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Salben, Cremes und Pflaster

Salbe © istockphoto, zilli

Vor allem Hauterkrankungen werden äußerlich behandelt. Salben, Cremes, Lotionen, Lösungen, Puder, Arzneipflaster oder Gele enthalten Wirkstoffe, die je nach Zubereitung auf der Hautoberfläche wirken oder in die Haut eindringen - je nachdem, ob die Zubreitung dick und fettig oder dünn und wässrig ist. Die meisten Medikamente zur äußerlichen Anwendung können fertig zubereitet in der Apotheke gekauft werden. In anderen Fällen hält der Dermatologe eine individuelle Salbenzubereitung für sinnvoller, dann wird das Arzneimittel in der Apotheke extra hergestellt.

Dosierung von Salben und Cremes

Die Dosierungen sind bei Salben und Cremes gelegentlich problematisch. Wer mit Dosierungsangaben wie: "Nur haselnussgroß" oder "Erbsengröße" nichts anfangen kann, sollte sich bei seinem Apotheker über die richtige Menge beraten lassen. Zudem gibt es für die unterschiedlichen Inhaltsstoffe unterschiedliche Verfahrensweisen beim Auftragen. Kortisonsalben werden z. B. hauchdünn aufgetragen, bei bestimmten Ekzemen wird die Salbe jedoch messerrückendick aufgetragen, um die Haut aufzuweichen und die Wirkstoffe richtig eindringen zu lassen.

Salben

Salben sind meistens sehr fetthaltige streichfähige Arzneizubereitungen, in deren Grundlage ("Wasser in Öl") sich fein verteilte Wirkstoffe befinden. Sie fühlen sich fettig an und lassen sich nur schwer von den Händen wieder abwaschen. Salben sollten in der Regel dünn aufgetragen und in die Haut einmassiert werden. Die Wirkstoffe einer Salbe dringen besonders gut in die Haut ein. Salben mit einem hohen Feststoffanteil werden Pasten genannt.

Cremes

Sie haben eine weichere Konsistenz als Salben und enthalten meistens größere Mengen Wasser ("Öl in Wasser"). Sie lassen sich leicht auftragen und ziehen in die Haut ein. Auch sie sind nur zur äußerlichen Anwendung gedacht.

Lotionen

Das sind Flüssigkeiten, die gelöste Wirkstoffe enthalten und die auf die Haut aufgetragen werden. Sie werden häufig eingesetzt, wenn Hautstellen wie zum Beispiel die Zehenzwischenräume oder die Leistenregion getrocknet werden sollen. Als Lösungsmittel werden Alkohol, Wasser oder Glycerin eingesetzt.

Puder

Puder sind trockene Zubereitungen, die ebenfalls bei feuchten und aufgeweichten Hautstellen eingesetzt werden. Bei solchen Hautschäden, wie zum Beispiel bei schwitzenden Füßen, reibt Haut auf Haut. Puder nimmt die Feuchtigkeit auf und verringert so die Reibung.

Gel

Gel wird ebenfalls auf die Haut aufgetragen. Es hat einen sehr hohen Wassergehalt, was neben der jeweiligen Wirkung auch einen kühlenden Effekt hat. Neben der äußerlichen Anwendung gibt es auch Gele, die zur Anwendung im Mund geeignet sind, z. B. bei Zahnfleisch- oder Schleimhautschädigungen.

Pflaster

Sie werden nicht nur zur Wundversorgung eingesetzt. Bei so genannten TTS-Pflastern (Transdermale Therapeutische Systeme) werden die Wirkstoffe in eine Membran eingearbeitet. Eingesetzt werden sie unter anderem gegen

  • starke Schmerzen, bei Reiseübelkeit
  • zur Raucherentwöhnung und in den Wechseljahren.

Durch Aufkleben auf die Haut wird der Wirkstoff langsam in gleichmäßiger Menge abgegeben.

Anwendung von Arzneipflastern

Arzneipflaster dürfen nicht zerschnitten werden, weil sonst der flüssige oder halbfeste Inhalt ausläuft. Außerdem muss man darauf achten, dass das Arzneipflaster in der ganzen Größe auf der Haut klebt. Klebt das Pflaster nur am Rand, kann der Wirkstoff nicht mehr durch die Haut aufgenommen werden.

Die Unterseite des Pflasters ist mit einer Schutzfolie überzogen. Damit der Wirkstoff die Haut berühren kann, muss die Schutzfolie entfernt werden. Anschließend darf man diese Unterseite nicht mehr mit den bloßen Fingern berühren, weil der Wirkstoff sonst durch die Haut an den Fingern in den Körper eindringt.

Diese Pflaster sind Einweg-Arzneimittel. Sie werden nur einmal aufgeklebt. Wird das Pflaster entfernt, hört die Wirkstoffgabe sofort auf. Nach dem Abziehen wird das Pflaster zusammengefaltet und weggeworfen. Wer zum ersten Mal ein Arzneipflaster nutzt, der sollte sich die Anwendung in seiner Apotheke erklären lassen.

Begrenzte Haltbarkeit von Salben und Cremes

Salben, Cremes, Lotionen oder Lösungen, die in der Apotheke hergestellt werden, sind für eine meist akut vorliegende Erkrankung bestimmt. Sie sind individuell zusammengesetzt und dosiert. Nach Abschluss der Behandlung sollten sie entsorgt werden.

Weil sie häufig keine Konservierungsstoffe enthalten, sind sie nur begrenzt haltbar. Um das Einschleppen von Keimen in die Zubereitung zu verhindern, sollten Salben und Cremes aus einer Dose nur mit einem sauberen Salbenspatel entnommen werden.

Aktualisiert: 20.05.2016 – Autor: Susanne Köhler

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