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Nebenwirkungen der Chemotherapie

Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Zytostatika greifen nur diejenigen Zellen, die sich besonders schnell teilen. Dazu zählen in erster Linie Krebszellen, aber auch einige gesunde Zellen. Werden diese durch die Chemotherapie geschädigt, können unangenehme Nebenwirkungen auftreten und die Lebensqualität der betroffenen Patienten kann erheblich eingeschränkt werden. Deswegen muss im Einzelfall stets der Nutzen der Behandlung gegen die Minderung der Lebensqualität, die der Patient durch die Therapie in Kauf nehmen muss, abgewogen werden.

Kurzfristige und langfristige Nebenwirkungen

Einige der Nebenwirkungen können innerhalb von Stunden oder Tagen nach Beginn der Chemotherapie auftreten. Andere können sich jedoch auch erst nach Jahren bemerkbar machen. Wie stark die Nebenwirkungen ausfallen, hängt vor allem von der Dosierung sowie der Art der verwendeten Zytostatika ab. Daneben spielen jedoch auch die körperliche sowie psychische Verfassung des Patienten eine wichtige Rolle.

Viele Nebenwirkungen lassen sich heute durch begleitende Maßnahmen deutlich reduzieren. Dies gilt vor allem für Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen.

Vielfältige Nebenwirkung möglich

Zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie zählen Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall. Daneben können jedoch auch die folgenden Nebenwirkungen auftreten:

  • Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Durchfall
  • Nagelveränderungen
  • Frösteln, Schwitzen, Fieber
  • Erschöpfungszustände (Fatigue)
  • Störungen der Blutbildung
  • Erhöhtes Infektionsrisiko

Langfristig kann es durch die Behandlung zu organischen Schäden, etwa an den Nieren, der Leber, der Lunge oder dem Herzen kommen. Ebenso kann eine Störung der Funktion der Keimdrüsen auftreten, durch die die Fortpflanzungsfähigkeit des Patienten beeinträchtigt werden kann.

Haarausfall

Da sich die Haarzellen im Körper besonders oft teilen, gehört Haarausfall zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Patienten, bei denen diese Nebenwirkung bereits vor Beginn der Therapie wahrscheinlich ist, können sich auf Wunsch direkt ein Rezept für eine Perücke ausstellen lassen.

Nach dem Ende der Behandlung wachsen die Haare in der Regel wieder ohne Probleme nach, so dass durch die Chemotherapie kein bleibender Schaden an den Haarzellen entsteht.

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen zählen neben Haarausfall zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Erbrechen ist ein natürlicher Schutzreflex des Körpers: Dieser versucht die Zytostatika, die häufig als Giftstoffe eingestuft werden, so schnell wie möglich wieder loszuwerden.

Heute fallen diese Nebenwirkungen jedoch meist deutlich geringer aus als noch vor einigen Jahren. Denn den Patienten werden in der Regel begleitend Medikamente verabreicht, die die unangenehmen Nebenwirkungen abmildern. Häufig werden die Medikamente nicht erst im akuten Fall eingesetzt, sondern prophylaktisch verschrieben.

Erhöhtes Infektionsrisiko

Während der Chemotherapie wird immer wieder überprüft, wie sich die Behandlung auf die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) auswirkt. Diese sind im Körper für die Immunabwehr verantwortlich. Sinkt die Zahl der Leukozyten ab, steigt das Risiko für eine Infektion.

Ist die Immunabwehr zu sehr geschwächt, muss die Chemotherapie unter Umständen unterbrochen werden oder zumindest die Pausen zwischen den einzelnen Therapiezyklen verlängert werden. Patienten, bei denen von vorneherein mit einem erhöhten Infektionsrisiko zu rechnen ist, werden häufig stationär im Krankenhaus behandelt.

Störung der Blutbildung

Durch die Zytostatika kann die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Knochenmark negativ beeinflusst werden. Sie sind im Körper für den Sauerstofftransport verantwortlich. Sinkt die Zahl der Erythrozyten stark ab, tritt eine Blutarmut (Anämie) auf. Diese äußert sich in einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit sowie einer zunehmenden Müdigkeit.

In den meisten Fällen bildet sich die Blutarmut nach dem Ende der Behandlung von selbst wieder zurück. Ist die Störung sehr stark ausgeprägt, können eventuell Transfusionen helfen, die Blutarmut schneller zu beseitigen. In seltenen Fällen kann es zu einer dauerhaften Einschränkung der Blutbildung kommen.

Fatigue

Viele Krebspatienten haben mit Müdigkeit, Erschöpfung und Depressionen zu kämpfen. Während früher angenommen wurde, dass die Müdigkeit lediglich auf die Blutarmut zurückzuführen sei, weiß man heute, dass das Problem komplexer ist. So spielt unter anderem auch die Krankheitsverarbeitung eine entscheidende Rolle. Wie genau körperliche und psychische Faktoren beim Fatigue-Syndrom zusammenspielen, ist derzeit noch nicht endgültig geklärt.

Risiken einer Chemotherapie

Die meisten Nebenwirkungen der Chemotherapie klingen nach dem Ende der Behandlung relativ schnell wieder ab, so wachsen beispielsweise die Haare wieder nach und auch mögliche Schäden an den Nägeln verschwinden. Es können jedoch auch bleibende Schäden auftreten, die insbesondere bei jüngeren Patienten stark ins Gewicht fallen.

Einige Zytostatika rufen Schäden an den Nerven hervor, andere schädigen die Herzmuskelzellen oder die Nierenfunktion. Ebenso ist es möglich ist, dass durch die Chemotherapie die Keimdrüsen in ihrer Funktion gestört werden und der Patient unfruchtbar wird. Wie hoch das Risiko im Einzelfall ist, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Durch die Zytostatika steigt außerdem das Risiko einer Zweiterkrankung. Denn einige der Substanzen können, wenn auch mit zeitlich großem Abstand, selbst krebsfördernd sein. Allerdings ist das Risiko für eine Zweiterkrankung deutlich niedriger als die Gefahr, an der unbehandelten Ersterkrankung zu sterben.

Aktualisiert: 07.11.2012 – Autor: Kathrin Mehner

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