Delir - Therapie

Das Alkoholdelir (Delirium tremens)

Ein Alkoholdelir weist einige Besonderheiten auf. Wichtig ist, dass es nicht das klassische Alkoholdelir gibt. Vielmehr unterscheidet man das seltenere Kontinuitätsdelir, das sich trotz Alkoholkonsums entwickelt, vom wesentlich häufigeren Alkoholentzugsdelir, das ein bis drei Tage nach dem Aussetzen der Alkoholzufuhr beginnt. Ungefähr jeder zehnte Alkoholkranke entwickelt im Laufe seiner Alkoholismus-Laufbahn ein Delir.

Ursachen und Symptome eines Alkoholdelirs

Häufig wird das Alkoholdelir durch einen Unfall ausgelöst, bei dem die Wunden des Alkoholkranken im Krankenhaus versorgt werden, er aber, z.B. durch eine Bewusstlosigkeit, nicht in der Lage ist, auf seine Alkoholkrankheit hinzuweisen: Als Folge erhält er keinen Alkohol und nach einigen Tagen gerät er in ein Entzugsdelir.

Diese Form zeigt die gleichen Symptome wie jedes andere Delir; charakteristisch ist zudem oftmals eine erhöhte Suggestibilität, die sich wie folgt äußern kann: Wenn man den Betroffenen bittet, etwas von einem leeren Blatt Papier abzulesen oder einen nicht vorhandenen Faden von der Bettdecke aufzunehmen, führt er beide Tätigkeiten widerspruchslos aus. Fast die Hälfte aller Alkoholdelirien beginnt mit einem epileptischen Krampfanfall, auch sind die Delirsymptome stärker ausgeprägt.

Was kann man gegen ein Delir tun?

Am wichtigsten ist es, die auslösende Ursache für das Delir zu finden – denn nur dann können die symptomatischen Maßnahmen dauerhaft zu einer Besserung des Gesundheitszustands führen. Symptomatisch werden alle wichtigen Herz-Kreislauf-Parameter überwacht, die Wasser- und Nahrungsaufnahme kontrolliert und Medikamente gegen die Störungen von Wahrnehmung, Psychomotorik, Schlaf und Erregung gegeben. Wenn der Betroffene äußerst erregt ist und die Gefahr einer Verletzung besteht, werden beruhigende Medikamente eingesetzt – in seltenen Fällen kann die Fixierung des Patienten nötig sein.

Ein Alkoholdelir behandeln

Beim Alkoholdelir werden zusätzlich spezielle Medikamente gegeben, die die Entzugssymptomatik mildern. Um den neurologischen Folgeschäden vorzubeugen, ist außerdem eine hochdosierte Vitamingabe nötig, um mögliche Nervenschäden abwenden. Ein Delir bildet sich oft nach wenigen Tagen zurück, gerade ein Alkoholdelir kann aber auch länger, im Extremfall bis zu 20 Tage andauern.

Aktualisiert: 11.01.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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