Alternative Medizin

Unter alternativer Medizin werden Behandlungsmethoden zusammengefasst, die nicht zu den wissenschaftlich begründeten Behandlungsmethoden der Schulmedizin gezählt werden. Zu ihnen zählen unter anderem die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und die Homöopathie. Für viele Menschen stellen sie eine gute Ergänzung zur Schulmedizin dar. In unserer Fotostrecke stellen wir Ihnen fünf alternativmedizinische Verfahren genauer vor.

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Traditionelle Chinesische Medizin

Akupunktur als Traditionelle Chinesische Medizin © istockphoto, chinaview
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Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) beinhaltet sowohl naturheilkundliche und diätetische, als auch physikalische Elemente.

Das wohl bekannteste TCM-Verfahren ist die Akupunktur, das sich auch in der westlichen Welt etabliert hat. Das Prinzip besteht in der Lösung von Blockaden des Qis (der Lebensenergie), da diese Blockaden Krankheiten verursachen sollen. Das Qi strömt auf Meridianen (Leitungsbahnen) durch den Körper. Mithilfe feiner Nadeln (klassische Akupunktur), Druck (Akupressur) oder Wärme (Moxibustion) werden bestimmte Punkte im Verlauf der Meridiane stimuliert, um den freien Fluss des Qis zu gewährleisten.

Neben der Akupunktur bilden die Diätetik, eine Kräuterheilkunde, verschiedene Massagetechniken und Bewegungsübungen wie Tai Chi und Qi Gong die fünf Säulen der TCM.

Homöopathie

Globuli als Mittel der Homöopathie © iStock.com/totalpics
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Dass bestimmte Pflanzen Heilwirkungen entfalten und als Gegengifte eingesetzt werden können, ist unumstritten. Dass man aber giftige Pflanzen für einen Heilversuch einsetzt, klingt zunächst paradox.

Nach Samuel Hahnemann kommt es jedoch auf die richtige Konzentration des Pflanzengiftes an. Denn in ganz geringen Mengen soll das Gift seine eigene toxische Wirkung bekämpfen. Das Prinzip dahinter: "Ähnliches mit Ähnlichem heilen".

Dazu wird die Substanz mehrfach verdünnt. Die Wirksamkeit ist umstritten: Während manche Menschen von positiven Erfahrungen berichten, konnten Studien die Wirksamkeit bislang nicht belegen.

Ausleitende Verfahren

Schröpfen als ausleitendes Verfahren © istockphoto, Trish233
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Schröpfen, Heilfasten und die Blutegel-Therapie gehören zu den sogenannten ausleitenden Verfahren. Ausleitende Verfahren sollen dem Körper giftige Stoffe entziehen. Im Fall des Schröpfens werden Glaskugeln auf die Haut gesetzt und ein Unterdruck erzeugt, zum Beispiel durch Absaugen oder Erhitzen der Luft. Dies fördert die Durchblutung der Muskulatur und hilft gegen Verspannungen.

Dem Blutegelspeichel wiederum werden mehrere positive Eigenschaften nachgesagt: Gerinnungshemmend und somit gut gegen Thrombosen sowie entzündungshemmend, zum Beispiel gegen Arthritis. Dagegen werden durch das Heilfasten der Darm entschlackt und Giftstoffe abtransportiert.

Kneipp-Kur

Wassertreten bei der Kneipp-Kur © istockphoto, kzenon
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Das von Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert etablierte Verfahren besteht aus fünf Säulen:

  1. Ernährung
  2. Ordnungstherapie
  3. Wasser- und Temperaturanwendungen
  4. Kräuterheilkunde
  5. Bewegungstherapie

Durch die Kombination verschiedener Reize und Therapieansätze sollen Beschwerden gelindert und Erkrankungen vermieden werden, vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, orthopädische Beschwerden und Abwehrschwächen.

Am bekanntesten ist das "Wassertreten", bei dem das Immunsystem durch das Waten durch kaltes Wasser gestärkt werden soll. Die Kneipp-Kur, die normalerweise drei bis vier Wochen lang ist, kann in vielen anerkannten Zentren in Deutschland durchgeführt werden.

Physikalische Therapie

Physikalische Therapie © istockphoto, dimid_86
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Alle Therapiemaßnahmen, die sich in irgendeiner Form physikalischen Methoden bedienen, sind mit physikalischer Therapie gemeint. So wie zum Beispiel die Elektro- und die Ultraschalltherapie.

