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Juvenile idiopathische Arthritis - Diagnose und Therapie

Kinder mit juveniler idiopathischer Arthritis © istockphoto, supersizer

Weil in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt ist, dass auch Kinder an Rheuma erkranken, wird juvenile idiopathische Arthritis oft viel zu spät erkannt. Tatsächlich ist trotz vieler typischer Symptome die zweifelsfreie Diagnose und die Abgrenzung zu anderen entzündlichen Krankheiten nicht ganz einfach. Blutuntersuchungen, Röntgenbilder und der so genannte Rheumafaktor liefern im frühen Stadium oft keine Hinweise.

Diagnose bei juveniler idiopathischer Arthritis

Die Ärzte sprechen von einer juvenilen idiopathischen Arthritis, wenn die Gelenkentzündung mindestens sechs Wochen ununterbrochen bestanden hat und wenn die Ursache der Gelenkentzündung unbekannt bleibt.

Juvenile idiopathische Arthritis behandeln

Neue Medikamente und neue Therapiekonzepte haben die Behandlung von juveniler idiopathischer Arthritis in den vergangenen Jahren geradezu revolutioniert. Der Durchbruch beruht auf dem wachsenden Verständnis der Krankheitsprozesse sowie den Fortschritten in Molekularbiologie und Biotechnologie. Grundsätzlich gilt: Je früher der Arzt die tückische Krankheit diagnostiziert, desto größer sind die Chancen sie wirkungsvoll zu kontrollieren. Fünf Medikamentengruppen, begleitet von Krankengymnastik, Ergotherapie, Patientenschulungen und psychologischer Betreuung, kommen heute in der Therapie zum Einsatz.

Medikamente in der Therapie

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Kindern sind im Vergleich zu Erwachsenen allerdings stark eingeschränkt: Da es nur wenige wissenschaftliche Studien und damit zuverlässige Daten über die Anwendung bei Kindern gibt, sind viele Medikamente nicht für die Behandlung von Kindern zugelassen.

Schmerzmittel (Analgetika): Sie bekämpfen nur den Schmerz und beeinflussen nicht die typischen Symptome wie Gelenkschwellungen oder Morgensteifigkeit.

Cortisonfreie Entzündungshemmer (nicht-steroidale Antirheumatika): Diese Medikamente wirken sehr schnell, aber nur kurz auf die Entzündung vor Ort, also gegen Gelenkschwellung, Überwärmung und Steifigkeit. Keinen Einfluss haben sie auf die so genannte systemische Entzündung. Sie vermag weder die erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit noch den erhöhten Anteil des c-reaktiven Proteins (CRP) im Blut zu senken. Bei leichteren Verläufen reicht diese Therapie oft aus, um die Krankheit zur Ruhe zu bringen.

Cortison: Mit Cortison gelingt es, akute Entzündungen schnell in den Griff zu bekommen. Entzündungen vor Ort klingen schnell ab. Blutsenkung und andere Entzündungswerte normalisieren sich. Die Wirkung hält aber nicht lange an. Zudem kann Cortison Veränderungen an Gelenkknorpel oder Knochen nicht aufhalten. Cortison wird bei Kindern wegen seiner gravierenden Langzeitnebenwirkungen und wachstumshemmenden Wirkung sehr zurückhaltend angewendet.

Langwirksame Antirheumatika (Disease Modifying Antirheumatic Drugs): Basismedikamente greifen regulierend in das Immunsystem ein. Sie reduzieren und verhindern Schäden, die durch chronische Entzündungen an Gelenkknorpel oder Knochen verursacht werden. Im günstigsten Fall leiten sie sogar die Reparatur von Gelenkschäden ein. Langwirksame Antirheumatika sind schmerzlindernd und entzündungshemmend. Die positiven Effekte werden nicht wie bei Cortison von schweren Nebenwirkungen begleitet.

Krankheitskontrollierende Medikamente (Disease Controlling Antirheumatic Drugs): Nicht alle Patienten sprechen in ausreichendem Maße auf die traditionellen Medikamente an. Neue Hoffnung gibt gerade ihnen eine neue Medikamentenklasse aus der Gruppe der biologischen Therapien: die TNF-a-Hemmer. Sie blockieren den körpereigenen Botenstoff TNF-a, der die Entzündung auslöst und verstärkt. Klinische Studien belegen, dass diese neuen Medikamente die Zerstörung von Knorpeln und Knochen verlangsamen und bei einem Teil der Patienten sogar vollständig hemmen.

Aktualisiert: 20.01.2017 – Autor: Wyeth Pharma GmbH

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