Sklerodermie: Diagnose und Behandlung

Neben der Krankengeschichte und den Haut-Symptomen sind unter anderem auch die Laborbefunde von Blut und Gewebe wichtig. Dafür ist es von Vorteil zwischen der progressiven systemischen Sklerodermie und der zirkumskripten Sklerodermie zu unterscheiden.

Ausprägungen von Sklerodermie

  • Bei der progressiven systemische Sklerodermie finden sich bestimmte Eiweißstoffe der Abwehr (antinukleäre Antikörper) im Blut, die nicht nur zur Diagnosesicherung, sondern auch zur Einteilung der Formen und damit der Prognose dienen. Auch die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) als unspezifisches Zeichen einer Entzündung ist meist erhöht. Mit speziellen Untersuchungen wie zum Beispiel der Kapillarmikroskopie, bei der die kleinen Gefäße am Nagelbett beurteilt werden, der Druckmessung in der Speiseröhre, dem Herzultraschall oder der Lungenfunktionsprüfung lassen sich Aussagen über die Organbeteiligung und das Stadium treffen.
  • Die zirkumskripte Sklerodermie wird mittels Hautgewebsprobe nachgewiesen, daneben kommen Sonographie, Temperatur- und Durchflussmessmethoden (Thermographie, Laser-Doppler-Flowmetrie) sowie Kernspinuntersuchungen des Schädels vor allem zur Verlaufsbeobachtung zum Einsatz.

Behandlung der Sklerodermie

Da die Ursache unklar ist, können nur die Symptome behandelt werden. Ziel ist, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern oder zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern. Bei der progressiven Form hat neben der Behandlung mit Medikamenten wie Kortikoiden, Immunsuppressiva, gefäßerweiternden, blutdrucksenkenden Mitteln und Schmerzmitteln die physikalische Therapie einen hohen Stellenwert. Dazu gehören zum Beispiel: Krankengymnastik, Lymphdrainage, Bindegewebsmassage, Kohlesäurebäder, Elektrotherapie und Wärmebehandlungen.

In Erprobung sind Substanzen wie Interferon, die die Bindegewebsneubildung hemmen; gute Erfahrungen wurden auch mit der Infusionstherapie mit Iloprost gemacht, einem Wirkstoff, der bestimmte Zellen schützt. Bei der lokalen Form werden Bestrahlungen (Phototherapie) eingesetzt, daneben kommen auch hier Kortikoide und die physikalische Therapie zum Einsatz.

In Erprobung sind Substanzen wie Tacrolimus, ein lokal eingesetzter Hemmstoff des Calcineurin (ein Enzym, das in der Immunabwehr eine Rolle spielt), gute Erfahrung wurde bei bestimmten Formen auch mit Methotrexat gemacht, einem Gegenspieler der Folsäure, der oft bei schwerem Rheuma eingesetzt wird.

In manchen Fällen sind auch operative Eingriffe unumgänglich, zum Beispiel um Hautdefekte aufzufüllen oder Versteifungen zu beheben. Auch der Betroffene kann etwas tun: Eine sorgfältige Hautpflege mit fettenden Salben, Vermeiden von Kälte und Feuchtigkeit, konsequenter Verzicht auf Zigaretten, das regelmäßige Anwenden von Augensalben und regelmäßige Bewegungsübungen beispielsweise in Form von Stricken, Malen oder einem Instrument spielen lindern die Beschwerden.

Pfefferminzhaltige Bonbons oder Kaugummis und häufige kleine Mahlzeiten bessern die Mundtrockenheit und die Schluckbeschwerden. Es empfiehlt sich, den Jahresurlaub in den kalten Wintermonaten in südlichen Ländern zu verbringen.

Verlauf und Prognose der Sklerodermie

Die Prognose hängt stark von der Form und dem Befallsmuster ab. Die zirkumskripte Sklerodermie zeigt in vielen Fällen nach eineinhalb bis zwei Jahren einen spontanen Stillstand. Bei der progressiven Form sind die Leistungseinschränkung umso höher und die Lebenserwartung umso schlechter, je früher und je mehr Organe beteiligt sind.

Aktualisiert: 23.10.2017 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?