Bei der Elektrotherapie werden durch auf die Haut aufgesetzte Elektroden Stromstöße an Nerven abgegeben, was eine Schmerzhemmung bewirken soll. Bei der Ultraschalltherapie hingegen sendet der Schallkopf Wellen mit einer niedrigen Frequenz aus, die durch Wärme und Vibration angeblich Schmerzen und Verspannungen lindern.

Aktualisiert: 05.05.2021 - Autor: Dr. med. Lisa Rosch, Ärztin

Was ist Homöopathie?

Homöopathie gehört zu den bekanntesten Formen der Alternativmedizin – und sicherlich auch zu den umstrittensten. Wirkt sie oder wirkt sie nicht? Was kann sie wirklich leisten? Kann man sich der Entscheidung zwischen Homöopathie und Schulmedizin tatsächlich nur mit "entweder … oder …" nähern? Die Diskussion über Globuli & Co. erhitzt die Gemüter. Im Folgenden beleuchten wir, was hinter den homöopathischen Mitteln steckt. [galleryteaser nid="262758" title=""] Samuel Hahnemann als Erfinder der Homöopathie Als Begründer der Homöopathie gilt Dr. Christian Samuel Friedrich Hahnemann. Er wurde am 10. April 1755 geboren und war als kritischer Forscher und aufmerksamer Beobachter bekannt. Hahnemann war, wie viele Gelehrte seiner Zeit, ein äußerst gebildeter und neugieriger Mensch. Er studierte Pharmazie und Medizin und war nicht bereit, alles zu glauben, was er las. Was ist Homöopathie? Homöopathie ist eine Behandlungsmethode, die zur Alternativmedizin gezählt wird – also zu den Alternativen zur klassischen Schulmedizin. Ihre wichtigste Annahme ist das sogenannte Ähnlichkeitsprinzip "Ähnliches mit Ähnlichem behandeln". Das bedeutet, dass Beschwerden mit Mitteln behandelt werden, die bei gesunden Menschen in hohen Dosierungen ähnliche Symptome verursachen würden. Durch entsprechende Potenzierung erfolgt die Verdünnung, was nach Samuel Hahnemann gleichzeitig die Wirksamkeit erhöhen soll. Der Begriff "Homöopathie" greift das Ähnlichkeitsprinzip auf: "homoion" ist das griechische Wort für "ähnlich", "Pathos" steht für "Leiden". 3 Leitprinzipien der Homöopathie Die Homöopathie basiert auf verschiedenen Leitprinzipien: Ähnlichkeitsprinzip Potenzierung Arzneimittelprüfung 1) Ähnliches mit Ähnlichem behandeln Die erste Grundregel der Homöopathie – das schon erwähnte Ähnlichkeitsprinzip – beruht auf der Erkenntnis, dass eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Krankheitssymptome hervorruft, einen kranken Menschen heilen kann, der unter ähnlichen Symptomen leidet. Wer zum Beispiel an Schlaflosigkeit und Herzklopfen leidet, dem kann mit einem homöopathischen Kaffeeaufguss geholfen werden. Wer Fieber hat, kann ein Mittel bekommen, dass bei gesunden Menschen die Körpertemperatur erhöht. Dieses Leiprinzip entdeckte Samuel Hahnemann in einem Selbstversuch: Weil er den Berichten in einer Apothekerzeitschrift, Chinarinde helfe gegen Malaria, nicht glauben wollte, unternahm er selbst einen entsprechenden Versuch und nahm einige Gramm Chinarinde zu sich. Bereits wenige Stunden später entwickelte der Mediziner typische Malaria-Symptome wie Fieberschübe mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Schweißausbrüche. Nach zahlreichen weiteren Versuchen an Kranken und Gesunden formulierte Samuel Hahnemann 1796 seinen Behandlungsgrundsatz. 2) Potenzierung: Wirksamkeitssteigerung durch Verdünnung Die Homöopathie arbeitet mit Naturstoffen – heute werden rund 2.500 homöopathische Arzneimittel vor allem aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Substanzen gewonnen. Viele natürliche Grundsubstanzen, wie zum Beispiel Eisenhut oder Tollkirsche, die in der Homöopathie eingesetzt werden, sind zunächst hochgiftig. Daher werden sie verdünnt. Hahnemann machte dabei die Erfahrung, dass die Heilkraft durch das Verdünnen zunahm. Eine mögliche Erklärung für diesen Effekt lieferten koreanische Wissenschaftler1, die entdeckten, dass sich die gelösten Moleküle nicht wie bisher angenommen gleichmäßig im Lösungsmittel verteilen, sondern verklumpen und sich zu größeren Bestandteilen zusammenschließen. Je größer die Verdünnung war, desto größer wurden die Klumpen. Hahnemann nannte diesen Ansatz "Potenzierung". Die Verdünnung erfolgt stufenweise, die Mittel werden dabei immer wieder verrieben oder "verschüttelt". 