Geschwüre erkennen: Anzeichen und Symptome

Schmerzen durch Geschwür © istockphoto, AndreyPopov

Sowohl ein Magengeschwür als auch ein Zwölffingerdarmgeschwür sind durch krampfartige, drückende, dumpfe, kneifende oder stechende Schmerzen im Oberbauch gekennzeichnet, oft zur linken Körperseite hin ausstrahlend. Häufig steht der Schmerz in direkter Beziehung zur Nahrungsaufnahme: Die Geschwüre sitzen an typischer Stelle: entweder an der kleinen Magenkurve oder am Magenausgang, im Magenpförtner oder im Anfangsteil des Zwölffingerdarmes. Beim Magengeschwür verschwinden die Schmerzen nach dem Essen für ein paar Stunden.

Schmerzen während der Nacht

Bei Geschwüren sind auch Schmerzen während der Nacht nicht unüblich:

  • als Hungerschmerz, der besonders bei nüchternem Magen in Erscheinung tritt, typisch für das Zwölffingerdarmgeschwür
  • als Frühschmerz, der sich vor allem direkt im Anschluss an die Nahrungsaufnahme einstellt, typisch für Geschwüre im Magenkörper
  • als Spätschmerz, der am stärksten ein bis drei Stunden nach dem Essen auftritt, vorwiegend bei Geschwüren des Magenpförtners und in seiner unmittelbaren Umgebung

Schmerzen nicht zwingend ein Symptom

Beide Ulkus-Erkrankungen können über eine längere Zeit unentdeckt bleiben, da die Beschwerden nicht eindeutig sind. Die Schmerzen können bei vielen Ulkus-Patienten auch gänzlich fehlen. Aufgrund von wiederholten kleinen Sickerblutungen aus einem Ulkus duodeni oder Ulkus ventrikuli kann Blutarmut mit allgemeiner Abgeschlagenheit und blasser Hautfarbe vorhanden sein.

Stärkere Blutungen äußern sich in Form von Teerstuhl. Dies ist ganz schwarzer, klebriger Stuhlgang. Außerdem können diese Blutungen auch zu ausgeprägtem Bluterbrechen (Hämatemesis) führen. In solchen Fällen kann sich relativ rasch eine für den Patienten lebensbedrohliche Situation durch einen Blutungsschock einstellen.

Blutungen als Anzeichen eines Geschwürs

Wenn über die Blutung hinaus die Darm- oder Magenwand durchbrochen wird, gerät der Magen- oder Darminhalt in die Bauchhöhle, die sich wiederum entzündet. Neben der Bauchfellentzündung (Peritonitis) entsteht ein akuter Bauch (akutes Abdomen) und ein lähmender Darmverschluss (paralytischer Ileus). Ist es einmal zu diesem "Geschwürdurchbruch" gekommen, ist eine sofortige Operation notwendig, damit der Betroffene nicht verstirbt. Der Appetit ist im allgemeinen ungestört.

Gegenüber bestimmten Speisen können Unverträglichkeiten beziehungsweise Abneigungen festgestellt werden. Häufig zu finden ist dieses Symptom bei "Säurelockern", das heißt bei Nahrungsmitteln, die eine Magensaftbildung besonders anregen, also auch "das Wasser im Mund zusammenfließen lassen", zum Beispiel scharf Gebratenes, Fleischbrühe, fett Gebackenes, konzentrierter Alkohol, saure Weine, schwarzer Kaffee, scharfe Gewürze.

Weitere Anzeichen eines Geschwürs

Der Gesichtsausdruck ist oftmals leidend mit eingefallenen Wangen und tiefen, von der Nase zu den Mundwinkeln hin ziehenden Falten. Erbricht der Patient häufig, kann dies auf eine Verlegung des Magenausgangs in Folge akuter Ulzera oder schrumpfender Ulkusnarben hinweisen. Erbrechen kann jedoch auch als Ulkussymptom ohne Behinderung der Magenentleerung auftreten; der Mechanismus ist unklar.

Gewichtsverlust ist bei vielen Ulzera die Folge von Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Nahrungskarenz (zur Vermeidung nahrungsabhängiger Ulkusschmerzen). Ein ausgeheiltes Ulkus duodeni kann durch das vernarbte Gewebe zu einer Verengung des Dünndarmdurchmessers führen, so dass die Magenentleerung behindert wird. Dies kann zu wiederholtem Erbrechen führen.

Aktualisiert: 09.04.2015

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