Lichttherapie gegen Depressionen

Lichttherapie gegen Depression © istockphoto, tommaso79

Mit Hilfe einer Lichttherapie können verschiedene Erkrankungen behandelt werden. Die Lichtdusche wird beispielsweise bei der Therapie von Depressionen eingesetzt. Daneben können aber auch Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) durch Licht gelindert werden. Während bei Depressionen weißes Licht verwendet wird, kommen bei Hauterkrankungen UV-Strahlen zum Einsatz. Lesen Sie hier, wie eine Lichttherapie funktioniert und welche Risiken und Nebenwirkungen mit der Behandlung verbunden sind.

Lichttherapie hilft bei Depressionen

Die Lichttherapie wird vor allem zur Behandlung einer saisonal abhängigen Depression (Winterdepression) eingesetzt. Idealerweise erfolgt die Lichtexposition unmittelbar morgens nach dem Aufstehen. Dadurch wird nämlich die Produktion des Schlafhormons Melatonin gebremst, das nur bei Dunkelheit produziert wird. Dem Hormon, das maßgeblich an der Regelung unseres Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist, wird eine depressionsauslösende Wirkung nachgesagt.

Für leichte bis mittelschwere Winterdepressionen ist die Wirksamkeit der Lichttherapie gut belegt. Statistiken zufolge verbessern sich die Beschwerden bei sechs bis neun von zehn Patienten. Möglicherweise hilft die Behandlung aber nicht nur bei der saisonal abhängigen Depression, sondern ist auch bei anderen Depressions-Formen wirksam. Hier kommt sie meist als Ergänzung zu Behandlungsmethoden wie etwa der Einnahme von Antidepressiva zum Einsatz. 

So läuft die Behandlung ab

Bei der Lichttherapie werden die Patienten hellem Kunstlicht ausgesetzt. Dieser Vorgang wird auch als Lichtdusche bezeichnet. Im Rahmen der Behandlung wird weißes Licht eingesetzt, das vom Spektrum her dem Sonnenlicht entspricht. Idealerweise erfolgt die Therapie täglich für mindestens 20 bis 30 Minuten. Dabei sitzt der Patient etwa einen Meter von der Lichtquelle entfernt.

Der Patient muss bei der Behandlung nicht direkt in die Lichtquelle blicken. Wichtig ist jedoch, dass das Licht auf die Netzhaut fällt. Während der Bestrahlung können Sie deswegen ruhig die Zeitung lesen oder frühstücken. Es reicht völlig aus, wenn Sie von Zeit zu Zeit in Richtung Lichttherapielampe schauen. 

Hohe Beleuchtungsstärke ist wichtig

Wie lange die Bestrahlung täglich dauern sollte, ist von der Stärke der Lichtquelle abhängig. Auf jeden Fall muss eine sehr helle Lichtquelle verwendet werden. Normale Glühbirnen, die es auf etwa 300 bis 500 Lux bringen, genügen nicht. Idealerweise benutzen Sie eine Lichtquelle mit 10.000 Lux. Hier genügt eine halbstündige Bestrahlung, um eine nachweisbare Wirkung zu erzielen. 

Im Rahmen der Behandlung wird ein Lichttherapiegerät und somit Kunstlicht eingesetzt. Doch auch natürliches Sonnenlicht ist für die Therapie geeignet. Studien weisen nämlich darauf hin, dass immer mehr Menschen zu wenig Zeit im Freien verbringen. Gehen Sie deswegen regelmäßig vor die Tür und tanken Sie Sonne und Licht. Bei klarem Himmel herrschen kurz nach Sonnenaufgang draußen nämlich ebenfalls 10.000 Lux.

Hautkrankheiten wie Neurodermitis lindern

Wer an Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne oder einer Sonnenallergie leidet, kann ebenfalls von einer Lichttherapie profitieren. Allerdings wird hier im Gegensatz zur Behandlung von Depressionen kein weißes Licht, sondern UV-Licht eingesetzt. Die beiden Formen der Lichttherapie sind deswegen streng voneinander zu trennen.

UV-Licht wirkt anti-entzündlich, so dass sich bei vielen Betroffenen durch die Lichttherapie eine Verbesserung ihrer Beschwerden einstellt. Die Behandlung sorgt unter anderem dafür, dass Juckreiz gelindert wird und dass bei Schuppenflechte weniger Hautzellen gebildet werden. 

Nebenwirkungen der Lichttherapie

Eine Lichttherapie mit weißem Licht  ist in der Regel gut verträglich. Nebenwirkungen treten nur in seltenen Fällen auf. Dann kann es zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hautrötungen, trockenen Schleimhäuten sowie brennenden Augen kommen. Sollten bei Ihnen während der Behandlung Nebenwirkungen auftreten, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber. Er wird je nach Beschwerden entscheiden, ob Sie die Therapie weiter durchführen können oder nicht. 

Personen, die an Grünem Star erkrankt sind oder bereits eine Netzhautablösung hinter sich haben, sollten vor Beginn der Lichttherapie mit ihrem Augenarzt Rücksprache halten. Gleiches gilt für Personen, die an Hauterkrankungen oder inneren Erkrankungen wie beispielsweise Lupus erythematodes leiden. Auch bei Medikamenten, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen, ist Vorsicht geboten. Dazu gehören neben Johanniskraut auch bestimmte Antibiotika und Psychopharmaka. 

Nebenwirkungen bei Hauterkrankungen

Wird eine Lichttherapie mit UV-Licht durchgeführt, sollten Sie sich vorher von Ihrem Arzt unbedingt über mögliche Risiken aufklären lassen. Denn durch die Behandlung kann die Haut angegriffen werden und schneller altern. Werden UV-B-Strahlen eingesetzt, bilden sich außerdem verstärkt Pigmente, wodurch die Haut braun wird. 

Generell ist zu beachten, dass durch UV-Strahlen das Erbgut in den Zellen geschädigt werden kann. Kleinere Schäden können die Zellen selbst reparieren, bei größeren Schädigungen ist dies jedoch nicht mehr möglich. Solche Schäden am Erbgut können dann die Entstehung einer Krebserkrankung – beispielsweise eines malignen Melanoms – fördern. 

Kosten der Lichttheraphie

Je nachdem zu welchem Zweck die Lichttherapie eingesetzt wird, ist es unterschiedlich, ob die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden oder nicht. So müssen Patienten die Kosten für eine Lichttherapielampe oder eine Bestrahlung beim Arzt in der Regel selbst tragen, wenn diese zur Behandlung einer Winterdepression eingesetzt werden. Allerdings ist die Behandlung meist nicht teuer, eine Sitzung kostet zwischen 8 und 15 Euro.

Deutlich teurer ist dagegen eine Lichttherapie, wie sie bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte zum Einsatz kommt. Allerdings sollten Sie hier unbedingt mit Ihrer Krankenkasse sprechen, teilweise werden die Kosten für die Therapie nämlich übernommen. 

Aktualisiert: 05.12.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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