Nebenwirkungen von Abführmitteln

Abführmittel sollten stets nur kurzfristig eingesetzt werden, da sie auf die Dauer schwere Nebenwirkungen haben können. Die meisten Abführmittel sind in der Regel nicht dazu geeignet, länger als ein bis zwei Wochen eingenommen zu werden. Denn wenn Abführmittel langfristig eingesetzt werden, besteht die Gefahr, dass durch die Reizung des Darms vermehrt Dickdarmpolypen auftreten. Haben diese Darmpolypen eine bestimmte Größe erreicht, können sie entarten und es kann Darmkrebs entstehen.

Blähungen und Bauchkrämpfe als Nebenwirkung

Bei der Einnahme von Abführmitteln kann es generell zu Blähungen und leichten Bauchkrämpfen kommen. Durchfall sollte jedoch nicht auftreten. Ist dies der Fall, wurden vermutlich zu hohe Dosen des Abführmittels eingenommen oder das Mittel wurde zu häufig verwendet. In der Regel sollte es genügen, das Abführmittel alle zwei bis drei Tage einzunehmen. Um die richtige Dosierung des Abführmittels zu bestimmen, sollten Sie sich an Ihren behandelnden Arzt oder einen Apotheker wenden.

Bei der Einnahme von Abführmitteln über einen längeren Zeitraum kann schnell ein Gewöhnungseffekt auftreten. Eine Stuhlentleerung ohne Abführmittel ist dann nicht oder nur noch schwer möglich. Ist der Gewöhnungseffekt eingetreten, werden immer größere Dosen benötigt, um noch eine abführende Wirkung erzielen zu können. Werden die Mittel wieder abgesetzt, arbeitet der Darm über einen längeren Zeitraum nur noch eingeschränkt.

Kaliummangel als gefährliche Nebenwirkung

Durch die Einnahme von Abführmitteln werden oft vermehrt Wasser und Mineralstoffe ausgeschieden. Dies kann dazu führen, dass sich die Darmtätigkeit noch weiter verringert. Auf lange Sicht kann die Einnahme von Abführmitteln so in einem Teufelskreis enden, der im schlimmsten Fall zu einer Abhängigkeit führen kann.

Besonders der Verlust von zu viel Kalium kann zu Störungen an verschiedenen Organen führen. Dazu gehören die Nieren und das Herz, aber auch die Muskulatur. Es kann zu Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Blasenlähmungen und Leberstörungen kommen.

Auch am Darm selbst können durch die Einnahme von Abführmitteln Veränderungen auftreten: Beispielsweise kann sich die Darmwand mit der Zeit verdünnen und die Darmmuskulatur durch den Kaliummangel geschwächt werden. Ist die Muskulatur geschwächt, kann der Darm den Inhalt nicht mehr in Richtung Ausgang pressen und es kommt erneut zu Verstopfungen – die allerdings durch das Abführmittel selbst hervorgerufen werden.

Besonders schwere Nebenwirkungen können möglicherweise bei der Einnahme von Abführmitteln mit Bisacodyl oder Phenolphthalein sowie bei antrachinonhaltigen Pflanzenextrakten wie Aloe oder Sennesblättern auftreten. Es besteht der Verdacht, dass durch die Einnahme der Abführmittel langfristig das Risiko für bestimmte Krebsarten wie Harnwegstumore ansteigt.

Wechselwirkungen mit Abführmitteln

Werden Abführmitteln eingenommen, kann es zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten wie beispielsweise der Anti-Baby-Pille kommen. Einige Medikamente können in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt, andere verstärkt werden. Für nähere Informationen sollten Sie einen genauen Blick auf die Packungsbeilage Ihres Abführmittels werfen oder sich an einen Arzt oder Apotheker wenden.

Abführmittel während der Schwangerschaft

Zwischen 10 und 30 Prozent aller schwangeren Frauen haben während der Schwangerschaft mit Verstopfungen zu kämpfen. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto häufiger treten Verstopfungen auf. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Körper während der Schwangerschaft verstärkt Hormone produziert, die sich negativ auf die Tätigkeit des Darms auswirken. Zudem können auch die zunehmende Vergrößerung der Gebärmutter, veränderte Essgewohnheiten sowie wenig Bewegung während der Schwangerschaft die Entstehung von Verstopfungen begünstigen.

Generell gilt, dass während der Schwangerschaft und der Stillzeit auf Abführmittel verzichtet werden sollte. Treten Verstopfungen auf, sollte zunächst versucht werden, diese auf eine natürliche Art und Weise zu beheben. Daneben können auch Quellmittel wie Leinsamen, Weizenkleie oder Flohsamen Abhilfe schaffen.

Nicht geeignet während der Schwangerschaft und Stillzeit sind anthrachinonhaltige Abführmittel. Sie können nämlich Kontraktionen der Gebärmutter auslösen sowie nach der Geburt in die Muttermilch übergehen. Dadurch können auch beim Neugeborenen Nebenwirkungen auftreten. Vor der Einnahme eines Abführmittels sollten Schwangere und stillende Mütter in jedem Fall mit ihrem Arzt Rücksprache halten.

Aktualisiert: 10.02.2016 – Autor: Kathrin Mehner

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?