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Medikamente: Arten und Darreichungsformen

Der Arzt verordnet sie, der Apotheker verkauft sie: Medikamente. Medikamente sind Arzneimittel, die eine Krankheit heilen sollen sowie zur Vorbeugung oder Diagnose einer Krankheit bestimmt sind. Medikamente werden seit langem aus Pflanzen, Pflanzenteilen, tierischen und chemischen Verbindungen hergestellt. Mittlerweile richtet sich das Augenmerk der Pharmakologen verstärkt auf gentechnische und synthetische Herstellungsprozesse. Alle Medikamente, die in der Bundesrepublik in den Apotheken verkauft werden, müssen zuvor vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen werden. Für die über 70.000 vertriebenen Medikamente gelten folgende Regelungen:

Kategorien von Medikamenten

  • freiverkäufliche Medikamente dürfen auch außerhalb von Apotheken verkauft werden,
  • apothekenpflichtige Medikamente dürfen nur in Apotheken abgegeben werden,
  • rezeptpflichtige Medikamente sind nur in Apotheken gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts erhältlich,
  • Betäubungsmittel dagegen sind nur in Apotheken gegen Vorlage eines speziellen Betäubungsmittelrezeptes erhältlich.
  • Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel sind keine Medikamente.

Wirkstoffe und Hilfsstoffe

Ein Medikament besteht aus chemischen Wirkstoffen und wirkneutralen Hilfsstoffen, die die Bereitstellung des Wirkstoffes im Medikament unterstützen. Die Grundmasse für Zäpfchen beispielsweise ist Hartfett, das als Hilfsmittel die Trägersubstanz für den Wirkstoff ist. Tabletten können Milchzucker als Hilfsstoff enthalten. Ein Medikament kann einen Wirkstoff oder mehrere Wirkstoffe enthalten. Bekannt sind solche Mono- und Kombinationspräparate vor allem als Medikamente zur Linderung bei Schmerzen oder grippalen Infekten.

Mit Produkten, die nur einen Wirkstoff enthalten, ist eine individuelle Therapie in der richtigen Dosierung unter Umständen erfolgreicher möglich, weil dabei der individuelle Verlauf der Erkrankung besser berücksichtigt werden kann.

Kombinationsarzneimittel

Kombinationsarzneimittel auf der anderen Seite enthalten Wirkstoffe gegen mehrere Symptome. Werden alle Wirkstoffe gleichzeitig eingenommen, spart man unter anderem Zeit bei der Einnahme, und läuft nicht Gefahr, einen Wirkstoff zu vergessen. Ein weiterer Vorteil z. B. bei Schmerzmitteln ist die Tatsache, dass sich die einzelnen Wirkstoffe in ihrer Wirkung ergänzen und somit weniger vom einzelnen Wirkstoff benötigt wird. Werden mehrere Wirkstoffe gleichzeitig eingenommen, steigt allerdings auch steigt die Gefahr von Wechselwirkungen. Gerade chronisch kranke Patienten sollten sich deshalb in der Apotheke darüber beraten lassen, welche Arzneistoffkombinationen für sie unproblematisch sind.

Darreichungsformen von Medikamenten

Moderne Medikamente werden in verschiedenen Formen - auch "Darreichungsformen" genannt - angeboten. Danach unterscheidet man die "Verabreichungsform":

  • über den Mund (oral): Tabletten, Dragees, Kapseln, Tropfen, Säfte etc.
  • unter der Zunge (sublingual): Beißkapseln, Lutschtabletten
  • durch den After (rektal): Suppositorien, Klysmen
  • unter die Haut (subkutan (s.c.)): Kristallsuspension
  • in die Vene (intravenös (i.v.)): Infusion
  • in die Arterie (intraateriell (i.a.)): Spritzen
  • in das Muskelgewebe (intramuskulär (i.m.)): Spritzen
  • auf die Haut (kutan): Cremes, Salben, Gele, Pasten
  • durch die Haut hindurch (perkutan): Depotpflaster, Patches
  • über die Scheide (vaginal): Vaginalzäpfchen
  • über die Bindehaut (konjunktival): Augentropfen
  • durch die Nase (nasal): Nasenspray, Nasentropfen

Risiken und Nebenwirkungen

Neben der erwünschten Wirkung können auch unerwünschte Nebenwirkungen nach der Einnahme oder Gabe eines Medikaments auftreten. Mögliche Nebenwirkungen müssen im Beipackzettel aufgeführt sein. Der Gesetzgeber verlangt an dieser Stelle eine umfassende Aufklärung des Patienten, deshalb werden in Beipackzetteln alle potenziellen Nebenwirkungen komplett genannt werden - unabhängig davon, wie häufig sie auftreten und wie schwer sie sind.

Auch Wechselwirkungen, also die gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten bei gleichzeitiger Gabe, werden im Beipackzettel genannt. Der Apotheker ist in diesen Fragen der kompetente Ansprechpartner des Patienten und kann Fragen über mögliche Wechselwirkungen schnell klären. Die elektronische Gesundheitskarte soll das Risiko für Medikamentenunverträglicheiten und unerwünschter Wechselwirkungen weiter einschränken.

Aktualisiert: 21.11.2013 – Autor: Susanne Köhler

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