Dekubitus – Druckgeschwür und Wundliegen: Vorbeugen ist die beste Therapie

Ein Dekubitus ist eine Gewebeschädigung, die durch hohen und länger anhaltenden Druck entsteht, wenn Patienten längere Zeit bettlägerig sind. Es entstehen Geschwüre im Bereich der Aufliegestellen, häufig über dem Kreuz- oder Steißbein oder an äußeren Knöcheln – man spricht vom "Wundliegen". Die betroffenen Körperstellen sind schlecht durchblutet, es können lebensgefährliche Komplikationen wie eine Blutvergiftung eintreten.

Dekubitus: lebensgefährliche Komplikationen

Mehr als 400.000 Menschen in Deutschland leiden unter einem Druckgeschwür, in der Fachwelt Dekubitus genannt. Jährlich sterben sogar etwa 10.000 Patienten an dieser Erkrankung. Pflegebedürftige, bettlägerige und chronisch kranke ältere Menschen oder Querschnittsgelähmte sind besonders gefährdet, eine solche schmerzhafte und gefährliche Verletzung zu entwickeln. Dekubitus kommt aus dem Lateinischen und heißt "Darniederliegen".

Beim Dekubitus handelt es sich um Geschwüre und Nekrosen, also ein Absterben von Zellen der Haut und Schleimhaut infolge Druckeinwirkung. Immobilität, sich nicht bewegen können, bedeutet ein großes Risiko. Bei bettlägerigen Patienten entstehen die Dekubitalgeschwüre vor allem dort, wie viel Gewicht aufliegt: über dem Kreuz- oder Steißbein oder an äußeren Knöcheln.

Die betroffenen Körperstellen sind nur sehr schlecht durchblutet, lebensgefährliche Komplikationen wie eine Blutvergiftung können eintreten. In einem späteren Stadium entstehen tiefer gehende, bis in die Muskulatur reichende Druckschädigungen. Bis zum Knochen reichende Gewebsdestruktionen kennzeichnen das Stadium IV.

Hohe Kosten

Erschreckend sind auch die Kosten: Nach Angaben des Instituts für Innovationen im Gesundheitswesen und angewandte Pflegeforschung belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für die Therapie eines Dekubitus auf bis zu 50.000 Euro. Der daraus resultierende volkswirtschaftliche Schaden beläuft sich auf 1,5 bis 3,0 Milliarden Euro pro Jahr.

Problemfall ältere Menschen

Neben vielen Forschungsarbeiten sind im Auftrag des Bundesfamilienministeriums im Jahr 2000 erstmalig verstorbene Patienten als Ausgangspunkt einer retrospektiven Untersuchung geworden. Tödliches Wundliegen wurde bei fast einem Drittel der nach dem 60. Lebensjahr gestorbenen Patienten eines Hamburger Krematoriums festgestellt. 11,2 Prozent der Verstorbenen wiesen diese Geschwüre auf.

Patienten nach Schlaganfall, Demente oder Mangelernährte sind den Ernährungsexperten der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V. besonders anfällig für die Ausbildung von höhergradigen Dekubitalgeschwüren.

Die Studie ergab, dass 54,1 Prozent aller höhergradigen Dekubitalgeschwüre aus dem Pflegebereich und nur 11,5 Prozent aus Krankenhäusern stammten. Zuhause Verstorbene hatten nur einen Anteil von rund einem Drittel; zudem waren hier die Geschwüre eher leicht.

Aktualisiert: 25.07.2017 – Autor: bo

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