3) Homöopathische Arzneimittelprüfung Unverzichtbar ist laut Hahnemann die genaue Kenntnis der homöopathischen Mittel und ihrer Wirkung. Im Gegensatz zur Schulmedizin, in der Medikamente an Kranken getestet werden, sieht das Prinzip der homöopathischen Arzneimittelprüfung vor, dass Gesunde die homöopathischen Mittel einnehmen und Symptome, Reaktionen oder Veränderungen notieren, die sie bei sich selbst feststellen. Bereits zu Hahnemanns Lebzeiten wurden so zahlreiche sogenannte "Arzneimittelbilder" verschiedener Homöopathika verzeichnet – auch heute noch stammen viele Wirkungsbeschreibungen aus dieser Zeit. Welches homöopathische Mittel ist das richtige? Eng verknüpft mit dem Ähnlichkeitsprinzip ist die Notwendigkeit, eine ausgeprägt individuelle Behandlung der betroffenen Person durchzuführen. Dieses Individualprinzip hilft, für jede*n Patient*in das richtige Mittel in der richtigen Dosierung zu finden. Das erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Konsequenterweise kann daher eine Erstuntersuchung bei einem*einer Heilpraktiker*in oder Arzt*Ärztin mit homöopathischer Zusatzausbildung zwei bis drei Stunden dauern. Offenheit in der Behandlung erforderlich Damit der*die behandelnde Homöopath*in das richtige Mittel in der richtigen Dosierung verschreiben kann, muss er oder sie sich intensiv mit seinem Patienten oder seiner Patientin auseinandersetzen. Umgekehrt muss die behandelte Person bereit sein, sich ihren Beschwerden und ihrer Erkrankung zu stellen. Dazu gehört die Beobachtung der eigenen Lebensweise, das "Horchen" in den Körper, dass der behandelnden Person hilft, zum Beispiel einen chronischen Husten besser zu differenzieren. Tritt der Husten nur nachts auf? Nach bestimmten Speisen oder Aktivitäten? Ist er mit bestimmten Gefühlen oder Verhaltensweisen verbunden? Bei der Erstanamnese kommt alles auf Tisch – auf so viel Offenheit und Nabelschau muss man sich einlassen, wenn man eine homöopathische Behandlung durchführen will. Homöopathische Potenzen: Was bedeutet D6 oder C4? Mit Kürzeln wie D6 oder C4 werden Verdünnungsfaktoren der homöopathischen Mittel bezeichnet. Die Herstellung homöopathischer Mittel ist eine Kunst für sich, die von Hahnemann entwickelten Regeln folgt. Dabei wird gepresster Saft aus frischen Pflanzen 1:1 mit Alkohol gemischt oder aber getrocknete Pflanzenteile werden zehn Tage lang in Alkohol eingelegt und dann abgefiltert. So sollen die Wirkstoffe aus den Pflanzenzellen herausgezogen werden. Feste Stoffe wie hoch mineralhaltiger Muschelkalk oder Gold werden eine Stunde lang mit ebenso viel Milchzucker im Mörser verrieben und die entstandenen Stoffe dann in Alkohol, Wasser oder Milchzucker verdünnt. Die einzelnen Buchstaben in den unterschiedlichen Potenzen, also beispielsweise D6 oder C4, stehen für die unterschiedlichen Verdünnungen: bei "D" wird im Verhältnis 1:10 verdünnt bei "C" wird im Verhältnis 1:100 verdünnt bei "LM" oder "Q" wird im Verhältnis 1: 50.000 verdünnt Die Zahl hinter dem Buchstaben gibt an, wie oft verdünnt wurde. Bei der Angabe C4 bedeutet das: Auf 99 ml Alkohol wird 1 ml Urtinktur gegeben und entsprechend gemischt. Ein Milliliter dieser Tinktur wird dann wieder in 99 ml Lösung gegeben und gemischt. Dieser Vorgang wird insgesamt viermal wiederholt. Globuli, Tropfen und andere Formen Die so gewonnene Lösung kann entweder