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Vitamin E bringt Gelenke in Schwung - Therapie bei Arthritis & Co.

Vitamin E für ein arthritisches Kniegelenk © istockphoto, KenTannenbaum

Hoch dosiertes Vitamin E ist ein starker Partner bei der Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen wie beispielsweise Gicht, Arthrose oder Arthritis. Dies ergab eine EMNID-Umfrage mit 100 niedergelassenen Rheumatologen aus Deutschland aus dem Jahr 2006. 80 Prozent der befragten Ärzte setzen das fettlösliche Vitamin zur Behandlung von Patienten mit entzündlichen Gelenkbeschwerden ein. Vitamin E neutralisiert freie Sauerstoffradikale, die bei entzündlichen Gelenkerkrankungen eine zerstörerische Rolle spielen, drängt Entzündungen zurück und lindert Schmerzen.

Behandlungsmöglichkeiten

Dabei verwenden vier von fünf Rheumatologen das Vitamin in hoch dosierter Form ab 400 internationale Einheiten, jeder fünfte behandelt die Erkrankung sogar ausschließlich mit Vitamin E. Die Mehrzahl der Befragten (69 Prozent) setzte das fettlösliche Vitamin vor allem in Kombination mit so genannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) ein. NSAR sind entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, die kein Kortisol enthalten.

Die Wirkung dieser Medikamente ist gegeben, jedoch kann es zu heftigen Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich kommen. Deshalb dosieren Ärzte diese Antirheumatika möglichst niedrig. Dazu der erfahrene Rheumatologe Professor Johann D. Ringe vom Klinikum Leverkusen: "Eine ergänzende Therapie mit hochdosiertem Vitamin E ist eine gute Möglichkeit, die Dosis der NSAR zu senken und so die Lebensqualität der Patienten deutlich zu erhöhen."

Positive Therapieergebnisse

Drei von vier Rheumatologen bewerteten den Therapieerfolg von Vitamin E mit "gut" (28 Prozent) oder "befriedigend" (49 Prozent). Die Meinung ihrer Patienten beschreiben die Ärzte ähnlich: Knapp 80 Prozent der Patienten berichteten ihren Therapeuten, dass die Therapie mit 400 bis 1.000 I.E. Vitamin E täglich "gut" oder "befriedigend" gewirkt habe.

Erhöhter Vitamin E Bedarf bei Gelenkerkrankungen

Das Potenzial von Vitamin E zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen hat sich in einer Vielzahl klinischer Studien gezeigt. Darin wurde Vitamin E in Dosierungen zwischen 600 und 1.600 I.E. über einen Zeitraum von drei Wochen bis drei Jahren eingesetzt. Aus diesen Studien liegen Hinweise auf deutliche schmerzlindernde Effekte und auf eine verbesserte Beweglichkeit vor.

Die Studienergebnisse werden durch die Erfahrungen aus der Praxis bestätigt. Dr. Wolfgang Brückle, Chefarzt an der Rheumaklinik Bad Nenndorf und Fachreferent der deutschen Rheumaliga, erklärt warum: "Untersuchungen haben gezeigt, dass Patienten mit entzündlichen Gelenkerkrankungen einen höheren Bedarf an Vitamin E haben und somit oft unterversorgt sind." Denn aufgrund der chronischen Arthrose-Erkrankung wird vermehrt Vitamin E im Gelenk verbraucht – so der Befund einer im Jahr 2010 durchgeführten klinischen Studie am Siriraj-Universitätsklinikum von Bangkok.

"Auch bei den degenerativen Erkrankungen, den Arthrosen, spielt Vitamin E eine Rolle. Ein Großteil der Schmerzen wird durch so genannte aktivierte Arthrosen verursacht. Dabei ergeben sich durch den abgeriebenen Knorpel Reizungen im Gelenk, die dann zu einer lokalen Entzündung und schließlich zu weiteren Schmerzen führen. Vitamin E kann helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen."

Vitamin E aus natürlichen Quellen

Für eine gezielte Prävention wie auch Therapie empfehlen viele Fachleute Vitamin E aus natürlichen Quellen, da der Körper es doppelt so gut aufnehmen kann wie die synthetische Variante. Reich an natürlichem Vitamin E sind zum Beispiel Pflanzenöle, Haselnüsse, Himbeeren und Wirsing. Der lateinische Name für Vitamin E ist Tocopherol, der griechische Buchstabe α (sprich: alpha) wird voran gestellt. Die synthetische Form wird als dl-α-Tocopherol bezeichnet.

Die natürliche Form von Vitamin E ist d-α-Tocopherol (manchmal auch RRR-α-Tocopherol). Ein einziger kleiner Buchstabe weist also auf einen großen Unterschied in der Wirkung hin.

Quelle: EMNID Umfrage „Erfahrungen mit hochdosiertem Vitamin E", N= 100 niedergelassene Rheumatologen, Juni 2006


Aktualisiert: 27.02.2013 – Autor: Publicis Vital PR, überarbeitet: gesundheit.de

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