Leinsamen – Dosierung

Leinsamen mit Leinsamenöl © istockphoto, HandmadePictures

Leinsamen: Dosierung und Darreichungsform

Als Abführmittel können 10 g der unzerkleinerten oder frisch geschroteten Leinsamen (1 Teelöffel entspricht etwa 4 g) mit viel Flüssigkeit jeweils zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Zur Behandlung von Darmentzündungen ist das Vorquellen mit reichlich Flüssigkeit empfehlenswert. Bei Gastritis können Leinsamen in Form von Schleim eingenommen werden. Hierzu 5-10 g der unzerkleinerten Samen mit 150 ml kaltem Wasser ansetzen, etwa 20-30 Minuten ziehen lassen und dann die Flüssigkeit abgießen.

Es empfiehlt sich, trotzdem immer noch etwas Flüssigkeit hinterher zu trinken.

Für die äußere Anwendung können 30-50 g Leinsamen zur Anfertigung eines feucht-heißen Breiumschlages verwendet werden.

Leinsamen in fertigen Produkten

Im Handel existieren außerdem zahlreiche pflanzliche Arzneimittel, die Leinsamen enthalten. So können diese beispielsweise in Form von Kapseln eingenommen werden. In vielen Kombinationspräparaten sind Leinsamen als Füll- oder Hilfsstoff enthalten.

Mittlere Tagesdosis

Innerlich kann 2-3-mal täglich je ein Esslöffel (1 Esslöffel entspricht etwa 10 g) der unzerkleinerten oder "aufgeschlossenen" Samen, zusammen mit jeweils etwa 150 ml Flüssigkeit eingenommen werden. "Aufgeschlossen" bedeutet, dass die Samen nicht geschrotet, sondern lediglich angequetscht werden.

Alternativ, besonders bei Entzündungen des Magen-Darm-Traktes, können auch 2-3 Esslöffel der geschroteten oder zerkleinerten Leinsamen zu einem Schleim verarbeitet werden (siehe unter "Darreichungsform"). Kinder zwischen 6 und 12 Jahren sollten jeweils nur die Hälfte der angegebenen Dosierung anwenden.

Leinsamen – Zubereitung und Aufbewahrung

Eine Teezubereitung aus Leinsamen ist nicht üblich.

Leinsamen sollten trocken und vor Licht geschützt aufbewahrt werden.

Wann darf man Leinsamen nicht einnehmen?

Leinsamen dürfen bei einem bestehenden oder auch nur drohenden Darmverschluss sowie bei Stuhlverhalt nicht eingenommen werden. Weitere Gegenanzeigen für die Anwendung sind:

  • Verengungen der Speiseröhre (Schluckbeschwerden!) und anderer Darmabschnitte
  • akut-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Collitis ulcerosa
  • Erkrankungen des Mageneingangs
  • Bauchschmerzen unklarer Ursache
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Bei der Einnahme von Leinsamen sollten Sie stets darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ein Richtwert sind 150 ml je eingenommener Einzeldosis Leinsamen. Bei Nichtbeachtung dieser Maßnahme können Leinsamen vorzeitig quellen und den Rachenraum oder die Speiseröhre verstopfen.

Bei länger andauernder Verstopfung und Unregelmäßigkeiten beim Stuhl sowie bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt unklarer Herkunft sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Für die äußere Anwendung gilt, dass bei starker Rötung der Wundränder, Eiteraustritt und stark nässenden Wunden ebenfalls eine ärztliche Abklärung erforderlich ist. 

Autor: Dr. med. Carmen Monasterio, Fachärztin für Innere Medizin

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