in Form von Tropfen, als Tablette, Zäpfchen oder Salbe angewendet werden. Die kleinen Kügelchen, auch Globuli genannt (lat. globus – die Kugel), sind eigentlich aus Milchzucker und bekommen einen Sprühüberzug aus der Tinktur. Homöopathische Mittel sind meist nur in der Apotheke erhältlich, aber rezeptfrei. Darüber hinaus gibt es auch komplexhomöopathische Mittel. Das sind Kombinationen mehrerer homöopathischer Einzelmittel, die für eine Gruppe gemeinsam auftretender Symptome gedacht sind, etwa bei einer Erkältung. Homöopathie als Alternative zur Schulmedizin? Die Homöopathie gilt bei Patientinnen und Patienten als eine der beliebtesten alternativen Heilmethoden. Viele Menschen greifen gerne zu Globuli & Co., um Krankheiten zu behandeln. Keinesfalls sollte eine homöopathische Behandlung jedoch ohne professionelle Unterstützung durchgeführt werden. Homöopathische Ärzt*innen haben ein schulmedizinisches Studium absolviert und nach dessen Abschluss eine von den Landesärztekammern anerkannte und vorgeschriebene Weiterbildung gemacht. Der Begriff "Homöopath*in" ist aber nicht geschützt. Heilpraktiker*innen dürfen daher auch ohne Fachausbildung eine "Praxis für Homöopathie" eröffnen. Gute Homöopath*innen werden jedoch jederzeit bereitwillig Auskunft über Ausbildung und Qualifikation geben. Kosten werden meist nicht übernommen Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten für Homöopathika in der Regel nicht. Nur im Rahmen der Einzelfallentscheidung wird die homöopathische Anamnese (Fallaufnahme) von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Homöopathische Arzneimittel werden auch nur im Ausnahmefall erstattet. Private Zusatzversicherungen erstatten in der Regel die Kosten einer homöopathischen Behandlung. Wirksamkeit von Homöopathie Bis heute ist die Wirksamkeit von Homöopathie umstritten und gilt als nicht wissenschaftlich belegt. Während viele Menschen von ihren eigenen positiven Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln berichten, haben zahlreiche Studien und Metaanalysen2,3 die Wirkung von Homöopathika untersucht und konnten bisher keinen Beweis für die Wirkung erbringen. Zwar gibt es auch einige Studien, die einen gesundheitlichen Effekt der Homöopathika belegen, jedoch stehen diese Studien meist aufgrund von methodischen Schwächen in der Kritik. Ein weiterer häufig geäußerter Kritikpunkt ist, dass die naturwissenschaftliche Begründung fehle, warum Homöopathie wirken sollte. Kritiker*innen weisen darauf hin, dass die Mittel teils so stark verdünnt werden, dass sich kein Molekül des ursprünglichen Wirkstoffs mehr darin nachweisen lässt. Gegner*innen der Homöopathie warnen zudem davor, insbesondere schwere Krankheiten ausschließlich mit homöopathischen Mitteln zu behandeln. Wird eine schulmedizinische Behandlung zugunsten der Homöopathie zu lange hinausgezögert, kann es möglicherweise für lebensrettende Maßnahmen (wie die operative Entfernung eines Tumors) zu spät sein. Fazit: Homöopathie kann unterstützen, nicht ersetzen Trotz fehlender wissenschaftlicher Belege hat die Homöopathie viele begeisterte Anhänger*innen. Auch Kinder und Tiere werden oft mit der "sanften Medizin" behandelt. Man sollte jedoch auch die Grenzen der Homöopathie kennen und homöopathische Mittel stets verantwortungsvoll einsetzen. Insbesondere, wenn es um schwere Erkrankungen geht, sollte Homöopathie nach derzeitigem Stand der Wissenschaft eine schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen. Nach Rücksprache mit dem*der behandelnden Arzt*Ärztin kann Homöopathie jedoch unterstützend eingesetzt werden, um die Selbstheilungskräfte anzuregen. Wichtig ist dabei, immer eine*n erfahrene*n homöopathische*n Arzt*Ärztin zurate zu ziehen. [galleryteaser nid="282377" title=""] mehr