Gerontologie: Die häufigsten Probleme im Alter

Die körperlichen Veränderungen, die im Alter auftreten, bringen auch gesundheitliche Probleme mit sich. Zu den häufigsten Problemen, mit denen sich die Gerontologie beschäftigt, gehören beispielsweise Inkontinenz, Verletzungen durch Stürze oder die Entwicklung von Krankheiten wie Demenz. Diese und weitere typische Gesundheitsprobleme im Alter stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Welche Probleme sind am häufigsten?

Viele Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall treten im Alter zwar häufiger auf als in jüngeren Jahren – sie sind aber keine typischen Alterserscheinungen. Anders sieht es mit Krankheitszeichen aus, die auftreten, wenn mehrere Organsysteme durch Alterserscheinungen in ihrer Funktion eingeschränkt sind und es am Zusammenspiel zwischen Gehirn, Nerven und Muskeln hapert.

Inkontinenz

Von den über 65-jährigen Frauen sind ca. 15 %, von den Männern ca. 7 % von einer Inkontinenz betroffen, bei den über 80-Jährigen sind es bereits 25 % – wenn sie zu Hause leben. Bei Pflegeheimbewohnern sind die Zahlen doppelt so hoch. Insgesamt sind in Deutschland ca. 5 Millionen Menschen inkontinent.

Sturzgefahr

Durch die Abnahme von Muskelmasse und Kraft, Verschlechterung des Sehvermögens und des Gleichgewichtssinn stürzen 30 % der über 65-Jährigen und 50 % der über 80-Jährigen mindestens einmal pro Jahr.

Gangstörungen

Mit zunehmendem Alter benötigen immer mehr Menschen eine Gehhilfe: Gangveränderungen sind die Folge der verschlechterten Bewegungsabläufe und der allgemeinen Gangunsicherheit durch die reduzierte Tätigkeit der Sinnesorgane. Die Gehgeschwindigkeit nimmt jährlich ab – wenn eine Geschwindigkeit von 1,4 Meter pro Sekunde unterschritten wird, entstehen z.B. während der Grünphase einer Ampel zunehmend alltägliche Schwierigkeiten.

Schwindel

Mehr als ein Viertel aller 65-Jährigen klagt über Schwindel, der oft durch das schlechte Zusammenspiel von Gleichgewichtsorgan, Augen und Bewegungsapparat bedingt ist.

Demenz

40% aller über 80-Jährigen leidet an einer Demenz, was insofern von Bedeutung ist, dass demente Menschen auf die Hilfe anderer angewiesen sind – zwei Drittel aller Abhängigkeiten alter Menschen werden durch Demenz verursacht.

Mangelernährung

Bei vielen älteren Menschen führen Schluckbeschwerden, Abnahme des Hungergefühls und Kauprobleme, zum Beispiel durch eine schlecht sitzende Prothese, langfristig zu einer Unterversorgung mit Proteinen und Mikronährstoffen. Während dieses Problem bei ca. 4 % aller alten Menschen auftritt, sind zwei Drittel aller Pflegeheimbewohner davon betroffen. Dauerhafte Mangelernährung führt zu einem Anstieg der Krankheits- und Sterbehäufigkeit.

Aktualisiert: 21.03.2019
Autor*in: Nathalie Blanck

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?