Magengeschwür & Co. – so erkennen Sie die Symptome!

Schmerzen durch Magengeschwür © iStock.com/AndreyPopov

Sowohl ein Magengeschwür als auch ein Zwölffingerdarmgeschwür sind durch charakteristische Symptome, wie stechende Schmerzen im Oberbauch gekennzeichnet. Häufig steht der Schmerz in direkter Beziehung zur Nahrungsaufnahme, denn die Geschwüre sitzen meist an typischer Stelle: entweder an der kleinen Magenkurve oder am Magenausgang, im Magenpförtner oder im Anfangsteil des Zwölffingerdarmes. An welchen Anzeichen erkennt man ein Magengeschwür und ein Zwölffingerdarmgeschwür, welche Ursachen kommen als Auslöser infrage und wie läuft die Diagnose ab?

Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür: Was ist das?

Bei einem Geschwür (medizinisch "Ulkus" oder "Ulcus" genannt) im Magen oder Darm kommt es durch eine dauerhafte Entzündung zur Schädigung der Schleimhaut im betroffenen Bereich. Unbehandelt können diese Geschwüre über die Schleimhaut hinaus in tiefere Gewebe- bis hin zu Muskelschichten vordringen. Bei einem Magengeschwür spricht man auch von einem "Ulcus ventriculi", bei einem Zwölffingerdarmgeschwür von einem "Ulcus duodeni".

Wie der Name schon sagt, bildet sich ein Magengeschwür im Magen, ein Zwölffingerdarmgeschwür im Zwölffingerdarm. Der Zwölffingerdarm ist der erste Abschnitt des Dünndarms. Den Übergang zwischen Magen und Zwölffingerdarm bildet ein Schließmuskel, der sogenannte Magenpförtner. Beide Geschwüre werden durch ähnliche Ursachen ausgelöst und machen sich durch ähnliche Symptome bemerkbar. Auch die Symptome von Geschwüren bei Frau und Mann unterscheiden sich nicht. Bei beiden Geschlechtern treten Ulkus-Erkrankungen etwa gleich häufig auf.

Zwölffingerdarm- und Magengeschwür: Symptome

Circa ein Drittel der Betroffenen mit Geschwüren im Magen oder Zwölffingerdarm weisen im Anfangsstadium überhaupt keine Symptome auf. Erst im späteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu den typischen Beschwerden.

An folgenden Anzeichen kann man ein Zwölffingerdarmgeschwür oder ein Magengeschwür erkennen:

  • krampfartige, drückende, kneifende oder (vor allem im Frühstadium) dumpfe Schmerzen im Oberbauch, oft zur linken Körperseite hin ausstrahlend
  • Schmerzen in Abhängigkeit von Mahlzeiten und in der Nacht
  • Blutungen
  • neu auftretende Unverträglichkeiten oder Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel
  • Übelkeit und Erbrechen, damit einhergehend Gewichtsverlust

Die unterschiedlichen Symptome werden im Folgenden genauer erklärt.

Schmerzen nicht zwingend ein Symptom

Beide Ulkus-Erkrankungen können über eine längere Zeit unentdeckt bleiben, da die Beschwerden nicht eindeutig sind. Schmerzen im Oberbauch können bei vielen Betroffenen auch gänzlich fehlen. Typisch für Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre ist, dass der Schmerz im Bauchbereich durch die Betroffenen lokalisiert werden kann – das heißt, der Schmerz ist auf eine bestimmte Stelle begrenzt und nicht diffus, auch wenn diese Stelle nicht dem genauen Ort des Geschwürs entsprechen muss.

Schmerzen während der Nacht und nach Mahlzeiten

Bei Geschwüren sind auch Schmerzen während der Nacht oder im Zusammenhang mit Mahlzeiten nicht unüblich, wobei es je nach Lokalisation des Geschwürs hier leichte Unterschiede gibt:

  • Hungerschmerz, der besonders bei nüchternem Magen (vermehrt nachts) in Erscheinung tritt, ist typisch für das Zwölffingerdarmgeschwür.
  • Frühschmerz, der sich vor allem direkt im Anschluss an die Nahrungsaufnahme einstellt, ist typisch für Geschwüre im Magenkörper.
  • Spätschmerz, der am stärksten ein bis drei Stunden nach dem Essen auftritt, zeigt sich vorwiegend bei Geschwüren des Magenpförtners und in seiner unmittelbaren Umgebung.

Blutungen als Anzeichen einer Ulkus-Erkrankung

Durch die Schädigung der Schleimhautoberfläche kann es zu wiederholten kleinen Sickerblutungen aus dem Zwölffingerdarm- oder Magengeschwür kommen. Daraus folgend kann eine Blutarmut mit Eisenmangel entstehen. Anzeichen für eine Blutarmut sind allgemeine Abgeschlagenheit und blasse Haut.

Stärkere Blutungen äußern sich in Form von Teerstuhl. Dieser zeigt sich als schwarzer, klebriger Stuhlgang. Außerdem können diese Blutungen auch zu ausgeprägtem Bluterbrechen (Hämatemesis) führen. In solchen Fällen kann sich relativ rasch eine für die betroffene Person lebensbedrohliche Situation durch einen Blutungsschock einstellen, weshalb dringend ärztlicher Rat gesucht werden sollte.

Wenn über die Blutung hinaus die Darm- oder Magenwand durchbrochen wird, gerät der Magen- oder Darminhalt in die Bauchhöhle, die sich wiederum entzündet. Neben der Bauchfellentzündung (Peritonitis) können ein akuter Bauch (akutes Abdomen) und ein lähmender Darmverschluss (paralytischer Ileus) entstehen. Ist es einmal zu diesem "Geschwürdurchbruch" gekommen, ist eine sofortige Operation notwendig, um einen tödlichen Verlauf zu verhindern.

Übelkeit und Unverträglichkeiten

Als häufige Symptome, die mit Magengeschwüren und Zwölffingerdarmgeschwüren einhergehen, gelten Übelkeit und Erbrechen. Gegenüber bestimmten Speisen können zudem Unverträglichkeiten beziehungsweise Abneigungen entstehen.

Häufig zu finden ist dieses Symptom bei "Säurelockern", das heißt bei Nahrungsmitteln, die eine Magensäurebildung besonders anregen. Dazu gehören zum Beispiel scharf Gebratenes, Fleischbrühe, fett Gebackenes, konzentrierter Alkohol, saure Weine, schwarzer Kaffee oder scharfe Gewürze.

Risikofaktoren und Ursachen

Die Ursachen für ein "Ulcus ventriculi" und ein "Ulcus duodeni" sind meist die gleichen. In der Regel handelt es sich um einen der folgenden Auslöser:

  • Geschwüre infolge einer bakteriellen Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis): Häufigster Auslöser ist hier das Bakterium Helicobacter pylori.
  • Längerfristige Einnahme bestimmter Medikamente: Insbesondere Rheuma-Medikamente oder Schmerzmittel, beispielsweise mit Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen, können die Schleimhäute schädigen und so Ulkus-Erkrankungen verursachen.
  • Genetische Veranlagung: Da immer wieder familiäre Häufungen von Magengeschwüren festgestellt werden, wird auch eine genetische Veranlagung als begünstigender Faktor diskutiert.
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse: Produziert die Nebenschilddrüse zu viel von dem Hormon Gastrin, wird mehr Magensäure produziert, wodurch es zur Bildung von Magengeschwüren kommen kann.

Bestimmte Risikofaktoren können zudem die Entstehung von Magengeschwüren begünstigen. Dazu zählen Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum, da beides reizend auf den Magen wirken kann. Auch Stress steht im Verdacht, indirekt die Entstehung von Magengeschwüren zu fördern. Denn anhaltender Stress kann zu einem erhöhten Alkohol- oder Nikotinkonsum führen oder eine ungesunde Ernährung (hektisches essen, mehr fett- und zuckerhaltige Lebensmittel) mit sich bringen. Zudem kann Stress Entzündungen der Magenschleimhaut auslösen, was wiederum Magengeschwüre zur Folge haben kann.

Diagnose von Ulkus-Erkrankungen

Um zu erkennen, ob ein Zwölffingerdarm- oder ein Magengeschwür vorliegt, wird die*der behandelnde Ärztin*Arzt zunächst ein Anamnese-Gespräch führen. In dessen Rahmen werden eventuelle Risikofaktoren und Auslöser, wie die Einnahme von Medikamenten, sowie die genaue Symptomatik abgeklärt.

Zusätzlich kann eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, also eine Spiegelung von Magen- und Zwölffingerdarm durchgeführt werden. Dabei können auch Proben des betroffenen Gewebes entnommen werden, um so auch Magenkrebs als seltene Ursache der Beschwerden ausschließen zu können. Mittels der Gewebeprobe wird außerdem der sogenannte Helicobacter-Urease-Test durchgeführt. Die vorherige Einnahme von Protonenpumpenhemmern oder Antibiotika (bis zu sechs Wochen vor der Untersuchung) kann das Ergebnis verfälschen und sollte deshalb vorher abgeklärt werden.

Die Spiegelung bietet zudem den Vorteil, dass in ihrem Rahmen auch Blutungen zum Beispiel durch Unterspritzung gestoppt werden können. Auch weitere Untersuchungen, wie eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung wertvolle Hinweise zu Auffälligkeiten liefern.

Die Blutwerte liefern ebenfalls einen Hinweis auf das Vorliegen eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs. Sind die Werte von Hämatokrit und Hämoglobin zu niedrig oder liegt ein Eisenmangel vor, kann dies ein Hinweis auf eine Blutung im Bauch- oder Darmbereich sein, welche oft mit einem Geschwür einhergeht.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
K25.-, K26.-

Aktualisiert: 15.04.2021 - Autor: überarbeitet: Jasmin Rauch

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