Alkoholmissbrauch

Alkoholmissbrauch © pixabay, guard113

Die Alkoholkonzentration wird im Blut gemessen und in Promille angegeben. Dabei ist die Blutalkoholkonzentration sowohl von der aufgenommenen Alkoholmenge als auch von der gleichzeitig aufgenommenen Nahrung sowie von Geschlecht und Körpergewicht abhängig. Ferner spielt die Geschwindigkeit, mit der der Körper den aufgenommenen Alkohol abbaut, eine wichtige Rolle.

Alkoholrausch und seine Begleiterscheinungen

Obwohl der Alkoholspiegel nach Zufuhr einer bestimmten Trinkmenge starken individuellen Schwankungen unterliegt und somit nicht exakt voraussagbar ist, lässt sich dennoch folgende Faustregel formulieren:  Ein etwa 70 kg schwerer Mann hat nach einem Liter Bier oder einem halben Liter Wein einen Blutalkoholspiegel von ca. 0,5 Promille. In der Regel ist bei dieser Konzentration die Kritikfähigkeit bereits herabgesetzt, Hemmungen und allgemein gültige Verhaltensnormen werden leicht überwunden. Bei Blutkonzentrationen von 0,5 Promille ist die gesetzliche Grenze der Fahrtüchtigkeit erreicht, bei Werten über 2 Promille entwickeln sich starke Rauschzustände, die bei steigender Konzentration in Bewusstlosigkeit mit Atemlähmung und Tod übergehen können.

Beim Alkoholrausch treten weiterhin verminderte Denk- und Reaktionsfähigkeit, Koordinationsstörungen beim Sprechen und Gehen, Doppeltsehen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Schwäche, Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen, Drehschwindel, schwacher und schneller Puls und Untertemperatur auf. Die psychischen Auswirkungen sind individuell und je nach Grad der Trunkenheit verschieden: von Euphorie, guter Laune, Aggression und Selbstüberschätzung bis Trägheit, Müdigkeit oder depressiver Stimmung.

Alkoholismus?

Von Alkoholismus spricht man, wenn jemand länger als ein Jahr große Mengen Alkohol konsumiert, die Kontrolle über den Alkoholkonsum verloren hat und dadurch körperlich, psychisch und sozial geschädigt wird. Körperliche Langzeitschäden sind z.B. schwere chronische Magen- und Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Fettleber und Leberzirrhose, Hirn- und Nervenschäden, Blutbildveränderungen, Augenerkrankungen, Zittern, Schlafstörungen und Impotenz. Typische psychische Symptome sind Wesensveränderungen, Psychosen und Halluzinationen.

Häufigste Ursachen für einen Alkoholrausch

  • Zu schnelles Trinken. Alkohol wird in der Leber nur nach und nach zu Essigsäure abgebaut. Bei sehr schnellem Trinken entsteht rasch eine hohe Promillekonzentration.
  • Überschätzung des Alkoholabbaus im Körper. Pro Stunde werden pro Kilogramm Körpergewicht beim Mann nur 0,1 g Alkohol abgebaut, bei der Frau etwa 15% weniger.
  • Trinken, ohne gegessen zu haben. Bei leerem Magen wird der Alkohol noch schneller vom Magen in die Blutbahn aufgenommen. Auch Kaffee beschleunigt die Aufnahme des Alkohols in die Blutbahn.
  • Trinken von gesüßten alkoholischen Getränken, z.B. Cocktails oder Glühwein. Zucker beschleunigt die Aufnahme des Alkohols in die Blutbahn. Fetthaltige Speisen verlangsamen dagegen den Anstieg des Blutalkoholspiegels.
  • Trinken verschiedener Alkoholsorten führt schneller zu einem Rausch. Von minderwertigen Alkoholika bekommt man leichter Kopfschmerzen, nicht unbedingt aufgrund des Alkohols, sondern wegen der Zusatzstoffe.
  • Manche Menschen können, erblich bedingt, Alkohol nicht so schnell abbauen wie der Durchschnitt, sie sind also schneller berauscht. Frauen reagieren empfindlicher auf Alkohol als Männer ("vertragen weniger").
  • Und natürlich: zu viel trinken! Bier hat etwa 2-6% Alkohol, Wein und Sekt 7-10%, Südwein 15-17%, Liköre 30-35%, Schnäpse ca. 45%, Rum 40-80%.

Wann Sie zum Arzt müssen

Wenn Sie feststellen, dass Sie ohne Alkohol nicht mehr zurechtkommen. Wenn Ihnen klar wird, dass Ihr Alkoholkonsum verglichen mit früher deutlich angestiegen ist. Wenn Sie trinken, um Probleme zu vergessen. Beim Auftreten von körperlichen Entzugserscheinungen beim Versuch der Abstinenz. Wenn Sie in letzter Zeit mehrmals einen "Filmriss" hatten, also so berauscht waren, dass eine Gedächtnislücke zurückblieb. Wenn Sie selbst jemandem behilflich sein müssen, der eine akute Alkoholvergiftung hat, schützen Sie ihn vor Abkühlung und bringen Sie ihn ins nächste Krankenhaus. Dort wird man unter Umständen eine notfallmäßige Magenspülung vornehmen sowie Kreislauf und Atmung stabilisieren.

Auch als Angehöriger eines Alkoholikers oder einer Person, bei der Alkoholmissbrauch vermutet wird, können Sie sich an einen Arzt Ihres Vertrauens um Rat und Hilfe wenden! Der Arzt unterliegt in jedem Fall der Schweigepflicht. Bei Alkohol in der Schwangerschaft besteht ein hohes Risiko für ein vermindertes Geburtsgewicht und Missbildungen des Babys. Bei Einnahme von Psychopharmaka, Schlafmitteln oder starken Schmerzmitteln kann es im Zusammenhang mit Alkohol zu veränderten Wirkungen der Arzneimittel kommen und schon bei kleinen Alkoholmengen zu Vergiftungen.

Vorbeugung

Sicher ist: Alkohol ist nur in geringen Mengen ein Genussmittel. In höheren Dosen ist er ein Rauschmittel und in jedem Fall ein Zellgift. Folgende Tipps können helfen, den Alkoholkonsum in Grenzen zu halten:

  • Trinken Sie nicht, um Probleme zu vergessen. Trinken Sie lieber in Gesellschaft als allein.
  • Bei Feiern schon vorher ein Quantum an Alkoholika festlegen, das Ihnen bekommt. Dies auch anderen mitteilen, damit Sie sich auch daran halten. Lassen Sie sich danach nicht zum Weitertrinken "überreden".
  • Gläser vor dem Nachschenken immer erst austrinken, zur besseren Kontrolle.
  • Bei jeder Feier einmal kurz die negativen Erfahrungen mit Alkohol durchdenken, solange Sie noch völlig nüchtern sind.

Aktualisiert: 22.06.2016 – Autor: Meine-Gesundheit

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