Wermut – Dosierung

Wermutkraut wird ausschließlich in flüssiger oder fester Form zur oralen Anwendung angeboten. Die Darreichungsform ist vielfältig und reicht von Tees, Tropfen, Säften, Lösungen und Mixturen über Fluidextrakte und Tinkturen bis hin zu Trockenextrakten in Form von Dragees und Tabletten.

Die mittlere Tagesdosis von 2-3 g der getrockneten Droge sollte nicht überschritten werden.

Wermut: Zubereitung als Tee

Für die Teezubereitung werden etwa 1-1,5 g der Droge (entspricht maximal einem Teelöffel) fein geschnitten, mit kochendem Wasser übergossen und durch ein Teesieb gegeben. Der Tee sollte zur Appetitanregung etwa 30 Minuten vor dem Essen, zur Förderung der Verdauungssäfte und insbesondere des Gallenflusses (Cholagogum) etwa 30 Minuten nach dem Essen getrunken werden.

Es können auch Extrakte, feste Zubereitungen und Tinkturen eingenommen werden.

Gegenanzeigen: Wann sollte man Wermut nicht einnehmen?

Wermut sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Auch eignet es sich nicht zur Behandlung von Magen-Darmbeschwerden, die von einer vermehrten Säureproduktion oder Gallensteinen herrühren.

Besondere Hinweise

Präparate, die Wermutkraut enthalten sollten maximal 3-4 Wochen am Stück eingenommen werden, da es sonst zur Abneigungsentwicklung gegen Wermut kommen kann. Wermut kann auch in Kombination mit anderen Bittermitteln sinnvoll sein.

Wermut in Absinth

In vielen Staaten waren und sind auch heute noch Absinth-Liköre (Lösungen des ätherischen Öls in Alkohol) wegen ihrer schädlichen Wirkung insbesondere bei Dauerkonsum verboten. Bei chronischer Einnahme kann es zum sogenannten Absinthismus mit Symptomen wie neurotoxischen Problemen, psychischen Beschwerden, Halluzinationen, Delirium und erhöhter Suizidgefahr kommen.

Traurige Berühmtheit erlangte Absinth in diesem Zusammenhang durch den berühmten Maler Vincent van Gogh, der gegen Ende seines Lebens wahrscheinlich unter derartigen absinth-verursachten Beschwerden litt.

Gefährdung durch Thujon?

Kontrovers beurteilt wird, ob Thujon alleine oder dessen Kombination mit Alkohol ursächlich für derartige Schäden sind. In Deutschland werden die zulässigen Grenzwerte für Thujon heute durch lebensmittelrechtliche Vorschriften geregelt. Die gelegentliche Aufnahme kleiner Thujonmengen mit Arzneimitteln oder der Nahrung stellt vermutlich jedoch kein Gesundheitsrisiko dar.

Wie sollte man Wermut lagern?

Die Droge sollte vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden. Die optimale Aufbewahrung ist in dicht schließenden Gefäßen, die nicht aus Kunststoff bestehen.

Autor: Dr. med. Carmen Monasterio

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Heilpflanzen-Lexikon durchsuchen

Wonach suchen Sie? Bitte wählen Sie eine Kategorie: