Medizinische Fußpflege: Die Behandlung

Podologie ist die "nicht-ärztliche Heilkunde am Fuß". Zur Ausbildung gehören auch Fachgebiete wie Anatomie, Mikrobiologie und Diabetes mellitus. Seit Januar 2002 ist die Berufsbezeichnung "Podologe/Podologin" gesetzlich geschützt und darf nur von Personen geführt werden, die die erforderliche zweijährige Fachausbildung zum staatlich examinierten Podologen absolviert haben. Bisher sind das etwa 3.000 in Deutschland. Für andere, die mindestens fünf Jahre in der medizinischen Fußpflege tätig waren, gilt eine Übergangsregelung. Der Podologe zählt zu den Gesundheitsfachberufen.

Ablauf der Fußbehandlung

Eine podologische Behandlung beginnt meist mit einem entspannenden Fußbad, anschließend untersucht der Podologe die Füße sorgfältig. Nachdem er sich dabei ein Bild über den Gesamtzustand der Füße gemacht hat, sucht er gezielt nach Entzündungen, Geschwüren, offenen Wunden, Druckstellen, Blasen, Warzen, Hornhaut, Hühneraugen oder eingewachsenen Fußnägeln, die er, falls notwendig, mit speziellen Arbeitsgeräten behandelt.

Selbst Pilzbefall, der in einigen Fällen von trockener Haut kaum zu unterscheiden ist, entgehen seinem fachmännischen Auge nicht. Auch Schuhe und vorhandene Einlagen werden inspiziert. Zusätzlich gibt er nützliche Tipps für die tägliche Fußpflege zu Hause. Eine professionelle podologische Behandlung, die eine individuelle Beratung, Fußinspektion und -pflege einschließt, dauert etwa 40 Minuten. Eine podologische Komplexbehandlung, die meist bei Diabetikern notwendig ist, erfolgt in Absprache mit dem behandelnden Arzt in regelmäßigem Abstand drei- bis viermal innerhalb von sechs Wochen und nimmt 40 bis 50 Minuten in Anspruch.

Neben den Patienten, die vom Arzt - meist vom Diabetologen, Hautarzt oder Orthopäden - geschickt werden, nehmen auch Menschen mit kurzzeitigen Problemen medizinische Fußpflege in Anspruch. Hornhaut oder Hühneraugen müssen dann entfernt, Druckstellen und Blasen versorgt oder ein Fußpilz behandelt werden.

Diabetiker neigen übrigens besonders zu Pilzerkrankungen und anderen Infektionen, da nach langer Diabetesdauer oft auch die Funktion der Schweißdrüsen beeinträchtigt ist. Ohne Schwitzen aber kommt es zu einer Überwärmung, die Haut trocknet aus und wird anfälliger für Verletzungen und den Befall durch Pilze und andere Krankheitserreger.

Vorsorge

Auch Menschen, die einfach Wert auf gesunde Füße legen und diese versorgen wollen, können den Podologen aufsuchen. Dieser kann dann auch Tipps für die sorgfältige Fußpflege zu Hause geben. Eine Behandlung beim Podologen kostet, je nach Dauer und Aufwand, zwischen 22 und 26 Euro.

Von der Krankenkasse werden diese Kosten allerdings nur übernommen, wenn eine medizinische Notwendigkeit, zum Beispiel ein diabetisches Fußsyndrom, und eine entsprechende Heilmittelverordnung vom Arzt vorliegt. Trotzdem: Wer als Gesunder auf seine Füße achtet und sie gesund hält, tut seinem ganzen Körper etwas Gutes.

Aktualisiert: 23.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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