kann auch die Herstellerfirma um Auskunft gebeten werden.

Gut verträgliche Lebensmittel bei Laktoseintoleranz

Ersatz für einige der Produkte sind Sojamilch, Sojaquark und Kaffeeweißer auf Sojabasis. Gereifter Schnittkäse, Hart-, Sauermilch- und Weichkäse werden in der Regel gut vertragen, da der Milchzucker durch Milchsäurebakterien weitgehend zu Milchsäure umgewandelt wird.

Sauermilcherzeugnisse wie Joghurt, Quark und Kefir sind in eingeschränkten Mengen häufig unproblematisch zu genießen.

Besonders gut verträglich sind probiotische Joghurts, die bakterielle Laktase enthalten. Inzwischen gibt es im Lebensmittelhandel sogar milchzuckerarme Milch.

Ausreichende Kalziumzufuhr

Aufgrund des eingeschränkten Verzehrs von Milch- und Milchprodukten ist Kalzium ein kritischer Nährstoff. Um eine ausreichende Kalziumzufuhr zu gewährleisten, ist es wichtig, den Bedarf über andere kalziumhaltige Lebensmittel zu decken, beispielsweise:

  • Sojamilch und Tofu
  • Fleisch, Fisch und Eier
  • pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Grünkohl, Brokkoli oder Fenchel

Auch kalziumangereichertes Mineralwasser mit einem Kalziumgehalt von über 150 Milligramm pro Liter ist empfehlenswert.

Wo droht Gefahr?

Wer an einer Laktoseintoleranz leidet, sollte beim Einkauf besonders achtsam sein. Vorsicht ist beim Kauf unverpackter Backwaren, Fleisch- und Fischerzeugnisse und Feinkostsalate geboten, bei denen keine Deklaration der Inhaltsstoffe notwendig ist. Darüber hinaus kann Milchzucker in Süßstofftabletten, Medikamenten und Zahnpasta enthalten sein.

Der Einsatz von Milchzucker in der Lebensmittelindustrie erfolgt auch als Zusatzstoff, z. B. als Trägerstoff für Aromen oder als Emulgator. Inhaltsstoffe von Lebensmittelzusatzstoffen müssen in der Zutatenliste jedoch nicht aufgeführt sein, wenn sie weniger als 25 % des Zusatzstoffs ausmachen, sodass der Anteil an Milchzucker in der Regel nicht angegeben wird. Manche Hersteller legen allerdings Wert auf eine Volldeklaration aller Inhaltsstoffe oder auf den Hinweis "laktosefrei" beziehungsweise "laktosearm".

Laktosegehalt ausgewählter Lebensmittel

Lebensmittel (pro 100 Gramm) Milchzucker (Gramm)
Kondensmilch 9,6
Schmelzkäse 5,7
Trinkmilch 4,8
Buttermilch 4,0
Joghurt 4,0
Schlagsahne 3,4
Sahnequark 3,3
Doppelrahmfrischkäse 2,5
Butter 0,7
Quark, mager 0,7
Camembert in Spuren vorhanden
Emmentaler in Spuren vorhanden
Gouda in Spuren vorhanden

Aktualisiert: 20.01.2017 – Autor: Institut für Ernährungsmedizin

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