Rheumatoide Arthritis: Ursachen und Symptome

Rheumatoide Arthritis am Arm © istockphoto, CentralITAlliance

Unter dem Begriff "Rheuma" wird eine Vielzahl unterschiedlicher entzündlicher (zum Beispiel Morbus Bechterew) oder durch Verschleiß hervorgerufener Gelenkkrankheiten (zum Beispiel Arthrose) und Weichteilerkrankungen zusammengefasst. Insgesamt sind in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen von rheumatischen Erkrankungen betroffen. Das Wort "Rheuma" heißt Fluss und kennzeichnet den fließenden Schmerz, der von Gelenk zu Gelenk durch den Körper zieht. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter "Rheuma" meist die rheumatoide Arthritis, auch als chronische Polyarthritis bezeichnet.

Was ist eine rheumatoide Arthritis?

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Gelenkerkrankung, die zur Zerstörung und Verformung der betroffenen Gelenke führt. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte systemische Autoimmunkrankheit. Etwa 1 % der Bevölkerung leiden an der rheumatoiden Arthritis. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer.

Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf, es können aber auch schon kleine Kinder erkranken. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Wichtigstes Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten zu verhindern. Die wichtigsten Maßnahmen dabei sind eine frühzeitige und sorgfältige medikamentöse Therapie.

Ursachen ungeklärt

Die Ursache der rheumatoiden Arthritis ist noch ungeklärt. Eine erbliche Veranlagung zu entzündlichen Reaktionen gegen körpereigene Stoffe scheint eine Rolle zu spielen. "Rheumafaktoren", das heißt Abwehrstoffe gegen körpereigene Faktoren (Autoantikörper) tragen dabei zum Krankheitsprozess bei. Hinzu kommt die Wucherung der Gelenkhaut (Synovia), die das Gelenk umschließt und Nerven und Gefäße enthält.

Rheumatoide Arthritis: Symptome

Erste Symtpome der rheumatoiden Arthritis sind Schmerzen, Steifigkeit der Gelenke besonders am Morgen, Kraftlosigkeit und Schwellung der Fingergelenke an beiden Händen. Bei einem Drittel der Betroffenen beginnt die Erkrankung untypisch, das heißt nur wenige Gelenke sind befallen. Begleitend treten meist Allgemeinbeschwerden wie Mattigkeit, Gewichtsverlust und leichtes Fieber auf.

Bei 20% der Patienten gehen die Krankheitserscheinungen spontan wieder zurück. Bei der großen Mehrzahl schreitet die rheumatoide Arthritis allerdings fort. Es kommt zu "Schüben", die zur Gelenkzerstörung und -verformung führen können. Funktion und Kraft im Bereich der betroffenen Gelenke sind einschränkt.

In manchen Fällen werden auch andere Organe (zum Beispiel Augen, Herz, Knochenmark) von der "Entzündung" befallen. Es können "Rheumaknoten" in Haut, Lunge und Herz entstehen. Darüber hinaus gibt es viele Sonderformen der rheumatoiden Arthritis, bei denen besondere Symptom-Kombinationen vorliegen, die eine besonderen Verlauf haben.

Auswirkungen von rheumatoider Arthritis

Im Vordergrund der rheumatoiden Arthritis steht der Schmerz und die Zerstörung des Gelenkes. Verformungen und Funktions- einschränkungen sind die Folge. Im Alltag führen diese Funktionseinschränkung zu erheblichen Behinderungen, zum Beispiel beim Gehen, Anziehen oder bei alltäglichen Handgriffen wie Flaschen öffnen. Der Befall innerer Organe kann ebenfalls die Lebensqualität verschlechtern und im Extremfall sogar die Lebenserwartung verkürzen.

So gelingt die richtige Diagnose

Zu den wichtigsten Untersuchungen gehören die körperliche Untersuchung, Blut- und Gewebeuntersuchungen sowie das Röntgenbild. Meist kann die Diagnose nicht gleich zu Beginn der Erkrankung gestellt werden, sondern erst im weiteren Verlauf, da zu Beginn in der Regel nur wenige typische Anzeichen vorhanden sind. Die Diagnose "rheumatoide Arthritis" wird gestellt, wenn 7 der folgenden 10 Punkte erfüllt sind:

  1. Morgensteifigkeit der Gelenke
  2. Bewegungs- oder Druckschmerz in mindestens einem Gelenk
  3. Weichteilschwellung oder Erguss (Flüssigkeitsansammlung) in mindestens einem Gelenk
  4. Schwellung in mindestens einem weiteren Gelenk (freies Intervall maximal 3 Monate)
  5. Beidseitige symmetrische Gelenkschwellung
  6. Rheumaknoten
  7. Typische Veränderungen im Röntgenbild
  8. Rheumafaktoren im Blut positiv
  9. positiver Nachweis bestimmter Schleimstoffe (Muzine) im Blut, die die Haut vor chemischen bzw. mechanischen Einwirkungen schützen
  10. Im Zellbild (histologische Untersuchung) sichtbare typische Veränderungen der Gelenkhaut (Synovia)

Aktualisiert: 05.04.2017 – Autor: Udo Schmidt

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