Apherese: Blutwäsche als Therapie

Bei manchen Krankheiten oder Vergiftungen befinden sich Substanzen im Blut, die Schaden anrichten können. Mittels Apherese-Verfahren lässt sich das Blutplasma von diesen Stoffen befreien - und zwar indem das Blut durch ein Gerät außerhalb des Körpers geleitet wird. Der Begriff Apherese bezeichnet allgemein medizinische Verfahren, deren Therapieeffekt auf der Entfernung von Bestandteilen des Blutes besteht. Die Entfernung dieser Bestandteile erfolgt außerhalb des Körpers in einem so genannten extrakorporalen Kreislauf. Der Patient ist dabei an ein Apheresegerät angeschlossen.

Die bekannteste Form der Apherese, die auch Blutwäsche genannt wird, ist die Dialyse. Bei einer Reihe von Erkrankungen können spezielle Blutreinigungsverfahren gezielt Substanzen aus dem Blutkreislauf entfernen und dadurch das Krankheitsgeschehen positiv beeinflussen. Zu den bekanntesten Verfahren der Blutwäsche gehört die Dialyse, die als sogenanntes Nierenersatzverfahren bei einer Störung der Nieren deren Funktion übernimmt und giftige Stoffe entfernt.

Wie funktioniert die Apherese?

Weniger bekannt als die Dialyse ist die therapeutische Apherese, bei der außerhalb des Körpers (extrakorporal) krankhafte Eiweiße, an Einweiße gebundene krankmachende Stoffe oder Zellen entfernt werden. Dies geschieht entweder mit Hilfe eines Filters (Membranplasmaseperator) oder mit einer Zentrifuge. Prinzipiell werden dabei zwei Vorgehensweisen unterschieden:

  • In dem Apheresegerät wird zunächst das Blutplasma von den Blutzellen getrennt (Plasmaseparation) und erst im zweiten Schritt das Plasma von den krankmachenden Substanzen gereinigt. Diese Blutwäsche kann wiederum auf verschiedene Arten erfolgen:
    • Unselektiver Plasmaaustausch (Plasmapherese): Hier wird das gesamte gewonnen Patientenplasma verworfen und durch eine spezielle Nährlösung ersetzt.
    • Selektiver Plasmaaustausch: Hier werden nur die speziellen krankmachenden Eiweiße (z. B. bei Autoimmunerkrankungen) mit Filter- oder anderen Methoden entfernt, das übrige Plasma erhält der Patient zurück.
  • Zweite Möglichkeit: Auf die Trennung von Blutplasma von den Blutzellen wird verzichtet, sondern die krankmachenden Stoffe werden in dem Apheresegerät direkt aus dem Vollblut mittels Aktivkohle oder Austauscherharz entfernt (Vollblutapherese). Diese Methode wird auch als Hämoperfusion bezeichnet.

Der Betroffene erhält in allen Fällen zwei Zugänge in der Regel über die Venen – aus dem einen Zugang wird das Blut entnommen, dann durch das Apheresegerät geleitet und nach erfolgter Reinigung und ggf. Zusatz von Ersatzflüssigkeit durch die andere Vene zurückgeführt. Eine Apherese erfordert die enge Zusammenarbeit des Arztes, der die zugrunde liegende Erkrankung behandelt, mit demjenigen, der die Apherese durchführt. Apheresebehandlungen werden zwar ambulant, aber in speziellen Zentren durchgeführt. Derzeit gibt es ca. 100 Apherese-Zentren in der Bundesrepublik, in der v.a. Behandlungen von Fettstoffwechselerkrankungen durchgeführt werden.

Aktualisiert: 21.11.2013
Autor*in: Dagmar Reiche

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