Oregano: gesundes Gewürz mit heilender Wirkung

Oregano
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Oregano ist heutzutage allgemein als "Pizzagewürz" bekannt. Das herb-aromatisch duftende Kraut ist aus der modernen Küche nicht mehr wegzudenken, obwohl diese Pflanze erst seit etwa 200 Jahren zum Würzen verwendet wird. Als Heilmittel hingegen wurde Oregano schon bei den alten Griechen eingesetzt, weshalb auch sein Name aus der griechischen Sprache kommt. Dieser bedeutet übersetzt "Schmuck der Berge" (Oros= Berg; Gonos= Schmuck, Glanz). Wie gesund ist das Gewürzkraut und welche Wirkung entfaltet es in Form von Oregano-Tee oder -Öl?

Oregano: gesund und altbewährt

Oregano (Origanum vulgare) war ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet und hat dort eine lange Tradition als Heilpflanze. Heute hat sich Oregano auch in Asien, Südeuropa, Österreich und der Schweiz ausgebreitet, wo das Würzkraut wild auf Magerwiesen und trockenen, sonnigen Kalk- und Kiesböden wächst.

In Deutschland ist der gesunde Oregano seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt. In der volkskundlichen Medizin wurden der Pflanze bei unterschiedlichen Leiden, beispielsweise zur Behandlung von Hämorrhoiden, von Erkrankungen der Atemwege oder zur Beschleunigung von Geburten gesunde Effekte zugesprochen. Dem Oregano wurde auch eine positive Wirkung auf die Psyche nachgesagt – deshalb wird er im Volksmund auch als "Wohlgemut" bezeichnet.

Wirkstoffe und Heilwirkung von Oregano

In der Kräuterapotheke kann die gesamte Oregano-Pflanze verwendet werden. Die beste Erntezeit des Heilkrautes liegt zur Blütezeit, während die Blätter als Kräuter-Gewürz für Speisen die ganze Vegetationsperiode über genutzt werden können.

Inhaltsstoffe von Oregano mit arzneilicher Wirkung sind vor allem die Gerb- und Bitterstoffe sowie die ätherischen Öle. Zu letzteren gehören vor allem Thymol, Carvacrol, Cymol und Borneol.

Die ätherischen Öle im Oregano wirken antibakteriell, antiseptisch oder entzündungshemmend. Die entzündungshemmende Wirkung des in den ätherischen Ölen enthaltenen Beta-Caryophyllens wurde bereits in Tierversuchen bestätigt. Es sorgt für den pfeffrigen Geschmack des Oreganos und ist unter anderem auch in Rosmarin und Basilikum enthalten.

Zudem enthält Oregano sogenannte Terpene, das sind pflanzliche Botenstoffe, die eine stärkende Wirkung auf das Immunsystem haben sollen. Auch verschiedene Gerb- und Bitterstoffe sind in dem Würzkraut zu finden. Gerbstoffe kommen in der Pharmazie unter anderem in entzündungshemmenden Medikamenten und zur Förderung der Wundheilung zum Einsatz. Bitterstoffe regen die Bildung von Magen- und Gallensaft an und wirken damit verdauungsfördernd.

Die Heilpflanze Oregano findet deshalb besonders bei Beschwerden des gesamten Verdauungstraktes (Magen, Darm, Leber, Galle) sowie bei Atemwegserkrankungen Verwendung und wirkt vor allem im Mund und Rachen entzündungshemmend.

Oregano-Öl: antibakterielle und antimykotische Wirkung?

Das ätherische Oregano-Öl gilt mit seinem hohen Gehalt an Phenolen in der Aromatherapie als stärkstes natürliches Antibiotikum. Zudem soll es antimykotisch, also pilztötend, wirken. Das Öl gibt es zum Inhalieren, zum Auftragen auf die Haut oder in Kapselform zur Einnahme zu kaufen.

Umfangreiche Studien zu dem Thema gibt es bisher nicht. Lediglich in Laborversuchen konnte bisher die pilztötende und antibakterielle Wirkung von Oregano-Öl belegt werden. Ob und wenn ja in welchem Ausmaß sich diese Ergebnisse auf Erkrankungen beim Menschen übertragen lassen, ist bislang noch unklar.

In seltenen Fällen kann Oregano-Öl allergische Reaktionen, wie Hautreizungen oder Atemwegsbeschwerden, auslösen. Generell sollte es nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden.

Oregano-Tee – Effekte und selbst zubereiten

Für Oregano-Tee wird ein Esslöffel des getrockneten Krautes mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten ziehen gelassen.
Oregano-Tee soll bei folgenden Beschwerden helfen:

Bei Entzündungen der Schleimhäute oder des Zahnfleisches im Mund- und Rachenraum sollte der Tee vor dem Trinken leicht abkühlen, um die Schleimhaut nicht zusätzlich zu reizen. Gänzlich abgekühlt eignet sich Oregano-Tee auch zum Gurgeln.

