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Rheuma – Ein Name für 400 Krankheiten

Mann mit Rheuma © istockphoto, NADOFOTOS

Rheumatische Erkrankungen verlaufen meist chronisch, sind schmerzhaft und meistens mit einer dauerhaften Bewegungseinschränkung verbunden. Mehr als 450 Erkrankungen ganz unterschiedlicher Ursachen zählen zum rheumatischen Formenkreis. Zwischen 200 und 400 Erkrankungen (je nach Einteilung) des Muskel-Skelett-Systems werden als Rheuma zusammengefasst.

Arten von Rheuma

Die unterschiedliche Einteilung liegt an der nicht einheitlichen Definition des Fachgebiets Rheumatologie (der medizinischen Fachrichtung, der sich mit Rheuma-Erkrankungen befasst). Die vier bzw. fünf wichtigsten Gruppen umfassen:

  1. Degenerative Erkrankungen Verschleiß der verschiedenen Gelenke, wie sie bei Arthrose vorliegt. Diese Erkrankungen machen etwa die Hälfte aller Rheuma-Erkrankungen aus und treten oft an den Hüftgelenken, Kniegelenken oder der Schulter auf. Aber auch Beschwerden der Achillessehne, Tennisarm oder Mausarm und Bandscheibenschäden gehören dazu.
  2. Weichteilrheumatismus Hier sind nicht die Gelenke betroffen, sondern die "Weichteile" des Körpers. Neben Sehnen und Muskeln sind häufig auch innere Organe beeinträchtigt wie bei der Fibromyalgie. Diese schlecht zu diagnostizierende Art Erkrankungen macht inzwischen fast 40 % der Rheuma-Erkrankungen aus.
  3. Entzündlich-rheumatische Krankheiten Hier spielt das Immunsystem verrückt. Es bildet Antikörper gegen körpereigene Bestandteile (Autoimmun-Antikörper) – und der Körper reagiert darauf mit einer Entzündung. Bei der rheumatoiden Arthritis wird die Gelenkinnenhaut von Hand- und Fußgelenken angegriffen, beim Morbus Bechterew die Wirbelsäulengelenke, bei der Psoriasis-Arthritis (der Gelenkentzündung bei Schuppenflechte) die Finger- oder Zehengelenke. Diese Formen machen zwar nur 10 % der Rheuma-Erkrankungen aus, aber sie nehmen oft einen schwerwiegenden Verlauf. Auch Gelenkentzündungen beim Morbus Crohn, bei Borreliose und die Reiter-Krankheit gehören in diese Gruppe - außerdem Erkrankungen des Bindegewebes und der Gefäße wie Lupus erythematodes, Sklerodermie, das Sjögren-Syndrom und Polymyalgia rheumatica. 
  4. Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden Auch pararheumatische Erkrankungen genannt. Dazu zählen Gicht, Osteoporose - die bei Männern genauso wie bei Frauen auftreten kann - oder Rachitis. Den Erkrankungen ist gemeinsam, dass Veränderungen im Knochen- oder Gelenkstoffwechsel auftreten, die zu Beschwerden führen.
  5. Rückenbeschwerden Die Rheuma-Liga führt Rückenbeschwerden (Dorsopathien) als eine eigene Gruppe an, so dass fünf Gruppen unterschieden werden.

Aktualisiert: 11.11.2016 – Autor: Nathalie Blanck

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