Ursachen von Geschwüren

Schmerzen durch Geschwür © istockphoto, lolostock

Zwölffingerdarmgeschwüre und Magengeschwüre sind abgegrenzte entzündliche Prozesse der Schleimhaut von Magen oder Zwölffingerdarm (Duodenum). Immer gehen sie mit einem Substanzverlust des Gewebes einher, das geschwürig zerfällt. Magengeschwür heißt in der Fachsprache Ulkus ventriculi, Zwölffingerdarmgeschwür Ulkus duodeni - beide werden oft einfach nur als Ulkus (Geschwür) bezeichnet. Treten über Jahre immer wieder Ulzera auf, handelt es sich um die chronisch-rezidivierende Ulkuskrankheit. Das Ulkus ventriculi ist seltener als das Ulkus duodeni.

Häufigkeit der Geschwüre

Magengeschwüre sind bei Frauen und Männern gleich häufig, Zwölffingerdarmgeschwüre 3,5 mal häufiger bei Männern. Das Maximum der altersspezifischen Erkrankungshäufigkeit liegt für das Ulkus ventriculi bei den 60 bis 65, für das Ulkus duodeni erst bei 75 bis 80 Jahren. Sind direkte Verwandte (Kinder, Eltern, Großeltern) an einem Ulkus erkrankt oder ist die Blutgruppe Null zu finden, steigt das Erkrankungsrisiko für beide Formen der Ulkuskrankheit etwa um das 1,5-fache an.

Was ist ein Magengeschwür?

Das Magengeschwür ist ein umschriebener Schleimhautdefekt, der die tieferen Schichten der Magenwand erreicht und auch als Ulkus bezeichnet wird deren Durchmesser von wenigen Millimeter bis zu mehr als drei Zentimeter reichen kann. Aus einer über Wochen, Monate oder sogar Jahre anhaltenden Entzündung der Magenschleimhaut, der sogenannten chronischen Gastritis, können im nächsten Schritt Geschwüre entstehen.

Entstehung von Geschwüren

Nach früherer Ansicht lag der Erkrankung vor allem ein Ungleichgewicht zwischen aggressiven (die Schleimhaut angreifenden) und defensiven (die Schleimhaut schützenden) Faktoren zugrunde. Dieses Krankheitsverständnis muss um einen bedeutsamen Faktor ergänzt werden: Seit einigen Jahren weiß man nämlich, dass das Bakterium Helicobacter pylori wesentlich an der Entstehung von Geschwüren beteiligt ist.

Zirka 60 Prozent der Weltbevölkerung tragen den Helicobacter pylori-Erreger in der Magenschleimhaut. Es handelt sich um ein Bakterium, das Enzyme bildet, die an der Zellschädigung der Magenschleimhaut beteiligt sind. Das Geschwür kann allein oder mehrfach vorkommen. Ein weiterer wesentlicher Auslösefaktor ist der psychosoziale Stress, der über ein übererregbares vegetatives Nervensystem aggressive Mechanismen fördert, so beispielsweise neben noch ungeklärten biochemischen Einflüssen eine Erhöhung der Magensaftproduktion.

Auslöser und Ursachen

Doch können diese aggressiven Mechanismen wahrscheinlich nur bei einer entsprechenden ererbten Anlage wirksam werden. Anscheinend spielt auch die Persönlichkeit bei der Ulkus-Entstehung eine Rolle. Das heißt, psychosozialer Stress und Anlage für sich allein sind nicht einzig und allein ulkusauslösend, entscheidend ist die persönlichkeitsbedingte Art der Stressverarbeitung: Ulkus-Patienten leiden unter Schuldgefühlen, Frustrationen und einer ständigen Konfliktspannung. Jedenfalls scheinen die Mechanismen der Entstehung eines Ulkus multifaktoriell, das heißt durch vielerlei Faktoren bestimmt zu sein.

Beim Magengeschwür scheint neben biochemischen Faktoren und gestörten Rückkopplungsmechanismen der Salzsäuresekretion auch ein Missbrauch von Schmerztabletten und Alkohol eine zusätzliche Rolle zu spielen. Beim Zwölffingerdarmgeschwür werden auch Durchblutungsstörungen infolge einer nicht normalen Gefäßnerven-Aktivität vermutet. Rein statistisch ist die Blutgruppe Null bei Ulkusträgern gehäuft; möglicherweise ist das Fehlen von blutgruppenaktiven Substanzen ein fördernder Faktor.

Ulkuserkrankungen nehmen zu

Fest steht, dass Geschwürerkrankungen des Magens und des Zwölffingerdarmes in allen Industrieländern an Häufigkeit zunehmen. Moderner Lebensstil sowie körperliche und seelische Belastungen spielen für die Entstehung sicherlich eine Rolle. Daneben sind anlagebedingte Besonderheiten von Bedeutung. Empfindsame, nervöse Menschen von schlankem Körperbau erkranken besonders häufig. Es wird auch vermutet, dass sich bei den Geschwüren um eine krankhafte Selbstverdauung der Magen- beziehungsweise Zwölffingerdarmwand durch die in den Verdauungssäften vorhandenen Verdauungsenzyme handeln könnte.

Risikofaktoren für Magengeschwüre

Folgende Faktoren erhöhen das Krankheitsrisiko für ein Magengeschwür:

  • Mit Helicobacter pylori kontaminierte Nahrungsmittel
  • Mit Helicobacter pylori kontaminiertes Trinkwasser
  • Hohes Lebensalter
  • Bestehende Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel der Schilddrüse)
  • Chronische Erkrankungen, die eine regelmäßige und dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln und/oder Kortison erfordern.

Übermäßiger Alkohol-, Nikotin- und Koffeingenuss erhöhen das Erkrankungsrisiko zusätzlich.

Aktualisiert: 01.10.2014

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