Medizinische Fußpflege: Der Podologe

Medizinische Fußpflege durch Podologin © istockphoto, Vagengeym_Elena

Wer in seinem Menschenleben durchschnittlich 160.000 Kilometer zurücklegt, hat ein Recht auf ein paar Streicheleinheiten. Doch obwohl die Füße unsere wichtigsten Transportmittel sind, werden sie bei der täglichen Hygiene meist sträflich vernachlässigt. Dass wir unsere Füße oft stiefmütterlich behandeln, hat Folgen: Die Füße jucken, brennen und schwellen an, es bilden sich Blasen und Druckstellen, Pilzbefall droht. Im schlimmsten Fall reißt die Haut ein und es bilden sich Infektionen oder offene Wunden.

Ursachen von Fußproblemen

Menschen mit Diabetes sind besonders häufig von Fußproblemen betroffen. Dabei sind trockene und schuppige Haut bei ihnen noch die geringste Begleiterscheinung. Ernster wird es, wenn sich nach mehrjähriger schlechter Blutzuckereinstellung eine Nervenerkrankung einstellt, durch die Verletzungen oder Wärme- und Kältereize nicht mehr wahrgenommen werden. Selbst kleinste Risse können sich dann unbemerkt infizieren.

Viele Fußprobleme sind krankheitsbedingt. So haben auch Menschen mit Übergewicht, Rheuma oder Venenerkrankungen Probleme mit ihren Füßen. Hinzu kommt: Jeder dritte Bundesbürger hat Fußpilz, der unbedingt behandelt werden sollte, damit er nicht auf die Nägel übergreift.

Aber auch bei Fehlbelastungen – etwa durch Fuß- oder Zehenfehlstellungen – oder zu engem Schuhwerk melden sich die Füße mit Druckstellen, Hornhautbildung, Hühneraugen, Blasen und Schmerzen.

Was ist ein Podologe?

Bei Fußproblemen ist es ratsam, einen medizinisch geschulten Fachmann aufzusuchen. Dies ist bei Problemen am und mit dem Fuß (also auf dem Gebiet der Podologie) der Podologe.

Podologie ist die "nicht-ärztliche Heilkunde am Fuß". Zur Ausbildung gehören auch Fachgebiete wie

  • Anatomie
  • Mikrobiologie und
  • Diabetes mellitus

Seit 2002 ist die Berufsbezeichnung "Podologe/Podologin" gesetzlich geschützt und darf nur von Personen geführt werden, die die erforderliche zweijährige Fachausbildung zum staatlich examinierten Podologen absolviert haben. Auch ein Studium der Podologie ist mittlerweile möglich.

Für diejenigen, die bereits vor 2002 mindestens fünf Jahre lang in der medizinischen Fußpflege tätig waren, gab es im Rahmen einer Übergangsregelung die Möglichkeit, sich mit einer Ergänzungsprüfung als Podologie zu qualifizieren. Der Podologe zählt zu den Gesundheitsfachberufen.

Podologe und Fußpfleger – was ist der Unterschied?

Im Gegensatz zum Fußpfleger, der hauptsächlich für Fußästhetik und -hygiene zuständig ist, verfügt der Podologe zusätzlich über ein fundiertes medizinisches Fachwissen und arbeitet meist eng mit dem behandelnden Arzt oder einer Fußambulanz zusammen.

Podologe und Arzt beraten und betreuen ihre Kunden kompetent, sodass bereits kleinste Veränderungen rechtzeitig erkannt und (drohende) Fußprobleme beseitigt oder zumindest stark gemildert werden können.

Hilfe beim diabetischen Fußsyndrom

Ein Großteil der Patienten beim Podologen leidet unter dem diabetischen Fußsyndrom – für sie ist der regelmäßige Besuch besonders wichtig. Bei Diabetikern nimmt die Sehkraft im Laufe der Zeit oft stark ab, weshalb sie Veränderungen am Fuß häufig gar nicht mehr sehen können.

Erschwerend kommt die für die Zuckerkrankheit typische, periphere Polyneuropathie hinzu – Nervenschädigungen, durch die der Patient Schmerzen, Brennen oder Kribbeln nicht mehr wahrnimmt. Die Folge sind Entzündungen und schlecht heilende Wunden – ein Gang zum Arzt und Podologen ist ratsam.

Aktualisiert: 01.04.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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