Oregano als Gewürz

Den intensivsten Geschmack vermittelt der griechische Oregano (Origanum vulgare ssp. hirtum). In Tomatensauce, auf Pizza, im Salat oder auf gedünstetem Fisch findet Oregano in der mediterranen Küche schon seit langer Zeit Verwendung und überzeugt mit einem pfeffrig-intensiven Aroma. Auch Bratkartoffeln, Grillfleisch, Rührei und Chili con Carne schmecken sehr gut, wenn sie mit diesem appetitanregenden Gewürz zubereitet werden.

Oregano sollte lange mitgaren, denn das Gewürzkraut entfaltet sein Aroma am besten beim Kochen.

Ist gekaufter Oregano ungesund?

Grundsätzlich ist Oregano nicht ungesund. In gekauftem, getrocknetem Oregano wurden jedoch schon mehrfach Rückstände von sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden (PA) festgestellt. Diese gelangen in den Oregano, wenn andere Pflanzen, die diesen Stoff zur Abwehr von Fressfeinden bilden, versehentlich mitgeerntet werden.

PA gelten als leberschädigend und stehen im Verdacht, krebserregend zu wirken. Möchte man die Aufnahme von PA in jedem Fall vermeiden, sollte man auf selbst angebauten Oregano zurückgreifen.

Oregano pflegen und anbauen

Der zu den Lippenblütlern gehörende Oregano zeigt seine ersten Blüten im Juni. Sie sind in Rispen angeordnet und meist von rosafarbener, seltener weißer Farbe. Bis spät in den August hinein dient der Oregano als "Bienenweide", lockt jedoch daneben auch viele Falterarten an. Die Oregano-Kräuter selbst werden 30 bis 60 Zentimeter hoch, die Blätter sind oval bis herzförmig.

Oregano wird als der "robustere Bruder" von Majoran angesehen und fühlt sich an warmen, sonnigen Stellen im Garten schnell zu Hause. Einmal ausgepflanzt, verbreitet er sich durch Selbstaussaat und Wurzelausläufer recht schnell und gilt als winterhart. Im Topf benötigt er an frostigen Tagen dennoch einen Schutz. Oregano ist leicht zu pflegen und sollte nur sparsam gegossen werden. Entsprechend seiner Heimat liebt er sonnige Standorte mit kalkhaltigem Boden.

Oregano trocknen

Im Gegensatz zu vielen anderen Küchenkräutern verliert Oregano beim Trocknen nicht sein Aroma, stattdessen gewinnt dieses durch das Trocknen sogar an Intensität. Aus diesem Grund wird Oregano auch meist getrocknet verwendet. Frischer Oregano ist aber nicht giftig und kann gefahrlos verzehrt werden.

Haben Sie frischen Oregano im Garten oder im Topf auf dem Balkon, sollten Sie ihn kurz vor der Blüte ernten. Dann ist der Geschmack am stärksten ausgebildet.

Im Idealfall sollten Sie den Oregano vor dem Trocknen nicht waschen, sondern lediglich ausschütteln, um Schmutz und Insekten zu entfernen. So wird der Trockenvorgang nicht unnötig verlängert. Ist das Waschen unvermeidbar, trocknen Sie die Zweige anschließend vorsichtig mit saugfähigem Küchenpapier.

Anschließend können Sie die Zweige zu lockeren Bündeln binden und verkehrtherum an einem warmen, trockenen Ort aufhängen. Ist die Pflanze getrocknet, können sie die Blätter von den Stielen lösen und diese in einem lichtundurchlässigen verschließbaren Behältnis lagern.

Oregano, Wilder Majoran oder Dost

Seit dem Mittelalter ist Oregano, der auch als "Dost" oder "Wilder Majoran" bezeichnet wird, in unseren Kräutergärten zu finden. Die deutschen Namen beziehen sich jedoch nur auf die hier vorkommende Oregano-Sorte. Die Würz- und Heilkraft der südlicher vorkommenden Sorten ist größer. Dazu gehören beispielsweise der Griechische Oregano oder der Blumen-Oregano.

Der als Majoran bekannte "Echte Majoran" ist übrigens auch eine Oregano-Art. Er trägt den lateinischen Namen "Origanum majorana", was ihn als zur gleichen Gattung zugehörig kennzeichnet.

Aktualisiert: 19.05.2022
Autor*in: Anke Dorl; überarbeitet: Jasmin Rauch

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